Städte-Tour – Hamburg von Mathis Paus
Touristinfo
Hamburg Tourismus
Wexstraße 7 · D-20355 Hamburg
Tel. 040-30051701
www.hamburg-tourism.de

Eine Reise im Maßstab 1:87 durch Hamburg? Kein Problem! Zumindest nicht im Miniatur Wunderland. Die größte Modellbahnanlage der Welt ist in der denkmalgeschützten Speicherstadt zu Hause und gehört zu den meist besuchten Ausstellungen in ganz Deutschland. Auf einer Fläche von über 1.300 Quadratmetern beherbergt das Wunderland 250.000 Einwohner, rund 9.000 Autos, gut 3.500 Gebäude, fast 1.000 Züge, knapp 40 Flugzeuge und über 25 Schiffe. Seit der Eröffnung im August 2001 haben mehr als zwölf Millionen Menschen den kleinen Miniaturkosmos der Hansestadt erkundet. Heute strömen täglich bis zu 5.000 Besucher in das Wunderland und lassen sich von den realistischen Nachbauten sowie den fantasievollen Darstellungen beeindrucken. Ein Spaß für Groß und Klein gleichermaßen. Gezeigt wird das, was Hamburg zur „Perle“ macht, was die Leute lieben und die Touristen kennen: Michel, Köhlbrandbrücke, Fernsehturm, Landungsbrücken, Herbertstraße und Hagenbecks Tierpark sowie der Hauptbahnhof, der in einer Modellbahnanlage nicht fehlen darf. Die Nachbauten kommen den realen Vorbildern erstaunlich nah – auch im Hinblick auf die Betriebsamkeit: Überall blinkt und bewegt sich etwas. Züge und Autos rauschen durch die Stadt, und Menschen bevölkern die Straßen. Derweil pfeift der Wind vor den Toren der über 100 Jahre alten Speicherstadt mit bizarren Giebeln und Türmen, die sich in den Wasserkanälen spiegeln. Sowieso ist es das Wasser, das die zweitgrößte Stadt Deutschlands so besonders macht. Die Läufe der beiden großen Flüsse Hamburgs – Elbe und die Alster – bilden den Rahmen um das Geschehen der Metropole. Der Hafen ist dabei das Herzstück. Heimat und Sehnsuchtsort zugleich. Kreuzfahrt- und Containerschiffe legen hier an oder brechen in die entlegensten Winkel dieser Erde auf.
Sonntagfrüh ist Fischmarkt
Nur wenige Seemeilen weiter westlich lockt eine echte Hamburger Institution Frühaufsteher und Nachtschwärmer zugleich an: der Fischmarkt in St. Pauli. Jeden Sonntag zwischen 5.00 und 9.30 Uhr wird hier frischer Fisch in all seinen Facetten gehandelt. Aber auch Obst, Gemüse und Blumen, die einige Händler mit viel schauspielerischen Talent und Humor an den Käufer bringen. Nebenan in der Auktionshalle gibt es zum Fischbrötchen noch Livemusik und frisch gezapftes Bier. Nur einen Spaziergang entfernt geht es über die Hafentreppe zum Hamburger Berg. Oben angekommen, erstreckt sich ein kleine Grünanlage, die eine wunderbare Aussicht auf das Hafen-Panorama verspricht. Weniger maritim, aber mindestens genauso sehenswert ist die Reeperbahn. Eine vierspurige Straße, die zumindest tagsüber wenig Anrüchiges zu bieten hat. Aber je näher der Abend rückt, desto mehr verwandelt sich Hamburgs Kiez in die sündige Meile: Bars, Kneipen, Diskotheken und Bordelle reihen sich auf der knapp 900 Meter langen „geilen Meile“ (Udo Lindenberg) aneinander. Ein guter Startpunkt für das Abenteuer Reeperbahn ist die U-Bahn-Station St. Pauli direkt am Millerntor, beim Stadion des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli, dem ewigen Lokalrivalen des Hamburger SV. Bei so vielen Attraktionen ist es wohl auch kein Wunder, dass die fast 1,8 Millionen Hamburger laut Umfragen regelmäßig zu den glücklichsten Menschen in der Republik zählen. Und das trotz so manchen Regentages.


