Städte-Tour – Rom von Johannes Kühner
Touristinfo
Rom Tourist-Info
Via Parigi 11 · 00185 Roma
www.turismoroma.it

Hoch streben die Häuser gen Himmel und versperren jede Sicht – doch plötzlich öffnet sich die schmale Gasse und gibt den Blick frei auf Ruinen. Zunächst sind es nur wenige Säulen. Als die schmale Gasse aber in einen Holzsteg übergeht, nimmt es langsam Gestalt an: das Forum Romanum, ältestes und ehemals wichtigstes Verwaltungszentrum des antiken Rom. Auch wenn nicht viel davon übriggeblieben ist: Die Säulen, Mauerreste und Triumphbögen lassen erahnen, wie das Leben in Rom vor mehr als zwei Jahrtausenden ausgesehen haben könnte.
Und nicht nur hier: Immer wieder stoßen Fußgänger in der ewigen Stadt zwischen sieben Hügeln auf architektonische Überreste oder restaurierte Bauten längst vergangener Tage. Hinter fast jeder Ecke tauchen Plätze mit Marmorbrunnen, Statuen oder Kirchen auf. Die größte Ansammlung aber findet sich – südlich des historischen Zentrums – im Forum Romanum. Ein Glück, dass es noch existiert: Als die Römische Republik im 4. Jahrhundert an Bedeutung einbüßte, verfiel auch das Forum Romanum zusehends und wandelte sich in Weideland für Schafe. Später bedienten sich neue Herrscher am teuren Marmor, und sogar Johann Wolfgang von Goethe soll während seiner Rom-Aufenthalte das eine oder andere Mal einen Stein als Souvenir eingesteckt haben. Dabei hatte Kaiser Majorian eigentlich schon im 1. Jahrhundert verfügt, dass das historische Erbe unter Schutz stehen sollte. Glücklicherweise gelang dies größtenteils – weshalb die umfangreichen Ausgrabungen seit dem 18. Jahr­hundert immer neue Zeugnisse früherer Architektur zu Tage fördern. Wer über die Straße am Forum Romanum weiterschlendert und sich die Sonne in den Nacken scheinen lässt, der stößt nach einem Kilometer auf das wohl bekannteste Monument von Rom: das Kolosseum, in dem seit 80 nach Christus bestialische Kämpfe zwischen Gladiatoren oder Sklaven und Tigern stattfanden. Die Konstruktion der Arena mit Platz für 50.000 Zuschauer war technisch so fortgeschritten, dass sich beispielsweise der Boden für Seekämpfe fluten ließ. Fast jeder Tourist will dieses historische Zeugnis sehen – dementsprechend lang sind die Schlangen am Eingang. Tipp: Mit einem Kombiticket am nahegelegenen Palatin-Eingang oder als Teilnehmer einer Führung spart man sich die lange Warterei.
Circus Maximus: Platz für 200.000 Zuschauer
Alternativ lässt man das Kolosseum einfach links liegen – denn der Anblick von außen ist beeindruckend genug. Weiter geht’s von hier zu einem Stadion, das nicht nur 50.000, sondern sogar 200.000 Zuschauer fasste. Der Circus Maximus sieht heute zwar aus wie eine ganz normale Wiese zwischen Grashügeln – wären da nicht die ovale Form des Platzes und die Erhebungen am Rand. Mit ein wenig Fantasie füllt sich auch dieser Ort wieder mit Atmosphäre, mit Streitwagen und grölenden Menschen aus vergangenen Tagen.
Die Römer selbst nutzen den Circus Maximus heute zur Erholung oder für Spaziergänge mit ihren Hunden – um sich abends in ihre ruhigen Stadtviertel zurückzuziehen. Ob am Ufer des Flusses Tiber oder in Restaurants der schmalen Gassen: Die Essenskultur scheint genauso alt wie jene der Stadt selbst. Auch hier tun sich im wahrsten Sinne in jeder Gasse neue Einblicke auf.


