Der große Report: Lastenträger – Anhänger für Motorrad, E-Bike und mehr von Inge Gaebel

Die Last mit der Last
Ronda im andalusischen Süd-Spanien: Ein wunderbares Städtchen, nur mit dem Reisemobil kommt man nicht ins Zentrum, oder man findet keinen Parkplatz. Mobilität mit einem Zweirad ist jetzt angesagt! Und was gibt es Schöneres, als sich in der Sonne auf dem Motorroller den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen. Also muss der Roller mit. Auch die beiden Fahrräder und die Stühle hätte man gerne besser zugänglich untergebracht. Ein Lastenesel, der die geliebte Vespa sicher und stabil transportiert, das wäre die Lösung. Mit einem Allzweck-Anhänger wandert viel Gepäck nach hinten und aus dem Stauraum des Fahrzeugs heraus. Motorrad, Gepäck, Jet-Ski … all dies läuft nun in einem Hänger nach. Und dieser fahrbare Transportbehälter wird nur dann mitgenommen, wenn das Reiseziel dies auch hergibt.
Welche Anforderungen muss der Transporthänger erfüllen?

Klein soll er sein und leicht zu bedienen.

  • Sein Eigengewicht soll möglichst gering sein.
  • Er muss sich auf wenig Platz unterbringen lassen, wenn er nicht benutzt wird.
  • Er sollte leicht zu schieben und zu rangieren sein, wenn er nicht am Zugfahrzeug angekuppelt ist.
  • Gute Nachlaufeigenschaften sind ebenso wichtig wie gute Rangiereigenschaften und ein ausgewogenes Kurvenverhalten.
  • Und dann soll er komfortabel zu beladen sein, egal ob mit einem Motorrad oder anderem Gepäck.

Nachläufer fürs Kleine Bunte
Nein, nicht für die bunte Wäsche sind die wenigen Nachläufer auf dem Markt, sondern viel mehr, um Lasten aus dem Fahrzeug auszulagern. Räder, Motorräder, Klappstühle, Zusatzschlafraum, Extraküche, Paletten aller Art, solch ein Nachläufer entlastet das Reisemobil nicht nur vom Gewicht her, sondern auch in punkto Platzangebot. Nur wenige Hersteller konstruieren kleine Nachläufer, die solche universelle Möglichkeiten bieten.

