Anbau einer Anhängerkupplung an ein Wohnmobil von Volker Hammermeister
Alle Teil auf einen Blick: Die Anhängerkupplung und der Elektro-Einbausatz.    Foto: Volker Hammermeister

Alle Teil auf einen Blick: Die Anhängerkupplung und der Elektro-Einbausatz.

Technische Daten
Anhängerkupplung:

    • Typ: AHK/ ACVA 125-0-1
    • Hersteller: Liberco Systems
    • Preis: 553,– Euro

Elektro-Einbausatz:

    • Typ: No. 21060534J Ford
    • Hersteller: Jaeger Automotive
    • Preis: 214,– Euro inklusive Dauerplus (25,– Euro)

Montage im Fachbetrieb: circa vier Stunden zuzüglich Verbrauchsmaterial wie elektrische Verbinder oder Kabelkanal

Maßgeschneidert
Gerade beim Sonderfahrzeug „Reisemobil“ treibt der unterschiedliche Montageaufwand einer Anhängekupplung die Kosten in deutlich unterschiedliche Höhen, weiß Dirk Fiedler von Schafhäutle Reisemobile in Kirchheim am Neckar, der eine Vermietflotte von 140 Wohnmobilen dirigiert: „Wir kalkulieren bei einer normalen Montage mit Dauerplus von der Aufbaubatterie vier Stunden.“ Das betrifft den Fall „Anhängerkupplungen für Serienfahrgestelle mit geprüfter Rahmenverlängerung“, wie bei dem Chausson 617 auf der neuen Ford-Basis, bei dem wir die Probe aufs Exempel machen.
Beim Typ „Standard-Anhängerkupplungen für Serienfahrgestelle mit Überhängen, bei denen keine oder eine nicht tragfähige Rahmenverlängerung montiert ist“ wird der Aufwand jedoch entsprechend höher. Da schützt nur ein genauer Kostenvoranschlag bei der Auftragsvergabe vor bösen Überraschungen.
Die Montagesätze für die Anhängerkupplung von Liberco Systems und die elektrische Verkabelung von Jaeger sind erfreulich vollständig. Sie müssen nur noch mit wenigen Kleinteilen wie einem flexiblen Kabelkanal ergänzt werden. Der ist zwar nicht vorgeschrieben, aber immer eine gute Langzeit-Investition.

Kein Hexenwerk: Standardwerkzeuge zur Montage; das Trailer-Diagnosegerät hat nur der Profi.   Foto: Volker Hammermeister

Kein Hexenwerk: Standardwerkzeuge zur Montage; das Trailer-Diagnosegerät hat nur der Profi.

Ford sieht in der Rahmenverlängerung bereits die Bohrungen für die Schraubverbindungen vor. Die Distanzscheiben und Anbindungsplatten für den eigentlichen Träger der Anhängerkupplung passen perfekt. Der Meister, Jürgen Weiß, setzt zunächst alle Komponenten provisorisch zusammen, auch den Winkel für die Steckdose. Dann folgt der große Auftritt von Schraubenschlüssel, Ratsche und am Ende die Kontrolle, ob der Kugelkopf in der Höhe den Vorschriften entspricht. Alles klar. Schließlich fehlt nur noch der Anzug der Verschraubung mit dem Drehmomentschlüssel.
Nächster Akt: die Elektrik. Dazu muss der Ford erst einmal die Anschlüsse mit den konfektionierten Buchsen freigeben. Sie befinden sich auf der Fahrerseite gut versteckt hinter einer Blende der Trittstufe. Dort sind auch der mit einer Gummitülle verschlossene Karosseriedurchbruch für den Kabelstrang und der elektrische Massenkontakt. Jürgen Weiß klemmt den Minuspol der Fahrzeugbatterie ab und schließt den Kabelstrang der Firma Jaeger an. Jetzt geht es unter dem Ford weiter. Weiß setzt einen Kabelkanal ein. „Das ist zwar nicht vorgeschrieben, hat sich aber als zusätzlicher Schutz bewährt.“
Jaeger gibt in der Einbauanleitung Hinweise, an welchen Stellen des Unterbodens die Kabelbinder befestigt werden sollen. Jürgen Weiß hat seine eigene Philosophie: „Ich gehe auf „Nummer Sicher“ und suche mir solide Punkte, über die nicht schon andere Kabelstränge laufen.“ Nun steht die richtige Verdrahtung der Steckdose an, was nach einem gründlichen Studium der Einbauanleitung kein Problem ist. Fehlt nur noch das Einstecken und Befestigen des CAN-Bus-Trailer-Moduls, das Anbringen der Blenden im Fahrereinstieg, die Montage der Steckdose und das Verlegen der Leitung für Dauerplus.
Die Wohnmobilbatterie für den Aufbau befindet sich beim Ford unter dem Beifahrersitz. Dazu müssen einige Verkleidungen angehoben oder gelöst werden. Jürgen Weiß schließt das mit einer Sicherung versehene Kabel für Dauerplus an der Batterieschelle an. Nach dem Wiederanklemmen des Massepols an die Fahrzeugbatterie dann das große Finale: Am Diagnosegerät, das einen Anhänger simuliert, brennen alle Kontrollleuchten. Und das frisch auf dem Querträger aufgeklebte Typenschild schließt als i-Tüpfelchen die Arbeit ab.

Profi-Tipp
Das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers, die zulässige Anhängelast des Fahrzeuges, die maximale Stützlast und das zulässige Gesamtgewicht des Zuges dürfen nicht überschritten werden. Diese Werte sind aus den Fahrzeugpapieren des Zugfahrzeuges bzw. des Anhängers ersichtlich. Die technisch zulässige Anhängelast des Zugfahrzeuges ist in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter Ziff. O.1 (gebremst) und Ziff. O.2 (ungebremst) festgelegt. Zu beachten ist, dass unter Ziff. 33 (Bemerkungen) oft noch eine Erhöhung eingetragen ist. Diese Lasterhöhung ist dann in der Regel mit einer Steigungsbegrenzung verbunden, was in bergigen Regionen zu beachten ist. Das Gesamtgewicht des Zuges ist unter Ziff. 22 und die maximal zulässige Stützlast unter Ziff. 13 definiert. Das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers findet man in dessen Zulassungsbescheinigung Teil I unter Ziff. F1, (technisch zulässige Gesamtmasse). Ganz wichtig ist hierbei, dass das maximale Gesamtgewicht des Zuges nicht überschritten werden darf.
Es empfiehlt es sich, die zulässige Stützlast auszunutzen und die Ladung so zu positionieren, dass der Schwerpunkt möglichst tief gehalten wird. Dies beeinflusst das Fahrverhalten positiv.

02_anbau_anhaengekupplung_art_camp24magazinDas CAMP24Magazin hat Werkstatt-Meister Jürgen Weiß , von Schafhäutle Reisemobile, beim Anbau einer Anhängerkupplung mit der Kamera über die Schulter geschaut.
-> HIER geht es zur Fotostrecke. Oder einfach auf das Foto klicken.

 

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