Der große Report: Ordnungssysteme in der Heckgarage von Inge Gaebel

Auf den Platz, fertig, los!
Fahrräder sind nicht das einzige, das in der Heckgarage untergebracht werden soll. Je größer ein Fahrzeug ist, desto größer werden auch die Mitnahme-Wünsche. Nicht nur Grill und Kinderroller, auch Generator, E-Bike und Tauchausrüstung stellen die Verstau-Spezialisten vor immer neue Herausforderungen. Und keiner möchte heute mehr Apfelsinenkisten stapeln wie einst. Auch Euroboxen zu verstauen macht keine Freude mehr, will man doch mit Sicherheit das Zubehör aus der untersten Box als erstes verwenden. Doch Abhilfe ist in Sicht, denn längst gibt es Regalsysteme mit Schienen, die den Boxen einen festen und fahrstabilen Platz geben und so die Möglichkeit eröffnen, jede Box einzeln heraus zu ziehen.

Die Spezialisten
Maßanfertigungen machen es möglich, diese Regale in jede Heckgarage genau einzupassen. Einige Hersteller haben sich hierauf spezialisiert.
Einer davon ist Michael Bertsch aus Bad Dürrheim, der Regalsysteme passgenau innerhalb eines Tages herstellt und direkt ins Kundenfahrzeug einbaut. Sein stabiles System passt für verschieden große Boxen und er verwendet hochwertige Qualitätsprofile mit Abdeckkappen, damit Oberflächen und Ecken keine Hände verletzen.
Auch Ralf Ganter aus Villingen-Schwenningen fertigt nach Maß und Kundenwunsch, er hat sich auf Auszüge in engen Bereichen wie Doppelböden oder flache Stauräume spezialisiert. Dort stehen seine mit stabilen Profilen gebauten Boxenträger mit Vollauszügen und ermöglichen dem Nutzer den vollständigen Zugang zum Inhalt.
Die Thomas Krenn AG liefert ein Regalsystem, das ohne Bohren und Schrauben eingebaut wird und dabei sehr genau den Erfordernissen der Kunden angepasst werden kann. Die Boxen werden schon allein durch die hohe Passgenauigkeit arretiert, darüber hinaus hält ein Winkelprofil im oberen Profilbereich die Box zusätzlich fest. So bleibt alles perfekt am Platz. Auch Gurte, Haken und ähnliche Befestigungspunkte können so montiert werden, um Stühle, Tische, Kabeltrommeln oder Schläuche rutschsicher zu fixieren.
Systemhersteller Idea verwendet stabile Industrieprofile, um den Boxen-Satz unterzubringen. Die Vorratsbehälter können etwa zur Hälfte herausgezogen werden, um an den Inhalt zu kommen. Seitliche Aluwinkel verhindern ein Verkanten der Boxen. Alle Teile werden auf Maß gefertigt, daher sind auch Auszüge für schwer zugängliche Seitenfächer oder doppelte Böden im Programm, egal ob für Schuhe, Getränkedosen oder andere Vorräte. Das komplette Boxenregal kann auf einem Vollauszug herausgezogen werden und dieser ist bis 100 kg belastbar. Auf der Stuttgarter Messe CMT zeigte Idea weitere praktische Lösungen für den Transport von Fahrrädern: Bei niedrigen Garagen wird das Vorderrad abgebaut und somit das Rad abgesenkt. Die Gabel sitzt vorne auf einem Adapter, das Hinterrad klemmt zwischen zwei Schienen, die einfach eingeschoben werden. So muss niemand in die Garage kriechen. Höhere Garagen werden ähnlich bestückt, nur kann das Vorderrad in der Gabel verbleiben.
Hymer bietet für die Erstausstattung seiner Fahrzeuge mit Heckgarage das OMS System in den Varianten Basic, Comfort und Premium an. Alu-Stangen werden in das Heck der Garage eingebracht, Schienen für Fahrräder auf dem Boden befestigt. An der Heckverstrebung sind unterschiedlich große Metallwannen anbringbar, in denen Fahrradhelme und Kleinteile ihren Platz finden.
Linnepe hat das Regal Adlatus eingestellt und zeigte auf der CMT sein intelligentes „Stauraum System LSS“. Stabile Systemboxen aus Kunststoff werden einfach aufeinander geklickt. Die Boxen haben verschiedene Größen und passen sich so allen Gegebenheiten in der Garage an. Das Regalsystem besteht aus zwei Wangen, die rechts und links senkrecht stehen. Die horizontale Verbindung ist in verschiedenen Längen zu haben. Nach oben schließt eine Schale für Kleinteile, Fahrradhelm und Handschuhe das System ab, darunter sitzen frei wählbar die verschiedenen Boxen. Unter dieses gibt es kleine Behälter mit Unterteilungen, größere mit einem Fach oder auch mit Schubladen. Dazu wird eine bereits bestückte Erste-Hilfe-Box im Systemmaß (L-Boxx 1) angeboten, die, wie alle kleinen Boxen, auch seitlich an die Wange angeklipst werden kann. So ist sie im Fall der Fälle sofort zugänglich.
Auch Sawiko, Tochter der Al-Ko-Gruppe, trumpft mit verschiedenen Systemlösungen auf. Modell „Agero deluxe“ besteht aus einem Grundregal mit Querstange. Dieses ist um Skiträger, Fahrradhalter, Gasflaschenhalter, Stautasche für Campingmöbel und Boxenauflage erweiterbar und passt in alle gängigen Garagenräume. Durch seine Flexibilität ist es besonders gut an die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Fahrzeugs anpassbar. Für Motorroller und E-Bikes stehen verschiedene Halterungen und Auffahrhilfen zur Verfügung. Der manuelle Hebo und der elektrische Hebo-Matic helfen beim Anheben von schwereren Zweirädern. 120 bis 150 Kilogramm Gewicht lassen sich auf diese Weise einfach bewältigen. Das Velo-Heckgaragensystem ist nicht nur eine Halterung für klassische- und Elektro-Räder, sondern gleichzeitig auch Auffahrhilfe.

