Städte-Tour – Athen von Mathis Paus
Tourist-Info
Amalia Str. 26a · Athen
Tel.: 0030-210-3310716
www.visitgreece.gr

Dutzende Touristen stehen in der Mittagshitze in Grüppchen vor den antiken Ruinen, lauschen bewaffnet mit Fotoapparaten den Fremdenführern. Die Steine auf dem Boden sind heiß und staubig. Eine Schicht aus feinem Sandstein bedeckt die Schuhe. Hier und da erklingen Hammerschläge zwischen den Säulen, Restaurateure feilen hinter den Absperrungen an tonnenschweren Marmorblöcken mit filigranen Meißeln. Ein ganz normaler Sommertag auf Athens Akropolis.
Das Wahrzeichen Griechenlands ist das bekannteste Monument der Antike und heute der Touristenmagnet der Hauptstadt. Ein Besuch des Nationaldenkmals gehört zum Pflichtprogramm einer jeden Athen-Reise. Zum einen, weil auf dem 156 Meter hohen Felsplateau der Panoramablick über die Fünf-Millionen-Metropole atemberaubend und bei gutem Wetter sogar der Hafen von Piräus zu sehen ist. Zum anderen, weil vor allem der bekannteste Tempel der ehemaligen Festungsanlage – der Parthenon – 2.500 Jahre Geschichte erlebbar macht. Es sind die in mühevoller Kleinarbeit wieder zusammengesetzten Säulen des Tempels, die das Bild der Menschen von der Akropolis prägen. Daran ändern auch die fertigen und fast fertigen Bauten – Beulé-Tor, die Propyläen, der Nike-Tempel, das Erechtheion, die alle im 5. Jahrhundert entstanden – auf der felsigen Anhöhe nichts.
So sehr sich die Oberstadt Athens herausputzt, so sehr blüht auch der Rest der Metropole auf, trotz Finanzkrise. Der Grund dafür liegt schon ein paar Jahre zurück, aber noch heute sind die Auswirkungen spürbar. Die Olympischen Spiele 2004 in Athen haben Investitionen in die Infrastruktur möglich gemacht, die den abschreckenden Ruf Athens aus der Vergangenheit – laut, marode und abgasverseucht – vergessen gemacht haben. So führt eine Fußgängerzone vom Berg in die Innenstadt, direkt entlang am Akropolismuseum, das über eine Siedlung aus dem 7. Jahrhundert gebaut wurde. Besucher bewegen sich scheinbar schwebend durch die Ausstellungsräume, denn in den Boden sind Glasplatten eingelassen, die einen fast 3.000 Jahre in die Vergangenheit blicken lassen.

Lammköpfe und Flachbild­schirme hängen unter der Decke
Weiter lotsen die Wege Spaziergänger an weiteren Sehenswürdigkeiten wie dem Dionysostheater, dem Areopag und der Agora entlang. Alle archäologischen Stätten sind so verbunden und gut erreichbar. Nur 15 Gehminuten entfernt – wem die Füße wehtun, sei die Metro M1 empfohlen – befindet sich das Stadtzentrum. Auf der Athínas, Traditionsmeile der Straßenhändler und beliebte Einkaufsmeile der Athener, gibt es alles, was man braucht und nicht braucht.
Billiguhren, Weihrauch, Heiligenkalender, Gartenschläuche, Oliven, Zeitschriften – ein großer Gemischtwarenladen. Höhe­punkt der Produkt- und Preisschlacht sind die Markthallen der Athína. Sie liegen auf der Hälfte der Einkaufsmeile und sind jeden Vormittag geöffnet. Seit über 100 Jahren werden hier Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse gehandelt. Liebevoll werden Hühner, Schweine und Innereien in den Kühlauslagen drapiert. An so manchem Stand hängt sogar ein Lammkopf von der Decke.
Die wichtigste Neuerung in den altehrwürdigen Markthallen hängt ebenfalls in der Höhe. Riesige Flachbildfern­seher, die in den kundenfreien Momenten für Unterhaltung sorgen. Denn sind die Waren einmal verkauft, leeren sich die Hallen ebenso schnell wie sie sich ge­­füllt haben.


Unterwegs in der Stadt
In Athen sollte getrost auf das eigene Gefährt verzichtet werden. Parkplätze sind echte Raritäten und der teilweise chaotische Verkehr – Sackgassen und Einbahnstraßen – wirkt auf Touristen eher befremdlich. Fast alle antiken Monumente lassen sich einfach und bequem bei einem Spaziergang erkunden. Wem das auf Dauer zu anstrengend ist, dem sei die Metro ans Herz gelegt. Sie durchzieht fast ganz Athen und Besucher gelangen bequem von einem Stadtteil zum anderen. Die Metro fährt täglich ab 5.30 Uhr bis 00.30 Uhr. Ein Tagesticket ist zudem sehr preiswert und kostet nur vier Euro.
www.stasy.gr


