Von Toronto zur Georgian Bay – Kanadas Osten Teil 1 von Dirk Schröder
Tourist-Information
Fremdenverkehrsbüro Ontario
Anforderung von Broschüren | Deutschland:
Tel. 089-23662168
www.ontariotravel.net

So hatten wir uns Kanada nicht vorgestellt: Seit zwei Stunden schon fahren wir über den schnurgeraden Highway, vorbei an Häusern, Feldern und Kulturlandschaften. Die Straßen sind wie mit dem Lineal über die Ebene gezogen. Wo sind die weiten Wälder Kanadas, die Seen, die Tiere? Vielleicht waren wir nach der langen Anreise doch zu ungeduldig. Natürlich finden wir unser »Traumland« Kanada nicht gleich am Flughafen und auch nicht im Großraum rund um Toronto, doch schon am Abend des ersten Tages stehen wir mit unserem angemieteten Fleedwood-Reisemobil im dichten Wald und das ersehnte Wasser ist nicht weit entfernt. Um uns herum wachsen Birken, Ahorn, Eichen und andere Bäume. Abgestorbene Stämme vermodern auf dem Boden, der mit einer dicken Laubschicht überzogen ist. In den Wipfeln trillern die Vögel um die Wette, und um uns herum rascheln die Erdhörnchen auf der Suche nach Eicheln und den Resten unseres Abendessens. In einer unglaublichen Geschwindigkeit klettern sie senkrecht die Stämme hinauf, als wenn die Bäume auf dem Boden liegen würden, und zu meiner Verwunderung flitzen sie in gleichem Tempo wieder herunter. Wir haben uns in dem wunderschönen Avenda Provintional Park häuslich niedergelassen. Hier befinden sich 350 Stellplätze, die so individuell mit Feuerstelle und Piknickbank gestaltet sind, dass man glauben könnte, alleine auf diesem Platz zu sein. Alle Sektionen sind mit Tiernamen bezeichnet. Wir sind bei den Wölfen gelandet. Nachdem unser Sohn Johann mich zwischen den Bäumen hindurch auf den Platz Nummer 266 dirigiert hatte, war er auch schon im Dickicht verschwunden, um das neue Quartier zu erkunden. Am nahen Lake Kattle ist die kanadische Idylle dann wirklich perfekt. Es fehlt nur noch der obligatorische Elch, der aus dem Wasser kommt, um am Ufer zu grasen. Der Park erstreckt sich bis an das Südufer der Georgian Bay, einem See, der uns so riesig wie ein Meer erscheint. Und jetzt bedauern wir es doch, dass wir zusammen mit unserem Wohnmobil nicht auch noch Fahrräder gemietet haben, denn die Entfernungen bis zu den wunderschönen Badeplätze sind lang, zu lang um dorthin zu Fuß zu gehen. Um 1950 entstand der Gedanke, Freizeiteinrichtungen im Süden der Georgian Bay zu schaffen. Es sollte allerdings bis 1979 dauern, bis der 2.917 Hektar große Park mit seiner Sandküste und dem herrlichen Waldgebiet eingeweiht werden konnte. Im Gespräch mit dem Parkverwalter Tim Tully erfahren wir, dass die Gletscher vor rund 20.000 Jahren diesen riesigen See geformt haben. Der Wasserspiegel senkte sich und die rundgeschliffenen Felsen kamen so zum Vorschein. »Im Schutze des Parks wachsen 750 verschiedene Pflanzenarten und mit 32 Reptilienarten und Amphibien liegen wir ganz vorne in Kanada,« berichtet Tim. »Dazu kommen 39 verschiedene Säugetierarten. Zu denen zählt der Schwarzbär genauso, wie der Elch und die sehr selten gewordenen fliegenden Squirrels. Unsere Aufgabe ist der Schutz der einmaligen Landschaft mit ihren Bewohnern, verbunden mit einem hochwertigen Tourismusangebot für Erholungssuchende,« sagt der junge Mann stolz und zählt uns die Wanderwege im Park auf. Zum Schluss zeigt er uns noch die Wege zu den schönsten Sandstrände auf der Karte.

Allgemeine Infos
Anreise
Wer auf die Hauptreisezeit angewiesen ist, sollte sich rechtzeitig um einen günstigen Flug bemühen. In der Nebensaison locken viele preiswerte Angebote. Die Fluggesellschaft Air Canada fliegt täglich von Frankfurt und München nach Toronto. Zubringer gibt es von verschiedenen deutschen Flughäfen. Info im Reisebüro oder übers Internet:
www.aircanada.com


Einreise
Für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen reicht ein Reisepass mit einer Restgültigkeit von sechs Monaten, sowie ein Rückflugticket.