Unterwegs in der Stadt
Bloß nicht selbst fahren – so kurz und knackig lautet die Empfehlung für Reisemobile. Zu hektisch, voll und gefährlich geht es zu auf den Straßen der italienischen Hauptstadt. Zwar sind auch die öffentlichen Verkehrsmittel – Tram, U-Bahn und Busse – nicht immer zuverlässig (vor allem aufgrund der häufigen Streiks), aber wenn sie fahren, dann fahren sie an jeden wichtigen Ort der Stadt. Tickets gibt es in jedem Tabak­geschäft. Wer den Roma-Pass besorgt (28 Euro für 48 Stunden), kommt sogar ohne Nahverkehrsticket vorwärts – und erhält freien Eintritt ins erste frei wählbare Museum oder die erste archäo­logische Stätte; für alle weiteren gibt es Rabatte.
www.romapass.it


Rundgänge
Die Gruppenführung »Christliches Rom und Katakomben« beschäftigt sich mit Religion in der italienischen Hauptstadt. Teilnehmer sehen nicht nur eine der Katakomben in der Via Appia Antica, sondern besuchen unter anderem die Basilika Santa Maria Maggiore und die Basilika San Giovanni im Lateran. Beginn ist um 14.30 Uhr (von April bis Oktober jeden Montag, Mittwoch und Freitag, ansonsten Mittwoch und Sonntag). Treffpunkt: Via Giovanni Amendola 32. Der Vatikan bietet Sammelführungen durch die Vatikanischen Gärten an (Dauer: zwei Stunden, täglich außer mittwochs und sonntags).
www.rome-museum.com | www.museivaticani.va


Sehenswertes
Wenn Touristen sich mit dem Rücken zur Fontana di Trevi (Piazza di Trevi) stellen, dann kann das nur eines bedeuten: Sie werfen gleich eine Münze ins Wasser von Roms größtem Brunnen. Das soll Glück bringen. Dieser Brauch führt zu einem Ansturm auf diese
Sehenswürdigkeit, genauso wie auf die nahegelegene Spanische Treppe (Piazza di Spagna) – eine der weltweit berühmtesten Freitreppen. Ein Besuch ist dennoch ein Muss. Unweit des Vatikans werden Fußgänger auf die Engelsburg (Lungotevere Castello 50) sto­ßen – eine einstige päpstliche Festung, heute mit schöner Terrasse inklusive Blick auf den Petersdom.
www.turismoroma.it | www.castelsantangelo.com


Vatikanstadt
Der Vatikan – die Stadt in der Stadt – ist zwar nur einen Quadratkilometer groß, aber extrem reich an Sehenswürdigkeiten (und langen Warteschlangen). Ein besonderes Privileg genießen Deutsche und Österreicher: Wer die Schweizergarde links des Petersplatzes am Largo Paolo VI. nach Zutritt zum Deutschen Friedhof fragt, gelangt an eine Oase mit Blick auf den Petersdom – jenen Sakral­bau voller Kunstschätze, der von der Kuppel einen grandiosen Ausblick auf Rom bietet. Ein wenig abseits liegt das Vatikanische Museum mit der Sixtinischen Kapelle – der Ort der päpstlichen Konklave und einigen der bekanntesten Gemälde der Welt.
www.vatican.va


Museen
Maximal zwei Stunden dürfen Besucher das Museo e Galleria Borghese besichtigen – so versucht der italienische Staat, dem hohen Andrang gerecht zu werden. Um überhaupt an Karten zu kommen oder zumindest nicht warten zu müssen, lohnt sich eine vorherige Reservierung (www.tosc.it). Als Belohnung wartet im Palais von Kardinal Scipione Borghese eine Sammlung an einzigartigen Skulpturen, Mosaiken und Gemälden, die genauso bedeutend sind wie jene im Vatikanischen Museum. Auf ein Geschenk von Papst Sixtus IV. geht das älteste staatliche Museum der Welt zurück: Die Kapitolinischen Museen zeigen atemberaubende Werke aus der Antike.
www.galleriaborghese.it | www.museicapitolini.org


Kirchen
Seit fast 2.000 Jahren steht das Pantheon auf der Piazza della Rotonda. Von allen Gebäuden aus der Antike hat es die Zeit am besten überstanden. Charakteristisch für das Pantheon ist das neun Meter große Loch in der 43 Meter breiten halbrunden Kuppel – ein Meisterwerk der Baukunst. Bekanntestes Detail der Santa Maria in Cosmedin (Piazza Bocca della Verità) ist der »Mund der Wahrheit«: eine Steinskulptur, in die Touristen ihre Hand legen. Wenn sie lügen, so heißt es, werde ihnen die Hand abgebissen. Die Kirche Santa Maria in Trastevere an der gleichnamigen Piazza gilt als älteste Marienkirche Roms.