Rundfahrten
An nur einem Wochenende ist die Zeit knapp bemessen, um die Kultur, Geschichte und Architektur einer Stadt kennenzulernen. Eine kompakte und individuelle Athen-Tour bieten die Doppeldeckerbusse, bei denen Mitfahrer ein- und aussteigen, wann immer sie wollen. Die 90-minütige Hop-on/Hop-off-Tour, die anhand eines Audio-Guides in insgesamt zwölf Sprachen angeboten wird, fährt neben den bekannten Attraktionen auch die malerischen Nationalgärten um Plaka und Monastiraki mit ihren neoklassizistischen Gebäuden an.
www.rent-a-guide.de


Sehenswertes
Wer die berühmte Akropolis und die Ausgrabungsstätten rund um den Pynx- sowie Nymphen-Hügel mal aus einer anderen Perspektive betrachten möchte, der sollte sich auf den höchsten der drei Athener Hügel begeben. Der Lykabettus (Athens 114) bietet mit seinen 277 Metern einen unvergleichlichen Panoramablick über Athen. Insbesondere am Abend, wenn die Sonne langsam untergeht und am Horizont der Saronische Golf glitzert. Zudem bietet der Aufstieg auch ein bisschen Abenteuer, denn eine unterirdische Standseilbahn (Abfahrt: Aristippou-Straße) dient als Beförderungsmittel. Nordöstlich unter der Bergspitze liegt ein Freilichttheater.
www.greekfestival.gr


Museen
Wenn die sommerliche Hitze zu groß wird, ist es geradezu erholsam, sich in ein angenehm klimatisiertes Museum zurückzuziehen. Die wichtigsten Museen Athens sind das Archäologische Nationalmuseum (28is Oktovriou 44) mit der bedeutendsten Antikensammlung der Welt, das Benaki-Museum (Koumpari 1), hier erlebt der Besucher griechische Geschichte von den Anfängen bis heute, und das Akropolismuseum (Dionysiou Areopagitou 15), das die Schätze der Akropolis beheimatet. Vorsicht allerdings bei den Öffnungszeiten. In den besucherärmeren Monaten schließen die Museen auch gerne vor den offiziellen Uhrzeiten.
www.namuseum.gr | www.benaki.gr | www.theacropolismuseum.gr


Kirchen
Wie ein Fels in der Brandung steht sie inmitten der Ermoú, Athens bekannteste Einkaufsstraße. Die Kapnikaréa-Kirche (Ermou & Kapnikareas St. 10556 Athen) ist ein schönes Beispiel für die im 11. Jahrhundert weit verbreiteten Kreuzkuppelkirchen. Nicht weit entfernt in der Pláka, ein Stadtteil Athens, beherrschen gleich zwei Kirchen das Stadtbild – die Große und die Kleine Mitrópolis-Kirche. Die Große Mitrópolis ist sogar Staatskirche. Sakrale Architekturkunst gibt es in der evangelischen Kirche deutscher Sprache (Christuskirche Odos Sina 68). Die Kirche mit Glockenturm gibt es schon seit über 80 Jahren und ist nach dem Bauhausstil errichtet.
www.evluthathens.ekathen.org


Spezialitäten
Die griechische Küche ist in ihrer Grundstruktur einfach gehalten: Olivenöl, Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln, Fleisch vom Schaf, Ziege oder Huhn sowie Gemüse der Saison. Zu den bekanntesten Vorspeisen gehört der Tzaziki, ein Joghurt angereichert mit Knoblauch und Gurken. Neben diversen Fleischgerichten (z. B. Gyros) kommen vor allem Fisch und Meeresfrüchte auf den Tisch. Trotz ihrer hohen Preise sind Brassen, Seezungen und Meerbarben echte Spezialitäten, die häufig in der traditionellen Fischsuppe (Psarosoupa) verarbeitet und mit Zitronensaft abgeschmeckt werden.


Restaurants
Schönes Ambiente, guter Service und erstklassige Weine verspricht das Aleria (Megalou Alexandrou 57). Außer Sonntags wird hier jeden Tag moderne griechische Küche zubereitet. Hochpreisiger geht es im Balthazar (Vournazou 14) zu, aber es lohnt sich. Leckere Fischgerichte und ein weitläufiger Außenbereich laden zum Verweilen ein. Mit viel Liebe zum Detail ist das Restaurant Petrino (Akadimias 106) gestaltet. Die vielen kleinen Bilder an der Wand sorgen für eine urige Stimmung. Sehr zu empfehlen: die gegrillten Gambas.
www.aleria.gr | www.balthazar.gr | www.petrinorestaurant.gr


