Zu Gast bei Goldschmitt von Inge Gaebel
Goldschmitt techmobil GmbH
Betriebsstätte Walldürn
Industrieparkstr. 1–2 · D-74731 Walldürn
Tel. 06283-2229600
www.goldschmitt.de

Damit nichts schief steht …
Das Wohnmobil steht bereits in der Werkhalle: Ein Carthago chic c-line auf Basis des Fiat Ducato X 250 mit langem Radstand auf Alko-Chassis. Er wird heute mit einem Satz Goldschmitt-Stützen des Modells HST Tele Pro Basic aufgerüstet. Klassische Chassis sind für eine starke Belastung von oben gebaut, Abstützungen von unten gleichen das aus. Die Goldschmitt-Hubstützen sollen aber nicht nur Fahrzeuge auf dem Stellplatz vollautomatisch in die Waage bringen, sondern auch dafür sorgen, dass man bequem Wasser ablassen oder es nötigenfalls auf einer Seite ein wenig absenken kann. Das erleichtert nicht nur die Reinigung ablaufenden Wassers, sondern hilft auch beim Beladen mit schweren Motorrollern. Die Besonderheit des Hauses ist die „rote Nase“, eine gut sichtbare Kappe, die an jedem Stützenkopf sitzt: Dahinter steckt ein Sicherheitsventil, das auch bei einer Beschädigung des Hydraulikschlauches dafür sorgt, dass die Stütze sich nicht unverhofft absenkt. Es ist so stabil, dass sogar auf einen Wagenheber verzichtet werden kann, das spart dem Nutzer bis zu 25 Kilogramm Gewichtsanteil. Das ganze System kann in den CAN-Bus des Fahrzeugs integriert werden und ist damit diagnosefähig. Sicherheit wird groß geschrieben, und der Hersteller sichert abrisssichere Leitungsführungen und besonders abgedichtete Kolben zu.
Sergej Schneider erklärt, warum bei diesem speziellen Fahrzeug nicht zur Variante Swingstar gegriffen wurde und warum man hier mit einer Teleskopstütze prima zurechtkommt: Das Modell ist abhängig von der Montagesituation unter dem Fahrzeug. Natürlich wird man die Stütze immer so nah wie möglich an der Achse befestigen, da dies aus Gründen der Lastverteilung ideal ist. Doch zuweilen sitzt dort ein Tank oder ein anderes Bauteil und dann muss die Platzierung nach hinten verlagert werden. Insgesamt darf die Bodenfreiheit nicht zu klein werden, wünschenswert sind 18 Zentimeter im Bereich der eingefahrenen Stütze. Eine gedachte Linie vom Boden unter der Radmitte bis zum Ende der Hecktraverse gibt eine Schräge an, die niemals unterschritten werden darf – würde doch sonst die Hubstütze beim Aufsetzen des Hecks den Rahmen des Fahrzeugs beschädigen. Erst wenn sich diese Eckdaten aufgrund der Fahrzeug-Geometrie nicht einhalten lassen, wird man zu einer Klapp-Stütze greifen, die im Krisenfall nach hinten klappt und das Fahrzeug wieder auf die eigenen Räder ablässt. Für den Carthago hat man sich zur Tele-Star Pro entschieden, da sie die knappen Platzverhältnisse ideal nutzt und mit der geringen Einbauhöhe gut zurechtkommt. Das System ist recht leicht und nutzt die in der Kolbenstange sitzende Hohlbohrung zur Ölversorgung. Die beweglichen Teller der Tele-Star Pro lassen sich wie bei fast allen anderen Modellen auswechseln, falls dies mal nötig werden sollte. Schauen wir mal, wie das System eingebaut wird.
Das Pumpenaggregat wird in diesem Fahrzeug im Korpus der Sitzbank montiert. Da es Kondenswasser nicht so gerne mag, wird es üblicherweise im Innenraum des Fahrzeugs montiert, der Kabeldurchbruch nach unten mit Silikon versiegelt. Das dichtet einerseits zuverlässig ab, ermöglicht aber auch jederzeit den Ausbau der Anlage, zum Beispiel, wenn der Wagen später einmal verkauft und die Anlage ins nächste Mobil übernommen werden soll.
Nun wird ein Kabelbaum zwischen Wohnraumbatterie und Pumpe gezogen und die Kabel angeschlossen: Das Bedienteil wird angeklemmt. Dieses sitzt im Carthago gleich neben der Eingangstür und ist damit immer praktisch zu erreichen. Unter dem Fahrzeug montieren derweil zwei weitere Kollegen die Stützen an den Rahmen. Je nach Fahrzeugmodell werden vorhandene Bohrungen am Rahmen genutzt oder mit der Bohrmaschine hinzugefügt, damit die Stützen die Fahrzeuglast gut verteilt aufnehmen. Die Kanten, an denen die Hydraulik-Schläuche liegen werden, erhalten einen zusätzlichen Schutz, damit hier später nichts scheuern kann. Die Schläuche verkraften einen Druck von bis zu 180 bar. Am Stromkasten verarbeitet Waldemar Zimmer das wichtige Not-aus-Kabel: Auf D plus liegend, gibt es sofort ein Signal, dass die Hubstützen hochgefahren werden, wenn der Motor gestartet wird. So ist sichergestellt, dass keine Schäden entstehen, wenn der Motor versehentlich gestartet wird, obwohl die Stützen noch ausgefahren sind. Nun wird die Pumpe mit Hydrauliköl HLP22 befüllt und verschlossen. Der Vorteil des geschlossenen Systems liegt auch darin, dass sich kein Öl verbraucht und die innen liegende Anlage damit wartungsfrei ist.
Die Montage ist nun soweit abgeschlossen, es geht ans Feintuning: Die Anlage wird erstmals in Betrieb genommen, die Stützen werden ein- und ausgefahren und manuell entlüftet, alles wird ausprobiert. Zu guter Letzt wird die Waage eingerichtet: Das Fahrzeug wird mit einer geeichten Wasserwaage manuell ausgerichtet und die elektronische Waage daran eingepeilt. Ein Kollege sprüht die Hubstützen noch einmal mit einem Schmiermittel ein, doch dies geschieht nur bei der Erstmontage. Später im Einsatz ist dies kaum mehr erforderlich, es sein denn, das Fahrzeug würde sehr lange ohne Stützbewegung stehengelassen. Nur in diesem Fall würde man äußere Verunreinigungen mit einem Lappen beseitigen und den Stützen noch einmal eine kleine Sprüh-Schmierung gönnen.
Alles in allem ein Tag Arbeit mit drei bis fünf Mitarbeitern: Schläuche verlegen, Kabel ziehen, Bedienteil montieren, alle Teile, die scheuern könnten, gegen Beschädigungen schützen, Bodendurchbrüche abdichten, einstellen, prüfen. Es macht Freude zu sehen, dass die Mitarbeiter des Hauses gut gelaunt sind, sich gegenseitig Handreichungen geben und zügig vorankommen. Zum Abschluss noch eine Probefahrt, dann ist alles fertig. Ab jetzt genügt ein Knopfdruck, um das große Fahrzeug schön eben abzustellen. Stellt sich nur noch die Frage: Weiterfahren oder noch ein Steak.

