Städte-Tour – Stockholm von Mathis Paus
Tourist-Info
Stockholm Besucher-Zentrum
Kulturhuset | Sergels Torg 5 · 103 27 Stockholm
www.visitstockholm.com

Aus der Luft ähnelt Stockholm eher einem Flickenteppich als einer Millionenmetropole. Die schwedische Hauptstadt, die aus insgesamt 14 zusammenhängenden größeren und kleineren Inseln besteht, ist umgeben und durchzogen von blauen Bächen, Buchten und Seen. Ein Naturparadies inmitten einer Großstadt. Nicht von ungefähr gilt Stockholm deshalb auch als das „Venedig des Nordens“. Nur die Temperaturen können mit der italienischen Hafenstadt nicht ganz mithalten.
Die Wintermonate sind eisig und sehr dunkel. Dann liegt über Stockholm ein schwerer Schleier aus Nebel und Dunst, die Sonne schafft es nur für wenige Stunden durch die Wolken. Auch im Sommer erreichen die Temperaturen gerade so die 20-Grad-Marke. Doch wer glaubt, die Bewohner lassen sich von der Melancholie des Wetters umarmen, der irrt. Denn laut einer EU-Studie liegen die Schweden auf der europäischen Zufriedenheitsskala auf Platz zwei, getoppt nur von den Nachbarn aus Dänemark. Warum das so ist, lässt bereits der Besuch der Altstadt erahnen.
Gamla Stan, von der malerischen Bucht Riddarfjärden eingeschlossen, hat sich mit seinen engen Gassen und dem prächtigen königlichen Schloss, das noch heute Sitz der schwedischen Monarchie ist, den mittelalterlichen Charme vergangener Zeiten erhalten. Auf Kopfsteinpflaster geht es an farbenprächtigen Giebelhäusern und modernen Galerien entlang, angrenzende Cafés versprühen einen Duft von frischem Kaffee und süßen Zimtwecken. Den Rahmen dieser Kulisse bildet auch hier die Natur. Vor allem das Wasser und das Grün der Parkanlagen, das bereits Anfang Mai seine volle Farbenpracht entfaltet. Mittendrin die vielen Menschen, die statt aufreibender Hektik eine gelassene Stimmung verbreiten.
Und die ist auch bitter nötig, wenn die Bewohner inmitten der Stadt ihre Angelschnüre auswerfen, um Fische zu fangen. Ein Drittel der Fläche Stockholms ist aus Wasser, und das ist von so hoher Qualität, dass Lachse ohne Bedenken geangelt und anschließend verzehrt werden können. Wem selbst das zu hektisch erscheint, der sollte den Ekoparken besuchen, ein geschützter 56 Quadratkilometer großer Nationalpark. Das Gelände schmiegt sich an die Innenstadt an, um der schwedischen Naturverbundenheit Rechnung zu tragen.
Am längsten Tag des Jahres wird getanzt
Der Duft der vielen Fliederbüsche schwebt wie eine Wolke über Stockholm und führt den Besucher von einem Park zum nächsten. Ein ganz besonderer Freizeitpark ist das Skansen, ein Freilichtmuseum aus Häusern und Höfen, in dem fünf Jahrhunderte schwedische Kulturgeschichte erlebbar sind – authentisch von Menschen in traditioneller Tracht dargestellt. Darüber hinaus beherbergt Skansen auch den Stockholmer Tierpark, der sich im Juni als Partywiese entpuppt. Denn dann ist Mittsommer, das große Fest zur Sommersonnenwende, das in skandinavischen Ländern eine ähnlich große Bedeutung wie Weihnachten hat. Die Nacht wird dann zum Tag. Es wird mit der ganzen Familie und Freunden gefeiert und um einen brennenden Maibaum getanzt. Dazu wird eingelegter Hering gereicht und viel Schnaps getrunken, der die dunklen Stunden des Winters wieder vergessen macht.