Was wofür?
Wer Stangen aller Art unterbringen möchte, kann auf Klemmhalter für Besenstiele zurückgreifen. An solchen können allerlei lange Teile befestigt werden, wie Wander- und Skistöcke, Gehhilfen, Markisenkurbeln, Zeltstangen oder das Dreibein des Schwenkgrills. Apropos Schwenkgrill: Die Stangen sind ja nun schon untergebracht, aber wohin mit der Feuerschale? Ganz einfach zwei Alu-U-Profile im richtigen Abstand unter die Decke der Garage schrauben (quer zur Fahrtrichtung) und die Schale dort einschieben (der Sauberkeit halber in Folie oder in eine Mülltüte packen) und schon ist das Ding aus dem Weg.
Für Fahrräder bieten fast alle bekannten Hersteller ihre Befestigungen an: Fiamma, Hymer, Linnepe, Thule, Idea etc. Hier kommt es auf Bequemlichkeit an. Gut ist es, wenn die Räder auf der Schiene nach vorne eine Begrenzung haben und natürlich sollen sie im oberen Bereich an einem dritten Punkt befestigt werden, dann steht alles fahrtauglich und scheuerfest verzurrt.
Der Hund soll untergebracht werden? Einzelhunde „kleinerer Bauart“ finden in Fiammas „Carry Dog“ Platz, der Tier-Fachmarkt bietet weitere Boxen in allen Größen und Formen.
Oder soll gar eine ganze Meute mitreisen? Züchter und Ausstellungsbesucher mit mehreren Hunden nutzen die Reisemobilgarage gerne als separates „Hunde-Zimmer“. So haben sie ihre Vierbeiner nah bei sich, ohne dass diese im Wohnraum den knappen Platz belegen. Der Fachbetrieb Ihres Vertrauens baut hierfür sicherlich gerne ein Fenster in die Garagenklappe ein. Durch diese können die Wauzis sehen, was draußen los ist und sind beschäftigt. Dazu noch ein Lüftungsgitter in die Garagentür und für eine ordentliche Belüftung ist auch gesorgt. Ein Durchgang zum Fahrerhaus mit einer Klappe schafft die Möglichkeit, jederzeit einen Blick und einen Zugang zu den wertvollen Tiere zu haben.
Schuhe bringt man ordentlich und gut belüftet in Hängetaschen von Thule oder Fiamma unter. Ab rund 30,– Euro sind diese Taschen zu haben, die zehn Paar Schuhe ordentlich und paarweise aufbewahren. Organizer aller Art bringen viele Kleinigkeiten hängend unter. In verschiedenen Abmessungen je nach Form der Türe oder dem Platzangebot an der Wand, werden diese aufgehängt oder angeschraubt. Beide Hersteller haben Aufhängungsvarianten entwickelt, die fest montiert werden. Sie werden als Einhängehaken mit zwei Schrauben befestigt und nehmen dann die Befestigungsgurte verschiedener Stauraummodule auf.
Lose Teile, Spielsachen, Kleinwerkzeug, Gartenschlauch, wandern nicht nur in die oben erwähnten Boxen, sondern alternativ auch in Boxen aus Gewebematerial. Auch hier tun sich Fiamma mit Pack 610 und Thule mit der Go Box hervor: Beide Systeme sind faltbar bei Nichtgebrauch und nehmen kaum Platz in Anspruch, sind aber ausgeklappt sehr voluminös und sorgen mit Unterteilungen für Ordnung. Carbest von Reimo zeigt eine Kombibox, die auch praktisch in drei Einzeltaschen teilbar ist, jede davon hat sogar einen Deckel.
Und wohin nun mit dem Zelt, den Stangen und dem Zeltteppich? Oft sind diese Teile nach dem Abbau im Regen noch nass. Also einpacken in Packtaschen. Wenn aber keine zum Lieferumfang gehörten, gibt es solche im Fachhandel nachzukaufen: Auch für Liegen, runde Tische, Ausgleichskeile, das Zeltgestänge oder die mobile Satelliten-Anlage. Insbesondere bei Großhändler Movera findet der Mobilist ein großes Sortiment von Taschen in allen Formen. Frankana bietet auch eine Gestängetasche, die genügend Belüftung für feuchte Zeltstangen aufweist, damit diese in der Tasche trocknen können.
Jetzt soll das Ganze noch gut verzurrt werden, damit in der nächsten Kurve alles an seinem Platz bleibt. Hier hilft der klassische Spanngurt. Reimo hat dazu ein großes Schienen- und Ösensortiment im Programm und bei zurrschienen.com gibt es gerade Profile, Winkelschienen, Spanner und viele Detaillösungen. Es lohnt sich in jedem Fall, auf hochwertige Elemente zurück zu greifen, dann erlebt man keinen unangenehmen Überraschungen.

Fazit
Wie so oft lohnt es sich auch beim Beladen der Garage, im Vorfeld eine ordentliche Planung zu machen: In einer Liste aufschreiben, was man alles transportieren möchte, Größen ausmessen und über eine bequeme Unterteilung nachdenken. Sich beim Fachhändler eine Beratung gönnen und dann die entsprechenden Teile einbauen. Und wichtig: Immer an eine gute Ladungssicherung denken, damit in der Kurve oder auf der Rüttelstrecke alles an seinem Platz bleibt.

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