Die ersten Siedler kommen
Seit der Einfahrt in den Park fühlen wir uns wie in einer anderen Welt. So muss es vor der Besiedelung durch die Europäer auch im Süden ausgesehen haben, denke ich mir. 1615 drang Samuel de Champlain als erster Europäer zu den Quendat vor, einem Indianerstamm, der hier sesshaft war. Die Franzosen nannten sie später Huronen. Den Entdeckern folgte eine kleine Gruppe von Jesuiten, die 1639 beim heutigen Midland im Namen der französischen Krone eine Missionsstation gründeten. Ihr Ziel war es, die »Heiden« zum Christentum zu bekehren, doch sie brachten den Ureinwohnern vor allem den Tod durch Masern, Blattern und Grippeviren. Gegen solche Krankheiten hatten die Indianer keine Abwehrstoffe und ihre Heiler keine Medizin. Als Folge der aus Europa eingeschleppten Krankheiten starben innerhalb von zehn Jahren etwa die Hälfte der 25.000 Ureinwohner. Die überlebenden Indianer waren gespalten in Traditionalisten, die am liebsten die »Schwarzröcke« vertrieben hätten und solche, die von den Errungenschaften durch die Neuankömmlinge begeistert waren und gerne Pelze gegen Eisenwerkzeuge getauscht haben, um sich ihre Arbeit zu erleichtern. Wie das Leben in der Missionsstation Sainte-Marie zu Beginn des 17. Jahrhunderts ausgesehen haben mag, das erfahren wir bei einem Besuch der rekonstruierten Anlage am Ufer des Wye River, an der gleichen Stelle, wo sich die Holzhäuser vor über 300 Jahren ursprünglich befanden. Belebt wird dieses Museumsdorf durch das Personal, das so gekleidet ist wie die Menschen damals. In den Häusern wird geschmiedet und gezimmert, werden Seile hergestellt und aus der Bibel gelesen, genauso wie der Alltag in der Mission vor drei Jahrhunderten gewesen sein könnte. Nicht weit davon entfernt befindet sich das Huronen-Museum. Diese private Freiluftanlage vermittelt uns ein sehr plastisches Bild von dem Leben der Huronen, bevor die Europäer ihren negativen Einfluss geltend machten und die Ausrottung eines ganzen Indianerstamms einleiteten. Wir erfahren, dass die Ureinwohner als sesshafte Bauern in befestigten Dörfern in Clans (größere Familienverbände) lebten. Hohe Palisaden und ein verwinkelter Eingang schützte die Menschen vor wilden Tieren und unerwünschten Gästen. Ein Langhaus und Wigwam aus Rindenplatten wurde ebenso nachgebaut wie die Hütte des Schamanen oder eines Medizinmannes. Wir erfahren auch, dass der Tabak den Indianern heilig war und nur bei Zeremonien geraucht wurde. Die bemalten Holzmasken vor dem Eingang stellen die Geistwesen dar, an welche die Dorfbewohner glaubten. Nach den Vorstellungen der Huronen gab es eine ewige Verbindung zwischen diesen drei Welten: der menschlichen, der natürlichen und der geistigen Welt. Das Südufer der Georgian Bay ist ein geschichtsträchtiger Boden, und so katapultiert uns ein Bummel über die Mainstreet in Penetanguishene nochmal zurück in das 19. Jahrhundert. Wandgemälde an den Häusern zeigen den Handel der Siedler mit den Indianern, und die Fassaden lassen den Wohlstand ihrer Bewohner erkennen. Direkt an der Mündung der Bucht erinnert der Discovery Harbour mit seinen bunt bemalten Holzhäuser an die Zeit als Werft- und Hafenstadt. Zwischen 1817 und 1856 war dies eine Militär- und Marinebasis der Engländer. Alljährlich kann man auf dem freien Platz die farbenprächtigen Dressurreiter in ihren Uniformen bewundern. Wir können die »Mounties« leider nur auf Fotos betrachten.