Unterwegs in der Stadt
Stockholm mit dem Wohnmobil zu erkunden, kann zu einer nervenaufreibenden Angelegenheit werden. Ratsam ist es vielmehr, sich die 14 Inseln mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erschließen. Vor allem die U-Bahn ist schnell, zuverlässig und relativ günstig. Ein Tagesticket kostet um die 112 Kronen (ca. 12 Euro). Kinder unter sieben Jahren in Begleitung von Erwachsenen fahren kostenlos. Das gilt auch für Fahrten mit dem Bus. Die Stockholm-Karte bietet zahlreiche Vergünstigungen in Museen und anderen Attraktionen, gleichzeitig berechtigt sie zum Fahren mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln.
www.sl.se | www.visitstockholm.com


Rundfahrten
Sicher keine klassische Rundfahrt, aber die spektakulärste Anreise nach Stockholm, ist die Einfahrt durch den Schärengarten direkt in die schwedische Metropole mit einer Fähre. Die kleinen felsigen Inseln, die im eigentlichen Wortsinn nichts mit Gärten zu tun haben, sind in der Eiszeit entstanden und sorgen für ein Landschaftsbild der besonderen Art – direkt vor der Haustür der Hauptstadt. Insgesamt fahren drei Fährlinien täglich die Route ins Stadtzentrum von Stockholm. Wer lieber selber am Steuer sitzt, kann sich ein Boot mieten und den Hafen auf eigene Faust erkunden.
www.tallinksilja.com | www.vikingline.de | www.birka.se


Sehenswertes
Die U-Bahn ist nicht nur geeignetes Verkehrsmittel, um in Stockholm von A nach B zu kommen, sie und ihre Stationen gelten auch als die „längste Kunstgalerie der Welt“. Beinahe alle 110 U-Bahn-Stationen sind mit Kunstwerken ausgeschmückt. Weit über 100 schwedische Künstler haben sich an diesem Projekt beteiligt. Herausragend sind die Arbeiten in den Stationen Kungsträdgarden, T-Centralen und Radhuset. Neben den einfachen U-Bahn-Fahrten gibt es auch gesonderte Führungen durch die urbane Kunsthalle.
www.visitsweden.com


Museen
Die schwedische Hauptstadt lockt jedes Jahr zahlreiche Besucher in ihre Museen. Am besten mit der Straßenbahn raus nach Djurgarden: Neben Cafés und Gasthäusern liegen hier einige der wichtigsten Kulturadressen wie das Aquaria Vattenmuseum (Falkenbergsgatan 2) oder das Spritmuseum (Djugardsvägen 38), ein Museum über die Geschichte des Alkohols. Auch das meistbesuchte Museum Skandinaviens, das Vasa-Museum (Galärvarvsvägen 14), findet sich hier. Das Museum zeigt das fast vollständig erhaltene Kriegsschiff „Vasa“, das 1628 auf seiner Jungfernfahrt sank und erst 300 Jahre später wieder geborgen werden konnte.
www.aquaria.se | www.spritmuseum.se | www.vasamuseet.se


Kirchen
Die älteste Kirche der Stadt steht in Gamla Stan. Die St. Nikolai Stockholm (Trangsund 1) – häufig auch Storkyrkan genannt – gilt als die Kirche der Könige, da sie bis 1907 die Krönungskirche der schwedischen Könige war. 2010 war sie Schauplatz der royalen Hochzeit von Prinzessin Viktoria und Daniel Westling. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Dom zu Uppsala und aufgrund seiner Größe nicht zu übersehen. Das höchste Kirchengebäude Skandinaviens misst 118,7 Meter. An Sonntagen gibt es Führungen durch die gotische Kathedrale.
www.uppsaladomkyrka.se


Spezialitäten
Die traditionelle schwedische Hausmannskost findet sich auch in Stockholm wieder. Die Gerichte bestehen zumeist aus Kartoffeln, Fleisch und Fisch. Ein Klassiker ist Janssons frestelse, ein Kartoffelauflauf mit Anchovis, Zwiebeln und Sahne. Bekannt aus jeder Ikea-Filiale sind Köttbullar, gebratene Fleischbällchen aus Rind- und Schweinehack mit brauner Sauce und Preiselbeeren. Unbedingt probieren: Älg, Elch. Zum Beispiel zubereitet als Gulasch oder als Steak.
www.visitsweden.com