Spezialitäten
Sie sehen aus wie Kroketten, doch statt aus Kartoffeln bestehen Supplì aus frittiertem Risotto in Paniermehl, gefüllt mit Mozzarella. Auch Füllungen aus Leber und Kalbsbries sind geläufig. In jeder Gasse verkauft wohl mindestens ein Imbiss diese römische Spezialität – oder ihr sizilianisches Pendant, die Arancini. Aus Sizilien gelangte auch der Granita in die Hauptstadt Italiens: eine Mischung aus Eis und Getränk in der Konsistenz von Sorbet. Dazu gibt es – vor allem zur Frühstückszeit – ein Cornetto: Hörnchen mit Marmeladen- oder Cremefüllung und Puderzucker.


Restaurants
Rund einen Kilometer vom Vatikan entfernt befindet sich abseits des Trubels die Osteria Centouno (Via Fabio Massimo 101). Kleine Holztische mit Papiertischdecken stehen in einem Souterrain-Raum oder im Freien. Die Küche verwendet saisonale Produkte für typisch römische Gerichte. Bei La Villetta dal 1940 (Viale della Piràmide Cèstia 53) gibt es Frittiertes, und die Trattoria Da Augusto (Piazza Dè Renzi 15) hat keine Speisekarte, sondern nur wenige Gerichte pro Tag. Die Rechnung schreiben die Kellner einfach auf die Tischdecke. Sehr lecker schmeckt die Pizza im Restaurant Cave Canem (Piazza Susann Calisto 11).
www.osteria101.it | www.lavillettadal1940.com


Aperitivo-Bars und Snacks
Ihren Espresso gönnen sich die Römer am liebsten auf die Schnelle unterwegs in ihrem Stamm-Café (kostet im Stehen weniger, als wenn man sich hinsetzt). Dieses »Essen/Trinken auf die Hand« gilt auch für Deftiges. Zu empfehlen: Supplì oder Pasta aus der Bäckerei I Supplì (Via di San Francesco a Ripa 137) oder Pizza von Pizza Pazza per I Pazzi della Pizza (Piazza Trilussa 43). Aus Nord-Italien stammen die Aperitivo-Bars: Man bestellt ein Getränk und kann zusätzlich Brot, Couscous und Pasta von einem Buffet essen. Gibt’s zum Beispiel im Momart (Viale 21 Aprile) oder Freni e Frizioni (Via del Politeama, 4/6).
www.pizzapazzaroma.it | www.momartcafe.it | www.freniefrizioni.com


(Eis-)Cafés
Schon Johann Wolfgang von Goethe soll im 18. Jahrhundert gerne im Caffè Greco (Via dei Condotti 86) gewesen sein, dem ältesten der Stadt. Das »Monument von historischem und nationalem Interesse« begeistert mit dem Charme längst vergangener Tage – ebenso wie das Caffè Sant Eustachio (Piazza Sant’Eustachio 82) mit Original-Mosaikfußboden aus den 1930er-Jahren und ebenso alter Holzröst-Tradition. Als eine der bekanntesten Eisdielen weltweit gilt die Filiale der Kette Giolitti in der Via Uffici del
Vicario 40. Deren Eis-Rezepte entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
www.anticocaffegreco.eu | www.santeustachioilcaffe.it | www.giolitti.it


Buchtipp
Robert Fischer/Michael Müller:
»Das Rom Buch: Highlights einer faszinierenden Stadt«; Beschreibungen verschiedener Höhepunkte von Rom, dazu ausklappbare Panoramabilder.
Verlag: Kunth Verlag, ISBN: 978-3899446821

Einkaufen
Wie so vieles in der ewigen Stadt existiert auch die Via del Corso schon seit Ewigkeiten. Heute ist die einstige Pferde-Rennstrecke allerdings eine auto­freie Einkaufsstraße von der Piazza del Popolo bis zur Piazza Venezia. Gut zu wissen: Während des Saldi ab 4. Juli gibt’s bis Mitte August überall Rabatt. Flohmarktfreunde kommen sonntags von 6.00 bis 14.00 Uhr auf Roms größtem Markt Porta Portese (Piazza di Portaportese) auf ihre Kosten. Genauso bekannt ist der Lebensmittelmarkt auf dem Campo de’ Fiori. Wer es außergewöhnlich mag, sollte nahe des Bahnhofs Termini in den Mercato Vittorio (Via principe amedeo 285) gehen undvzu Exotischem greifen.