Dort wo die High Society ihre Cottages hat
Am nächsten Tag steuern wir unsern Ford weiter gen Norden an der Ostseite der riesigen Georges Bay entlang. Die Wälder reichen hier bis dicht an die Straße heran. Sie sind anders als im Awenda Nationalpark und gleichen mehr einer feuchten Tundralandschaft. Immer wieder tauchen rechts und links herrliche Seen auf, die von einem dichten Seerosenteppich überzogen sind, und am Ufer spiegeln sich die weißen Wollgräser im Wasser. Fast jedes Auto transportiert ein, zwei oder mehrere Kanus auf dem Dach, auf dem Klappwohnwagen oder ein Anhänger mit Booten wird im Schlepptau hinterher gezogen. Sixe Mile Lake, Lake Muskoka. Lake Rosseau, Lake Joseph …. die Möglichkeiten, mit dem Boot unterwegs zu sein, sind hier grenzenlos. Beim Exit 174 verlassen wir den Highway, um durch das Seengebiet Muskoka zu fahren. Wegen der vielen Seen, Inseln und Inselchen wird dieses Gebiet auch als Lakeland bezeichnet. Das Territorium war nicht für die Landwirtschaft geeignet, doch man erkannte sehr früh seinen Wert als Freizeitregion. Ende des 19. Jahrhunderts verkehrten bereits einige Dampfschiffe auf den Seen und 1875 wurde eine erste Eisenbahnverbindung fertiggestellt. Seit dieser Zeit haben viele wohlhabende Kanadier dieses Gebiet zu ihrem Zweitwohnsitz erkoren. Schnell können sie mit ihrem privaten Wasserflugzeug von Toronto aus in ihr Feriendomizil fliegen. Port Sandfield ist einer der kleinen Orte an der Route Nummer 7, der uns durch die vielen teuren Yachten und Jetskis auffällt. Solche Nebenstraßen sind stellenweise so holprig, dass unser Geschirr in den Regalen und Küchenschränken eine Tanzpartie veranstaltet. Der Algonquin Provincial Park im Osten, der uns schon zu Hause von Kennern des Landes empfohlen wurde, ist unser Ziel für die nächsten Tage. Von dem größten Park Ontarios können wir nur einen winzigen Teil im Süden mit dem Wohnmobil erreichen. Mit über 7.725 Quadratkilometer ist der Algonquin der größte und älteste von Ontarios Provinzparks. Nur der Name erinnert noch an den Indianerstamm, der bis zum Eintreffen der Holzfäller die Wälder durchstreifte. Die »Lumberjacks«, wie die Männer gerne genannt wurden, waren auf der Suche nach den mächtigen Weymouthkiefern, die wegen der hervorragenden Holzqualität bei der expandierenden Wirtschaft in England sehr gefragt waren. Bereits 1893 wurde der Park gegründet, um das Wild zu schützen und eine weitere Zersiedelung zu stoppen. So profitieren wir heute von dem einzigartigen Naturschutzgebiet. Auch wenn wir »nur« von der Straße am Oxtongue River vorbei den Park kennen lernen, fühlen wir uns tief in die kanadischen Wälder versetzt, wo kapitale Elche leben und Hirsche (Elk) zu Hause sind. Und auch die Wölfe sollen in der Nacht hier heulen. Bei einem Glas Wein am Abend auf einem Campground planen wir mit der Hilfe des guten Infomaterials, das uns zusammen mit dem »permit« am Eingang überreicht wurde, eine Kanufahrt über die Seen und eine Wanderungen auf markierten Wegen. Unser 15 jähriger Sohn erkundet das Gebiet lieber mit dem Mountain Bike auf dem eigens dafür angelegten Trail.

Schwarzbären und Klapperschlangen
Das Land ist riesig und unsere Ferien begrenzt. Überall könnten wir länger verweilen und viele Eindrücke nehmen wir als Anregung für eine weitere Reise mit. Über Hunstville erreichen wir bei der Ortschaft Perry Sound wieder die Georgian Bay. Auf der Suche nach einem kräftigen Graubrot landen wir in einer Bäckerei an der Hauptstraße neben dem Supermarkt. Hinter dem Ladentresen türmen sich die verschiedensten Brote, ordentlich in Folie verpackt und mit mir unbekannten Namen versehen. Als ich beginne, auf Englisch zu beschreiben, dass wir kein weiches und helles Brot suchen, sondern ein kräftiges Vollkornbrot bevorzugen, unterbricht mich die Dame auf Deutsch: »Wir haben ein Pumpernickel oder ein Roggenbrot mit Sonnenblumen. Das hier enthält auch Zwiebeln!« Mir hat es für einen Augenblick die Sprache verschlagen. Die Verkäuferin kommt aus Bayern, genauer gesagt aus München. »Die Brote sind von einem deutschen Bäcker«, erklärt sie uns »trotzdem sind sie etwas weicher als wir es gewöhnt sind«. Natürlich wollen wir wissen, was sie hier hin verschlagen hat. »Mein Mann war bei der Marine und von Halifax ganz begeistert. Er wollte unbedingt nach Kanada auswandern. Schließlich bin ich mitgekommen. Seit 20 Jahren sind wir nun schon hier und sind noch immer begeistert«. Mit dem Sonnenblumenbrot unter dem Arm und um eine interessante Begegnung reicher, verlassen wir die Bäckerei. Unser nächstes Ziel ist der Killbear Provincional Parc. Dort wählen wir den Campingplatz des Parks als Stützpunkt zur Erkundung der Ostseite der Georgian Bay.
Aber davon mehr in Teil 2 des Kanada Reiseberichtes, der Ende Juli zu lesen sein wird.