Sawiko, seit 2012 Tochtergesellschaft des Fahrwerksprofis Alko, baut seit fast zwei Jahrzehnten Heckträgersysteme, montiert Federsätze, kennt sich mit Anhängekupplungen aus. Die Anhängelösung aus diesem Hause heißt Wheely. Mit dem Slogan »Universell wie ein Schweizer Taschenmesser« wird dieses System beworben und bietet – nomen est omen – etliche Funktionen an, die mit verschiedenen Rüstsätzen und Zubehör erreicht werden. Das Baukastensystem enthält nicht nur Motorradhalterung mit einer mechanischen Aufzugseinrichtung und Fahrradhalterungen, sondern auch eine Planenbox mit Airtex-Gewebe, die sich rundherum aufklappen lässt und eine Packhöhe von etwa 1.400 mm erlaubt. Eine abschließbare, zusätzliche GfK-Box auf der Deichsel sorgt für weiteren Stauraum von rund 360 Litern, Platz genug für ein paar Stühle, Tisch und mehr. Eine kleine Alu-Box, in der V-Deichsel eingebaut, wird zum Stauraum für eine Menge Kleinkram. Ein Wassertank mit 75 Litern spendet Wasser für die Pferde oder für eine separate kleine Dusche. Eine Halterung für das Ersatzrad des Reisemobils findet sich ebenfalls im Baukasten. Seit dem Caravan Salon 2013 ergänzt die B-Box auf GfK das Transport-Portfolio. Sie ist auf einem normalen Heckträger oder eben dem Nachläufer Wheely montierbar und sorgt mit zirka 3.100 Litern für reichlich Stauraum. Dieser ist entweder von hinten her oder seitlich zugänglich. Verschiedene Einbau-Rüstsätze befestigen die Last in der B-Box, ob Fahrräder, Motorrad oder Klappboxen. Zur Unterbringung bei Nichtbenutzung werden diese Modelle seitlich hochgestellt, die Deichsel ragt in die Höhe und so werden kaum zwei Quadratmeter in Anspruch genommen.
Zwei Ausführungen des Wheely stehen zur Wahl: Drei kleine Universalanhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 750 Kilogramm und einer Nutzfläche von rund 2.000 mal 800 Millimetern oder der große Bruder Wheely Duo, der bis 950 Kilogramm nutzbar ist und mit einer Nutzfläche von 2.700 mal 2.250 Millimetern aufwartet. Beiden gemeinsam ist die Anbringung an eine klassische Anhängekupplung.
Das SMV Entwicklungsteam um Wilfried Laumann hat sich seit drei Jahren mit seinem Alustar-Rolli auf dem Markt positioniert. Die kompakte Bauform sorgt für ein gutes Handlich, Rückwärtsfahren ist kein Problem. Besonders pfiffig: Bei Nichtnutzung lässt sich der Hänger hochkant abstellen, Metallbügel an der Stoßstange verhindern dabei eine Beschädigung des Hecks. Eine Zusatzstütze sorgt im Stand für zusätzlichen Halt. Die Motorradhalterung sorgt mit drei Befestigungspunkten für stabile Aufnahme: Mit Hilfe der Auffahrschiene geht’s nach oben, das Vorderrad kippt auf einer Radwippe in die korrekte Position, hinten fixiert ein Keil das zweite Rad und oben stabilisiert der Haltearm das Vehikel.
Mit seinem Space-Extender geht SMV einen anderen Weg. Auf ebenfalls zwei einzeln beweglichen Rädern läuft der Anhänger hinter dem Zugfahrzeug. Ungewöhnlich ist jedoch die Anhängung mit einer Doppelkugelkopf-Kupplung. Der Space-Extender ist dadurch ohne ein Deichsel mit dem Mobil fest verbunden. Die Einzelradaufhängung der Räder, die sich um 360 Grad allen Gegebenheiten anpassen, ermöglicht präzises Rangieren und Rückwärtsfahren. Für den Aufbau gibt es wiederum alle Varianten, die der Reisende benötigen könnte: Motorradhalterung und Fahrradbefestigungen, im Fahrzeugdesign gestaltete Boxen verschiedener Größen, die via Heckklappe oder Seitentür beschickt werden können, oder – unter dem Namen Space Extender Living – eine Wohnkabine in verschiedenen Ausstattungsvarianten. Mit einem ausklappbaren Heckbett, Miniküche und Schrank bzw. kleinem Bad kann damit auch ein Transportfahrzeug zum Reisemobilensemble werden. Wer zu wenig Höhe in der heimischen Garage hat, wählt die Version mit Hubdach, die bei geschlossenem Dach mit 1,90 Metern leicht einzulagern ist.
Aus dem Hause Stema in Sachsen kommen Anhänger aller Art, eine Besonderheit aber ist die Kippbarkeit des Modells Rex. Mit dem Modell Blue Man bekommt der Camper alle Gepäckstücke unter und packt zusätzlich noch die Fahrräder auf den Deckel seines Anhängers.
Boxer Design aus Biberach wartet mit einem zusammenklappbaren Mini-Anhänger für ein Motorrad auf. Wenn der Hänger nicht benutzt wird, passt er, perfekt zusammengeklappt, auch in kleinere Stauräume wie den PKW-Kofferraum. Da das schwerste Teil nicht mehr als rund 28 Kilogramm wiegt, ist er gut zu handhaben.
Ein Blick über die Grenze und man wird in der Schweiz bei Anhängerherstellern wie Daltec mit seinem VZ Scooter fündig. Auch bei Wenk in Sankt Gallen gibt es Besonderheiten: Wer einen Kleinst-PKW transportieren möchte, findet hier das Modell KFT.
Der Befestigungsspezialist ZURRSCHIENEN.COM löst eventuelle Befestigungsprobleme. Über das Angebot der jeweiligen Anhängerhersteller hinaus findet der Motorradfahrer dort alle Arten von Befestigungsschienen, Ösen, Gurten, egal ob zur Montage in Winkeln, Ecken oder über Kopf.
Nun darf also auch das Motorrad mit, ohne dass das Wohnmobil überlastet wird. Der Markt bietet Einzellösungen, manch ein Hersteller baut auch nach Maß und Wunsch des Kunden. Doch insgesamt findet der Reisemobilist genügend Lösungen für die Transportprobleme der nächsten Reise.

(Mit freundlicher Genehmigung der SMV AG)

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