Restaurants
In Stockholm gibt es eine breite Auswahl an exzellenten Restaurants: Das Spisa hos Helena (Scheelegatan 18) bietet seinen Gästen internationale und schwedische Küche bei schönem Ambiente. Der Service ist hervorragend. Das Mäster Anders (Pipersgatan 1) punktet mit seinen Fisch- und Fleischgerichten, die über dem Holzkohlegrill zubereitet werden, und dem Bar-Charme der Fünfzigerjahre. Typisch schwedische Gerichte reicht das Prinsen (Mäster Samuelsgatan 4). Neben der guten Küche sorgt das antike Flair für eine warme Wohlfühlatmosphäre.
www.spisahoshelena.se | www.masteranders.se | www.restaurangprinsen.eu


Cafés
Die Stockholmer lieben guten Kaffee und nehmen sich gerne Zeit für eine Tasse. Das Kafé Esaias (Drottninggatan 102) ist 2014 zum besten Café der Stadt gekürt worden. Es überzeugt neben dem geschmackvoll zubereiteten Heißgetränk mit einer großen Auswahl an leckeren belegten Baguettes, Broten und Salaten. Kaffee ist im Pärlans Konfektyr zwar nur Nebensache, aber der Besuch lohnt dennoch.
Die handgemachten Süßwaren sind so köstlich, dass es garantiert nicht bei der ersten Praline bleibt. Zudem beeindrucken das liebevolle Design des Shops sowie der zuvorkommende Service.
www.kafeesaias.se | www.parlanskonfektyr.se


Bars
Das Nachtleben in Stockholm ist facettenreich und konzentriert sich um den Järntorget und Kornhamnstorg, den beiden zentralen Plätzen in Stockholms Altstadt. Eine gute Bar mit Livemusik ist das Engelen direkt am Kornhamnstorg. Es öffnet schon ab 16 Uhr und schließt erst in den Morgenstunden. Musik aufs Ohr gibt es auch im Stampen (Stora Nygatan 5): In schummeriger Bar-Atmosphäre wird Jazz gespielt und Cider getrunken. Eine Institution im Nachtleben ist das Riche (Birger Jarlsgatan 4). Die Getränkeauswahl ist riesig. Bekannt ist die Bar für ihre Cocktail-Kreationen.
www.engelen.se | www.stampen.se | www.riche.se


Snus
An der Supermarktkasse in Deutschland wählen Raucher ihre Zigaretten-Marke aus, in Schweden ihren Snus. Der Oraltabak ist in ganz Skandinavien beliebt und wird einfach unter die Oberlippe geklemmt. Dort entfaltet das Nikotin seine berauschende Wirkung. Der Pro-Kopf-Tabakkonsum ist auf einem ähnlichen Niveau wie in Deutschland, jedoch wird der Hauptteil in Schweden als Snus verkauft. Der Tabak für den Mund gilt als Genussmittel und sogar als Kulturgut in Schweden.


Einkaufen
Stockholm weist keine speziellen stadt­typischen Souvenirs auf. Vielmehr treffen Besucher beim Stadtbummel auf Liebgewonnenes und Gewohntes, wie die Modemarken H&M und Vero Moda. Das gilt ebenso für schwedisches Möbeldesign. In dem Shoppingcenter Gallerian (Hamngatan 37) versammeln sich alle bekannten Marken unter einem Dach. Für Kauflustige, die auf der Suche nach dem Besonderen sind, bietet sich das Viertel Södermalm an. Hier gibt es Flohmärkte, Trödel und Secondhandshops, die zum Verweilen und Stöbern einladen.
www.gallerian.se