Wohnmobile mieten | Campingplätze | Campinggrounds
Motor Home Holidays bietet eine große Flotte an. Hier können Sie alles auf Deutsch abwickeln: www.canadianmotorhomeholidays.com
Die Wohnmobile sollten langfristig von zu Hause vorgebucht werden. Bei Ankunft in Toronto wird man von einem Fahrer abgeholt und später auch wieder zum Flughafen gefahren. Die Wohnmobile werden ohne Ausrüstung vermietet. Töpfe, Tassen, Bettwäsche, Handtücher und was man sonst noch so alles braucht, bekommt man als Paket (Kit) gegen Aufpreis. Tipp: An der Station zurückkehrende Mieter nach Ausrüstung fragen, meist kann die preiswert übernommen werden. Einige wenige Freikilometern sind im Preis enthalten, jeder weitere Kilometer wird berechnet, was bei den enormen Entfernungen ganz schön ins Geld gehen kann. Der deutsche, österreichische oder schweizerische Führerschein ist für Kanada ausreichend. Der Internationale wird empfohlen. Der Fahrer eines Wohnmobils muss mindestens 21 Jahre alt sein. Als Kaution ist eine Kreditkarte oder Traveller-Schecks erforderlich. Auch die Campingausstattung kann gegen Aufpreis gemietet werden.
Camping ist in Kanada sehr beliebt. Fast alle Plätze sind mit Picknicktischen, Bänken und Feuerstelle ausgerüstet. Viele private Campingplätze sind mit Swimmingpool ausgestattet. In fast jedem Nationalpark sind Campingplätze in sehr schöner Lage vorhanden. An sogenannten »dump stations« kann man Wasser nachfüllen, die Toilette entleeren und das Abwasser entsorgen. Sehr nützlich ist das kostenlose Heft: Camping Ontario, in dem nach Regionen unterteilt die meisten Campingplätze aufgeführt sind. Piktogramme erklären den angebotenen Service und Telefonnummer für eine Reservierung sind angegeben.
Im Internet sind Übersichten unter www.campingontario.ca
Preise für Übernachtung auf Campingplätzen liegen bei 20-25 kanadische Dollar.
Wirtschaft
Kanada gehört zu den wohlhabendsten Ländern der Welt; Es ist Mitglied der WTO, der OECD, des IWF, der Weltbank und der G 8. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegt Kanada mit 1432,140 Mrd. US-Dollar auf dem 11. Platz. Zwar gilt Kanada als soziale Marktwirtschaft, doch der wirtschaftliche Handlungsspielraum ist sehr groß. Wie in anderen entwickelten Ländern wird die kanadische Volkswirtschaft durch den Dienstleistungssektor dominiert. Der Außenhandel macht einen großen Teil der kanadischen Wirtschaft aus. Die Exporte betragen 36,7 Prozent und die Importe 32,8 Prozent des BIP. Obwohl nur acht Prozent der Staatsfläche landwirtschaftlich genutzt werden, ist Kanada einer der weltweit wichtigsten Exporteure landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Für den Heimatmarkt bestimmend sind Milchwirtschaft, Obst und Gemüse aus dem Gartenbau sowie Geflügel und Eier.
Flora und Fauna
Der Osten Kanadas ist überzogen mit Laubwäldern, die sich im "Indian Summer" prächtig verfärben.

Der Osten Kanadas ist überzogen mit Laubwäldern, die sich im “Indian Summer” prächtig verfärben.

Kanada besitzt Gebiete unberührter Natur in gigantischem Ausmaß. Dichte Wälder, Tundren- und Prärielandschaften sowie das Bergmassiv der Rocky Mountains bedecken über die Hälfte von Kanadas 417 Millionen Hektar großer Fläche. Diese Naturgebiete besitzen eine unglaubliche Artenvielfalt der Flora und freilebender Fauna. Die Wälder sind über einen Zeitraum von Jahrtausenden gewachsen und bilden zusammen mit Erde, Wasser und Luft ein Ökosystem, das auch seltenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum gibt. Das Blatt des Zuckerahorn, der im Herbst mit seiner goldgelben Laubverfärbung im Osten Kanadas das Naturphänomen des Indian Summer hervorbringt, symbolisiert auf der kanadischen Flagge den nordamerikanischen Staat. Um die Großen Seen gruppieren sich Mischwälder, bestehend aus Eichen, Ulmen, Tannen und Ahorn. Besonders schön färbt sich im Herbst in den Provinzen Nova Scotia und New Brunswick das Laub des Zuckerahorns, der den golden-rot leuchtenden Indian Summer hervorbringt. Im Südwesten Ontarios trifft man teilweise auf einen Wald mit ausschließlich Laubbäumen.