Unterwegs in der Stadt
Hamburg mit dem Wohnmobil zu erkunden, kann zu einer nervenaufreibenden Angelegenheit werden. Eine Vielzahl von Einbahnstraßen und Sackgassen sorgt bei nicht ortskundigen Besuchern für Verwirrung. Die bessere Alternative bietet zumeist der öffentliche Nahverkehr. U- und S-Bahnen sowie Busse fahren in einem gut ausgebauten Verkehrsnetz rund um die Uhr. Fahrpläne können online über den Hamburger Verkehrsverbund bezogen werden. Mit dem City Pass können alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzt werden, und Museen gewähren freien Eintritt. Der Preis beträgt 39,90 Euro.
www.turbopass.de | www.hvv.de


Rundfahrten
Sightseeing aus einer ganz eigenen Perspektive erleben Besucher Hamburgs mit der Hochbahn U3. Preiswert bietet die Bahn-Linie Einblicke in das Stadtleben. Vom Rathaus geht es in Richtung Barmbek, vorbei an der Grenze von Alt- und Neustadt fährt die Bahn via Hochtrasse zum Rödingsmarkt. Von hier lassen sich die Kontorenhäuser begutachten. Bei den Landungsbrücken präsentiert sich das imposante Hafen-Panorama, ehe es weiter durch St. Pauli und nach Eppendorf geht. Ein Muss ist die große Hafenrundfahrt mit einer Barkasse.
www.hvv.de | www.hamburg-tourism.de


Sehenswertes
Nur wenige wissen, dass die Hansestadt eine wahre Kulturmetropole ist. Zwischen Hauptbahnhof und Speicherstadt residiert mit der Kunsthalle eine der bedeutendsten Sammlungen Europas (Glockengießerwall). Auch die Deichtorhallen, bekannt für Fotoausstellungen, liegen nicht weit entfernt (Deichtorstraße 1). Kein Geheimtipp, aber nach so vielen malerischen Eindrücken ein Ort zum Innehalten und Verweilen: der Jungfernstieg. Hier ruht die Binnenalster, nur eine kleine Fontäne bringt das Wasser in Wallungen.
www.hamburger-kunsthalle.de | www.barlach-haus.de | www.deichtorhallen.de


Museen
Wer die Stadt von Grund auf kennenlernen möchte, sollte das Museum für Hamburgische Geschichte (Holstenwall 24) sowie das Maritime Museum in der Speicherstadt besuchen (Koreastraße 1). Von der Gründung bis zur heutigen Zeit wird der Weg der Hansestadt nachgezeichnet. Eine Portion Musik verspricht das Beatlemania Museum am Beatles-Platz in St. Pauli. Beliebt, besonders bei Familien, ist das Panoptikum am Spielbudenplatz 3. Das älteste Wachsfigurenkabinett Deutschlands bringt Besucher und Persönlichkeiten aus Politik, Sport und Kunst zusammen.
www.hamburgmuseum.de | www.imm-hamburg.de
www.beatlemania-hamburg.com | www.panoptikum.de


Kirchen
Im Stadtteil Sankt Georg steht die Kirche der heiligen Dreieinigkeit (Burgstr. 10). Die ursprünglich barocke Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg von Bomben zerstört, sodass sie aufwendig restauriert werden musste. In der Kapelle des Turms befindet sich einer der wertvollsten Kirchenschätze Hamburgs, eine Kreuzigungsgruppe aus dem 15. Jahrhundert. Auch über die Grenzen Hamburgs bekannt ist die Kirche St. Michaelis, besser bekannt unter dem Na- men „Michel“ (Englische Planke 1). Der 132 Meter hohe Turmlotste früher die Seefahrer sicher in den Hafen und ist heute eine beliebte Aussichtsplattform.
www.selk-hh.de | www.st-michaelis.de


Spezialitäten
Neben der Haute Cuisine ist in Hamburg vor allem die gutbürgerliche Küche gefragt. Suppen und Eintöpfe stehen hoch im Kurs. Ein Klassiker ist die Aalsuppe, bei dem der Speisende aber vergebens nach dem Aal in der Suppe sucht. „Al“ (mit langem A gesprochen) heißt schlicht „alles“. So besteht die Suppe aus Gemüse und einer klaren Brühe. Regionaltypisch ist gut zubereiteter Fisch. Unbedingt probieren: Labskaus. Ein Brei aus Roter Beete, Speck, Kartoffeln und Zwiebeln mit Rollmops, Spiegelei und Gewürzgurke – lecker auch wenn es nicht so aussieht.
www.fischereihafenrestaurant.de