Kultur
Die Berwaldhalle (Dag Hammarskjölds väg 3) steht seit 1979 für klassische Musik der Extraklasse. Nicht nur die Musik des Orchesters begeistert, auch die Architektur des Gebäudes. So schmiegt es sich, bei einem Platzangebot für insgesamt 1.300 Gäste, an einen fünf Millionen Jahre alten Granitberg an. Wer sich für Fotografie interessiert, ist im Fotografiska (Stadsgardshamnen 22) gut aufgehoben. In Ausstellungen werden heimische und internationale Künstler mit ihren Werken gezeigt.
www.fotografiska.eu


Mit Kindern
Stockholm bietet Familien mit Kindern viel Abwechslung. Highlight ist das Junibacken (Galärvarvsvägen), ein Museum speziell für den Nachwuchs, das inspiriert ist von den Büchern Astrid Lindgrens. Die Überraschung ist besonders groß, wenn Pipi Langstrumpf oder Ronja Räubertochter den Kleinen gegenüberstehen. Ebenfalls interessant für Jung und Alt: das Schmetterlings und Vogelhaus, das auch seltene Pflanzen und
Fische beherbergt. Für Abenteuerlustige gibt es dann noch den Gröna Lund, ein Vergnügungspark mit Achterbahn.
www.junibacken.se | www.fjarilshuset.se | www.gronalund.com


Natur und Erholung
Im Süden der Insel Djurgarden führt eine einfache Holzbrücke hinüber zu einer auf den ersten Blick unscheinbaren Insel: Beckholmen. Ist die Brücke einmal überquert, eröffnet sich einem eine ganz neue Facette Stockholms. Zwischen Anlegern und Kränen liegen drei Docks, in denen Schiffe repariert werden. Ein interessantes maritimes Umfeld, das sich in den ersten urbanen Naturpark der Welt nahtlos einfügt. Ein Ort der Stille und der Aussicht ist das Observatorielunden im Stadtteil Vasastaden, ein 42 Meter hoher Hügel auf dem die Klima- und Wetterdaten festgehalten werden. Picknicken und das Panorama genießen.
www.visitstockholm.com


Umgebung
Schwedens Hauptstadt Stockholm ist umgeben von rund 30.000 Schären, den kleinen felsigen Inseln. Die grandiose Naturlandschaft ist ein Paradies für Wassersportler, Segler, Naturfreunde und Sonnenanbeter. Nur ein Bruchteil der einzigartigen Gesteinsformationen ist bewohnt, und so gibt es auch für Abenteurer viel zu entdecken. Während der Sommermonate zieht es die Stockholmer hinaus in diese zerklüftete Wasserlandschaft. Bei Touristen ist die Insel Grinda, die in rund zwei Stunden mit der Fähre zu erreichen ist, besonders beliebt.
www.grinda.se


Fazit
Die schwedische Hauptstadt ist immer eine Reise wert. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Königsschloss, dem Vasa-Museum oder dem Junibacken und den touristischen Flaniermeilen der Altstadt bietet Stockholm mit seinen 14 Eilanden ein hohes Maß an Abwechslung. Stadt und Natur sind sich wohl in keiner Weltmetropole so nah beieinander. Stockholm und seine Bewohner sind weltoffen und elegant, dabei haben sich Stadt und Menschen einen sympathischen kleinstädtischen Charme bewahrt, der große Lust auf ein Wiederkommen macht.

Reisemobil-Stellplätze | Campingplätze
Langholmens Husbilcamping
Skutskepparvägen 1
GPS: 59°19’12’’N/18°1’55’’E
Der Stellplatz liegt direkt unter einer Brücke auf der Insel Langholmen. Saison ist von Mitte Mai bis Anfang September. Die Entfernung zur Stockholmer Altstadt Gamla Stan beträgt nur 2,5 Kilometer.
Infos: www.husbilstockholm.se


Tantolundens Husbilcamping
Ringvägen 24
GPS: 59°18’44’’N/18°3’11’’E
Der Stellplatz befindet sich inmitten des Zentrums von Stockholm.
Infos: www.husbilstockholm.se

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