Der große Report: Dachzelte von Inge Gaebel

Unterm Sternenhimmel
Wer nicht viel braucht, aber sein eigenes Bett dabei haben möchte, ist mit einem Dachzelt gut beraten. Im Alltag fährt der PKW solo – im Urlaub lockt das eigene Bett on-top. Dachzelte sind kompakt, außerhalb der Urlaubszeit leicht in Garage oder Keller zu verstauen, geräumig im Reisebetrieb und komplett unabhängig von der Bodenbeschaffenheit am Ziel­ort. Darüber hinaus lassen sie sich auf nahezu jedes Fahrzeugmodell montieren und stellen als einmalige Anschaffung einen preiswerten Einsteiger ins freie Campingleben dar. Vor dem Urlaub fix auf die Dachträger montiert, Schlafsäcke hineingelegt, Packtasche für die Kleidung und Picknickkorb im PKW verstaut… und schon kann die Reise beginnen.

Trägt das Dach das Gewicht?
Eine häufig gestellte Frage ist, wie viel Gewicht das Fahrzeugdach zu tragen vermag. Bei den meisten Fahrzeugen liegt die mögliche Dachlast zwischen 75 und 100 Kilogramm. Genaue Angaben zum eigenen PKW findet man nicht in der Zulassungsbescheinigung, sondern in der Fahrzeuganleitung. Die Angaben dort beziehen sich wohlgemerkt auf die mögliche Dachlast während der Fahrt, wo in Kurven, bei Bremsmanövern oder auf schlechten Straßenbelägen besondere Belastungen vorherrschen.
Für die Nutzung im Stand können hingegen deutlich höhere Lasten angesetzt werden – schließlich muss die Struktur des Wagens im Falle eines Unfalls sogar einen Überschlag aushalten können.
Ein Dachzelt wiegt zumeist um die 40 bis 60 Kilogramm. Während der Fahrt benötigt man infolge des zusätzlichen Dachaufbaus natürlich mehr Treibstoff als ohne – gut 25 Zentimeter trägt ein Dachzelt in geschlossenem Zustand oberhalb der Träger auf. Dafür lässt sich eine Übernachtung im oft engen Schneckenhaus an Bord des PKW umgehen.

Die Befestigung
Üblicherweise werden Dachzelte auf zwei bis vier Querstreben aufgebracht. Am besten montiert man auf der Fahrzeug-Reling zusätzliche Verstrebungen, um genügend Platz zum Fahrzeugdach zu schaffen, damit Kratzer auf dem Dach durch die Befestigungsteile vermieden werden. In diesem Fall sollte auf die Höhe der Streben untereinander geachtet werden, damit sie eine möglichst ebene Oberfläche für den Zeltaufbau bilden. U-förmige Befestigungsteile oder C-Profile aus Aluminium fixieren das Dachzelt mit ausreichender Haltekraft.

Der „Deckel“
Einmal montiert sind die meisten Modelle clever zu öffnen. Pfiffige Klappmechanismen helfen auch klein gewachsenen Menschen beim bequemen Ausklappen, oftmals kommt das optionale Zelt für den unteren Wohnbereich dabei gleich mit zum Vorschein. Zuweilen deckt eine Plane das Dachzelt ab, mitunter sind es zwei Schalen, die geschlossen wie eine Dachbox aussehen. Gimmick bei einigen Modellen: Das Zelt kann aus den Schalen herausgenommen werden, so dass diese als Dachbox genutzt werden kann. Natürlich hat ein Dach aus Glasfaser und Polyester Vorteile bei Regen und ist sehr alterungsbeständig – es erfordert aber leider auch eine dickere Börse bei der Anschaffung. Doch auch Dachzelte mit Zeltdach lassen sich über einen schlauen Mechanismus in aller Regel leicht aufklappen und gut manövrieren. Positiv wirkt sich bei ihnen auch die zumeist großzügigere Höhe im Innenraum verglichen mit einem Schalenzelt aus, die für mehr Platzangebot sorgt. Aufgeklappt wird mittels verschiedener Mechanismen – mal mit Gasdruck­federn, mal über einen Hebelmechanismus, mal mit einer Kurbel wie bei einigen Maggiolina-Modellen. Sie werden in geschlossenem Zustand mit einer wasser­festen Plane abgedeckt.

Prima Klima – ruhiger Schlaf
Neben dem Komfort beim Aufbau des Dachzeltes ist selbstverständlich auch eine gute Schlafunterlage wünschenswert, um bequem und erholsam träumen zu können. Dazu gehört idealerweise eine ordentliche Matratze mit Unterfederung, 3DOGcamping bietet sogar eine Kaltschaummatratze mit Zonen­federung an. Gut machen sich zudem ausreichend Platz, damit die Ellen­bogen nicht an der Zeltwand anliegen, sowie eine gute Belüftung des Zeltes – denn trocken möchte man auch ja schließlich auch liegen. Die Hersteller legen ihr
Augenmerk darauf, dass sich Kondenswasser möglichst gar nicht erst bildet und arbeiten zum Teil mit doppelten Zeltplanen und Sandwichverarbeitung in den Schalen, um dies zu erreichen. Qualitativ hochwertiger Zeltstoff wie Airtex hält Regen ab, ist selbstreinigend und bietet große Atmungsaktivität.
Öffnungen mit Moskitonetz halten die lästigen Viecher draußen und sorgen für guten Luftdurchsatz. Matratzenunter­lagen wie das individuell zuschneidbare 3D-Mesh-Gewebe belüften das Bett von unten und sorgen darüber hinaus für zusätzliche Polsterung und Isolierwirkung.

Und als Zubehör?
Sinnvolles Zubehör kann einem das Outdoor-Leben sehr erleichtern. Da gibt es Zelt-Erweiterungen über das Fahrzeugheck oder zur Seite hinaus, um ein wenig Wohnraum mit Schutz und Schatten zu schaffen, Zeltböden, Verlängerungen für die bei hohen Fahrzeugen erforderliche Ein- und Austrittsleiter sowie Stofftaschen für die vielen Kleinigkeiten im Zeltinneren.

Fazit
Der Markt hat für alle Geldbeutelgrößen etwas zu bieten, die Preise liegen zwischen 1.000 Euro für ein preiswertes Einsteigermodell in der Grundausstattung und 4.900 Euro für eine top-ausgestattete Version. Die qualitativen Unterschiede liegen in Detaillösungen, der Verarbeitung und den verwandten Materialien. So lohnt es sich, genau die Unterschiede zu betrachten und erst dann eine Entscheidung zu fällen … abhängig auch davon, wohin einen der Urlaub führt: zur Nachtparty an den Baggersee oder quer durch die Sahara.

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