In der Natur
Der Gianicolo nahe des Vatikan ist mit 82 Metern zwar auch eine Erhebung, gehört aber nicht zu den klassischen sieben Hügeln der Stadt. Wer den Berg entweder zu Fuß bezwingt oder sich mit der Buslinie 115 hinaufbringen lässt, hat von oben den wohl besten Blick über Rom. Der Hügel ist kaum bebaut, und schon die Strecke hinauf durch enge Gassen lässt einen zur Ruhe kommen. Unmittelbar hinter dem oberen Ende der Spanischen Treppe beginnt der Park Villa Borghese – ein wunderbarer Ort für ein Picknick, für Spaziergänge, Radfahrten (es gibt Leihstationen) oder eine Fahrt in einem Mini-Zug.


Mit Kindern
Kirchen, Ruinen, Tempel: Ganz schön langweilig für Kinder? Nicht so im Time Elevator! Die Teilnehmer setzen sich dort auf hydraulisch gesteuerte Bänke, vor sich riesige Panorama-Bildschirme – und ab geht die Fahrt durch 3.000 Jahre römische Geschichte, inklusive echter Wassertropfen beim Anblick eines Brunnens und anderen kleinen Spezialeffekten. Eine Reise in die Geschichte von Videospielen erlaubt das Vigamus-Video Games Museum. Ob Flipper, virtuelles Auto-Rennen oder Konsolenspiel: Nach bezahltem Eintritt können alle funktionstüchtigen Spiele ausprobiert werden – ein Spaß für Groß und Klein.
www.time-elevator.it | www.vigamus.com


Katakomben
Rom trägt seine Geschichte nicht nur an der Oberfläche, sondern auch darunter: Weil es Platzprobleme auf den Friedhöfen der Stadt gegeben hat, legten Christen und Juden rund 60 unterirdische Friedhöfe vor den Stadtmauern an – überwiegend um die Via Appia Antica. Am größten sind die Katakomben von San Callisto/Calixtus (Via Appia Antica 110). Die Katakomben San Sebastiano (Via Appia Antica 136) – nur in Begleitung eines Führers zu besichtigen – reichen drei Etagen unter die Erde. Reliquien aus früheren Tagen sind in der Kapelle der Kirche San Sebastiano zu sehen.
www.catacombe.roma.it | www.catacombe.org


Umgebung
In Pompeji brachte der Ausbruch des Vesuv den Niedergang, in Ostia Antica an der Mündung des Tiber ins Meer waren es eine Malaria-Epidemie und Flusssedimente im 5. Jahrhundert. Ihretwegen ist der Ort nach Ausgrabungen nun weitestgehend vollständig zu besichtigen: Restaurants, Häuser, Plätze und sogar ein Amphitheater. Nördlich von Rom liegt die Region Castelli Romani mit 16 Gemeinden, die mit Burgen und Villen seit der Antike glänzen und zugleich als Naherholungsgebiet fungieren. 120 Kilometer südlich entstanden im Mittelalter weißgekalkte Häuser der Stadt Sperlonga auf einem Felsen – und am Fuße des Berges erstrecken sich kilometerweit saubere Sandstrände.


Fazit
Vor Christus 7-5-3 – Rom schlüpft aus dem Ei: So lautet die Eselsbrücke, um sich die Geburtsstunde der ewigen Stadt zu merken. Beinahe 3.000 Jahre sind also vergangen – und bei einem Kurzbesuch begegnet einem die Vielzahl der Epochen an fast jeder Ecke. Selbst wer sich nur treiben lässt, stößt früher oder später auf ein bekanntes Monument, eine Kirche oder ein Museum von Weltrang. Wie genussvoll das Leben sein kann, beweisen die Römer in ihren Restaurants, Eiscafés und Trattorien. Und obwohl Städtebau fast alle Grünflächen verschlungen hat: Auch in Rom finden sich ruhige grüne Ecken – ideale Orte zur Erholung bei einem Kurztrip in die Hauptstadt Italiens.

Stell- und Campingplätze
LGP area di sosta
Via Casilina 700
GPS: 41°52‘32.9«N/12°33‘19.0«O
Videoüberwachte Stellplätze neben dem Park Centocello mit guter Nahverkehrsanbindung, Tickets im Kiosk erhältlich.
Infos: www.lgproma.it


Camping Village Roma
Via Aurelia 831
GPS: 41°53‘17.2«N/12°24‘17.9«O
Stellplätze mit Strom- und Wassersäulen, 15 Minuten Fahrzeit im Shuttlebus bis ins Zentrum.
Infos: www.ecvacanze.it

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