Die letzten frei lebenden Bisonherden sind im Osten Kanadas zu finden.

Die letzten frei lebenden Bisonherden sind im Osten Kanadas zu finden.

Im Osten Kanadas – auf den Spuren der Elche und Schwarzbären. In einer Hochplateau-Landschaft, die an die nordische Tundra erinnert, leben Elche und Bären. Im Duchesnay Resort kann man Schwarzbären auf einer Aussichtsplattform aus sicherer Entfernung beobachten. Neben etwa fünf Milliarden Zugvögeln zählen im Osten Biber, Marder und Nerze zu den häufigsten Arten. In den Prärien dieser Breiten haben sich bis heute die letzten Bisons und die Pronghorn-Antilopen gehalten. In den Bergregionen begegnet man mit etwas Glück dem Puma und dem imposanten Weißkopfseeadler. In der Tierwelt sind auch sehr kleine Insekten, die Mücken nicht zu unterschätzen, die im Sommer im Gebiet der Großen Seen zur Plage werden können.

Kulinarisches
Heiß und fettig: In Kanada gibt es Poutine in allen Varianten an jeder Fast-Food-Bude.

Heiß und fettig: In Kanada gibt es Poutine in allen Varianten an jeder Fast-Food-Bude.

Die Küche Kanadas ist je nach Region unterschiedlich. Die Küche der Provinz British Columbia im Westen und die Küche der beiden östlichen Provinzen Nova Scotia und Newfoundland (Neufundland) ist britisch geprägt, die Küche der französischsprachigen Provinz Quebec im Osten lebt vom französischen Einfluss. In der Küche der Provinzen entlang der Kanadisch-Amerikanischen Grenze, Alberta, Saskatchewan, Manitoba und Ontario, findet man deutsche, polnische, skandinavische, russische, chinesische, italienische, irische und indianische Einflüsse. Die nördlichen Provinzen Yukon, Northwest Territories und Nunavut sind hauptsächlich von den Küchen der eingeborenen Indianern und der Inuit geprägt.
Rezept Poutine
Kurz zusammengefasst kann man sagen, Poutine sind Pommes Frites mit Käse und Bratensoße. Und zwar mit reichlich Käse und reichlich Bratensoße. Natürlich kann man das Rezept mit heimischen Mitteln bei sich zu Hause zubereiten, aber wenn man irgendwie die Möglichkeit hat, an die Original-Zutaten zu kommen, sollte man das unbedingt einmal so ausprobieren.
Zutaten für Poutine:

  • 500 g Pommes
  • 200 g Original Gravy aus Kanada/USA Cheese Curds (ungepresster Cheddar-Käsebruch) oder Mozzarella (mindestens 45 Prozent Fett)
  • 1/2 l starke Brühe (Gemüse/Huhn)
  • 1 EL Butter
  • 1 EL Mehl

Zubereitung:
Die Pommes Frites nach Packungsanleitung zubereiten. Sei es im Backofen oder in der Fritteuse, Hauptsache sie sind richtig heiß, wenn sie fertig sind. In der Zwischenzeit die Butter (etwa 1 EL) in einem Topf erhitzen und wenn sie geschmolzen ist, etwa 1 EL Mehl dazugeben und direkt einrühren. So lange rühren, bis keine Klumpen mehr vorhanden sind und bis die Masse ein sehr dunkles Braun angenommen hat. Dann die vorbereitete Brühe (1/2 l) drübergeben (oder 1/2 l Wasser und dann Brühwürfel sofort hineingeben). Das ganze gut fünf Minuten vor sich hinköcheln lassen und dann von der Herdplatte nehmen. Die Soße muss etwas abkühlen, aber nicht vollständig erkalten, um dickflüssiger zu werden. Im Notfall kann man auch einfach Speisestärke in die Brühe rühren, dann spart man sich das Zubereiten der Mehlschwitze. Auf einem Teller eine Schicht Mozzarella Käse auslegen, anschließend die heißen Pommes drübergeben und wieder mit Käse belegen. Mit der Soße übergießen und genießen!

Hier geht es zu Teil 2 – Im Land der Seen und Wälder

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