Restaurants
Kulinarisch gesehen ist Hamburg nicht nur wegen der vielen Sterne-Restaurants die Nummer eins in Deutschland, sondern gerade wegen seiner guten Mittelklasse-Restaurants. So überzeugt das Olsen (Bellealliancestr. 45), ein Restaurant im skandinavischen Stil der 60er-Jahre in Eimsbüttel, mit regionalen Produkten. Chef Ole Plogstedt, der auch für Musiker wie die Toten Hosen kocht, bereitet 50 Prozent aller Speisen vegetarisch zu. Sehr zu empfehlen ist auch das Restaurant Gorilla Grill (Eppendorfer Weg 58). Ein Genuss: die Miesmuscheln in Weißweinsud.
www.restaurant-olsen.de | www.gorilla-grill.de


Cafés
Immer rappelvoll, besonders an sonnigen Tagen, ist die „Strandperle“ in Ovelgönne. Im feinen Elbsand schmeckt der Milchkaffee oder der Fruchtshake besonders gut, während große und kleine Schiffe auf der Elbe vorüberziehen. Das Literaturhauscafé (Schwanenwik 38) ist eines der schönsten Hamburgs. Stuck, Deckenmalereien und Kristallleuchter sorgen für eine barocke Stimmung. Bekannt und beliebt bei jedermann ist das Alex im Alsterpavillon am Jungfernstieg. Große Außenterrasse, die einen tollen Blick auf die Binnenalster bietet.
www.strandperle-hamburg.de | www.merciercamier.de
www.dein-alex.de/dein-alex-hamburg


Bars
Das Nachtleben in Hamburg ist facettenreich und konzentriert sich keineswegs nur auf die Reeperbahn. So lohnt ein Blick in die Bar 20 Up – die Skybar hoch über der Elbe im Riverside Hotel (Bernhard-Nocht-Straße 97). Wer es bodenständiger mag, dem sei das Schanzenviertel nahegelegt. Der Saal II (Schulterblatt 83) gilt als die schönste Kneipe des Viertels. Zwei hohe Räume mit gekachelten Wänden strahlen einen morbiden Charme aus. In Altona versorgt die RehBar (Ottenser Haupt- straße 52) die Gäste auch noch zu später Stunde.
www.empire-riverside.de | www.rehbar.de


Rautenwelt
Für Fußballbegeisterte und HSV-Fans gehört eine Stadionführung zum Pflichtprogramm (Sylvesterallee 7). Einmal auf der Auswechselbank sitzen, den VIP-Bereich betreten und einen Blick in die Kabinen werfen, dem heiligsten Ort einer Mannschaft. Nostalgikern sei zudem das HSV-Museum, das sich ebenfalls im Stadion befindet, ans Herz gelegt. Hier wird die wechsel- volle Geschichte des Vereins erzählt. An mehreren Stationen können alte Hörfunk- oder TV-Reportagen über Kopfhörer noch einmal nachverfolgt, Fotos der alten Stadien am Rothenbaum und Volkspark begutachtet werden. Zum Abschluss geht es in die Schatzkammer. Hier sind die Pokale ausgestellt.
www.volksparkstadion.de/museum


Buchtipp
Eva Gerberding/Annette Maria Rupprecht: „Hamburg“
Reiseführer mit ungewöhnlichen Entdeckungstouren und persönlichen Lieblings- orten der Autorinnen.
Verlag: Dumont, ISBN: 978-3770173617

Einkaufen
Kaufhäuser, Trödel, Haute Couture – in Hamburgs Stadtvierteln gibt es alles, was das Shopping-Herz begehrt. Die Mönckebergstraße ist die Haupteinkaufmeile. Hier finden sich alle bekannten Marken. Gleich um die Ecke ist das traditionsreiche Alsterhaus (Jungfernstieg 16-20), das es schon seit 1912 gibt. Flohmarktliebhabern sei die Flohschanze empfohlen (Neuer Kamp 30): Viel Trödel und immer gut besucht. Als Mitbringsel eignen sich die von Hand gemachten Bonbons aus dem Bonscheladen in Altona (Friedensallee 12).
www.alsterhaus.de | www.marktkultur-hamburg.de/flohschanze
www.bonscheladen.de