Goldschmitt Bistro-Restaurant
Dieter Goldschmitt empfängt das CAMP24Magazin persönlich.

Dieter Goldschmitt empfängt das CAMP24Magazin persönlich.

Lecker Steak und Musik
Am Vorabend des CAMP24 Montage-Besuch bei Goldschmitt konnte unsere Redakteurin, Inge Gaebel, sich das Kochen im Reisemobil schenken. Gleich neben dem bestens ausgestatteten Stellplatz an der Goldschmitt-Werkhalle in Walldürn lockt nämlich das Bistro-Restaurant Goldschmitts. Hier empfängt unsere Redakteurin Dieter Goldschmitt; der frühere Inhaber des Fahrwerk-Profis nebenan ist für das Haus weiter als Markenbotschafter tätig, und seine Leidenschaft für die technischen Produkte ist immer noch spürbar. Sein neuer Fokus liegt jedoch nun auf der Entwicklung seines gastronomischen Angebots – im Goldschmitts gibt es lecker Steak und Salat. Das Bistro ist beim Besuch von CAMP24 mitten im Erweiterungsumbau. Die Baustelle zeigt, was hier werden wird: Platz für rund 200 Gäste, kleine, traute Tische, lange Tafeln für Geselligkeit. Hier können Reisemobil-Clubs ihre Treffen zünftig ausrichten, es gibt deftige Burger oder Steak, Platz zum Feiern innen und außen, Gitarre und Klavier stehen für Musiker bereit – egal ob Profi oder Liebhaber. Seit dem 6. März ist nun eröffnet, die Saison kann beginnen!


35 Jahre Goldschmitt

Jubilieren– Firmengründer und jetziger Mar- kenbotschafter Dieter Goldschmitt und die beiden Geschäftsführer Mar- kus Mairon und Gunnar Edler (v.l.). Foto: Goldschmitt

Jubilieren– Firmengründer und jetziger Mar- kenbotschafter Dieter Goldschmitt und die beiden Geschäftsführer Mar- kus Mairon und Gunnar Edler (v.l.).

> HIER finden Sie weitere Informationen zum Firmenjubiläum von Goldschmitt <

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