Kultur
Auch in Sachen Unterhaltung bleiben in der Stadt kaum Wünsche offen. Insbesondere die Musicalbühnen locken jährlich Tausende von Touristen nach Hamburg. Derzeit laufen parallel sechs Musicals wie beispielsweise „Der König der Löwen“, „Das Wunder von Bern“, „Das Phantom der Oper“ oder „Rocky“. Auch für sein politisches Kabarett wird Hamburg gerühmt. Das Alma Hoppes Lustspielhaus in Eppendorf ist eine Institution, die schon über 25 Jahre die politische Klasse aufs Korn nimmt (Ludolfstraße 53).
www.hamburg.de/musical | www.almahoppe.de


Mit Kindern
Für die kleinsten Besucher ist Hamburg gut gerüstet. Tierfreunden sei ein Besuch im Tierpark Hagenbeck ans Herz gelegt (Lokstedter Grenzstraße 2). Seit über 100 Jahren begeistert der Park Groß und Klein gleichermaßen. Insgesamt beherbergt er über 1.800 Tierarten, darunter auch die größte Elefantenherde Europas. Schaurig geht es im Hamburg Dungeon zu (Kehrwieder 2): Schauspieler erwecken 600 Jahre Stadtgeschichte zum Leben. Der Gruselfaktor ist dabei enorm, deshalb dürfen Kinder auch erst ab zehn Jahren mit dabei sein. Kleiner Tipp: Wer online sein Ticket kauft, spart Geld.
www.hagenbeck.de | www.thedungeons.com


Natur und Erholung
Auf dem ehemaligen Zoo- und Friedhofsgelände entstand in den 30er-Jahren eine große Parkanlage, die auf den plattdeutschen Namen Planten un Blomen hört (Jungiusstraße 1). Neben den Alten Botanischen Garten findet sich auch der sehenswerte Japanische Garten auf dem Areal. Wasserläufe und ein idyllisches Teehaus machen diesen Ort zu einer Oase der Ruhe inmitten des Congress Centers und der Messe.
www.plantenunblomen.hamburg.de


Umgebung
Baden und dabei karibisches Flair genießen ist unweit der Elbmetropole möglich. In Kaltenkirchen lockt die Holsten Therme, ein Freizeitbad mit Wasserrutschen und Saunabereich (Norderstraße 8). Die Therme ist bequem mit dem Wohnmobil über die A7 oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Auch das Alte Land reizt mit seinen Obstplantagen und traditionellen Fachwerkhäusern. Ein Besuch lohnt besonders im Frühjahr zur Apfel- und Kirschblütenzeit.
www.holstentherme.de | www.tourismus-altesland.de


Fazit
Rot glitzert das schrille St. Pauli mit seiner berühmten Reeperbahn, blau schimmert das Wasser im Hamburger Hafen, der Elbe und der Alster, und grün leuchten die überraschend vielen Parkanlagen inmitten der Stadt. Hamburg, die schicke Metropole im Norden, ist bunt und gar nicht so unterkühlt wie es so oft heißt. Jedes Viertel hat seinen eigenen Charme und seine eigene Geschichte. Genauso wie die knapp 1,8 Millionen Einwohner, die als traditions- bewusst, aber weltoffen, tolerant und höflich gelten. Am besten ein eigenes Bild machen.

Stell- und Campingplätze
Campingplatz Buchholz
Kieler Straße 374 · D-22525 Hamburg
GPS: 53°35‘24.4“ N / 09°55‘51.9“ O
Der an der Autobahnausfahrt Stel- lingen (A7) gelegene Campingplatz ist ganzjährig geöffnet. Für eine vierköpfige Familie liegen die Preise in der Hauptsaison bei rund 22 Euro.
Infos: www.camping-buchholz.de


Wohnmobilhafen-Hamburg
Gründer Deich 8 · D-20097 Hamburg
GPS: 53°32’35.6’’ N / 10°01’41.6’’ O
Der 2009 errichtete Wohnmobilstellplatz befindet sich in zentraler Lage im Stadtteil Hammerbrook. Der Preis pro Tag und Mobil beträgt inklusive V+E, Dusche/WC 19 Euro.
Infos: www.wohnmobilhafen-hamburg.de

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