Cafés
Die Neuzeit macht vor der Tradition nicht Halt: Das alte Kafenion, wo die Männer unter sich sind, gibt es in Athen kaum noch. Vielmehr gleichen sich auch hier immer mehr die Caféhäuser. Dennoch gibt es noch ein paar Perlen. Das Melina (Lisiou 22) ist immer gut besucht. Neben Kaffee gibt es auch Wein und Cocktails im Angebot. Wer bei einer Tasse Kaffee Sonnenschein im Gesicht haben möchte, sollte das Klepsydra (Klepshydras, Plaka) und seine Terrasse besuchen. Unbedingt die selbst gemachten Süßigkeiten probieren. Das To Kafenion (Epimarchou 1) ist ein Café mit viel Geschichte. Das Gebäude ist über 400 Jahre alt.
www.tokafeneio.gr


Bars
Atemberaubender Blick auf die Akropolis und über 50 handgemachte Cocktails hat die GB Roof Garden Bar zu bieten. Besonderes Highlight: Auf dem Dach des Gebäudes gibt es eine weitere Bar, die ebenfalls mit einem Ausblick über Athen besticht. Eine Institution in Athen ist das Brettos (Kydathineon 41), das seine Besucher mit einer riesigen Getränkeauswahl beeindruckt. Bekannt für seine Weine. Tagsüber Café wird das Skoufaki abends zur Bar. Gute Gin-Auswahl und nettes Publikum.
www.gbroofgarden.gr


Götter und Titanen
Bei nahezu allen Sehenswürdigkeiten stoßen Besucher auf die Namen von Göttern, die an diesen Orten verehrt wurden, oder auf Sagen und Mythen, die mit der jeweiligen Landschaft verbunden sind. Grund dafür: In der Antike gab es eine Vielzahl von Gottheiten, die in das Schicksal der Menschen eingriffen und selbst menschliche Schwächen wie Neid, Missgunst und Eifersucht offenbarten. Die Göttersagen reichen bis ins 2. Jahrtausend vor Christus zurück. Berühmt machten die Dichter Homer und Hesiod die Geschichten.


Einkaufen
Ganz Athen gleicht einem Bazar. So spielen Einkaufs- und Ladenketten auch heute noch eine eher untergeordnete Rolle beim Shoppen. Viele Einzelhändler prägen das Stadtbild und seit es keine offiziellen Ladenschlusszeiten gibt, kann in Athen fast rund um die Uhr eingekauft werden. Die Einkaufsmeile Ermoú bietet von Mode bis Kosmetik alles. Im Stadtteil Plàka gibt es Souvenirs und Bronze-Nachbildungen. Schmuckbegeisterte kommen in der Voukrestiou-Passage auf ihre Kosten. Hier hat auch der berühmte Juwelier Lalaounis eine Filiale (Kallisperi 12).
www.iliaslalaounis.eu


Kultur
Athen besitzt zahlreiche Theater. Ein Besuch lohnt sich allerdings nur, wenn man Griechisch versteht. Nur selten gibt es Aufführungen in englischer Sprache.
Gehobene Unterhaltung gibt es in der Nationaloper, der Lirikí Skiné. Das großartige Ensemble zeigt klassische Werke aus Oper und Ballett. Ungezwungener geht es im Lykavittós-Theater zu. In dem Freilichttheater finden modernes Theater und Popkonzerte vor einer beeindruckende Kulisse statt.
www.nationalopera.gr


Mit Kindern
Athen bietet Familien mit Kinden viel Abwechslung. Platz zum Toben bietet der Nationalgarten (Amalias 1), an dem auch ein kleiner Zoo sowie ein Spielplatz angeschlossen sind. Im Kindermuseum (Kidathineon 14) kann der Nachwuchs sein Können bei der Schokoladenherstellung ausprobieren. Für richtig viel Spaß bei Groß und Klein sorgt der Allou Fun Park (Kifisou Avenue), Athens größter Freizeit- und Vergnügungspark. Eine Verschnaufpause bietet das Museum für griechische Kinderkunst. Hier malt der Nachwuchs in Kreativkursen und stellt anschließend seine Werke aus.
www.hcm.gr | www.allou.gr


Natur und Erholung
Die griechische Hauptstadt Athen ist eine Millionenmetropole, in der es bisweilen ganz schön hektisch zugehen kann. Orte der Ruhe und Erholung sind hier nur die wenigen Parkanlagen. Größere Entspannung verspricht die Attische Riviera, der Küstenabschnitt zwischen Athen und dem Kap Sounion am Saronischen Golf. Die feinen Sandstrände sind kilometerlang und Rückzugsort am Wochenende für viele einheimische Stadtbewohner, die eine Abkühlung im türkisfarbenen Meer suchen.


Umgebung
Echte Postkartenidylle finden Besucher der Insel Hydra. Die zwölf Kilometer lange und bis zu fünf Kilometer breite Felsinsel vor der Südküste der Peloponnes verdankt ihre Anziehungskraft der autofreien Ruhe, denn aller Transport ist nur mit dem Wassertaxi möglich. Über Land sorgen Esel oder Mulis für die Beförderung. Der Hauptort ist durch kleine Gassen verzweigt und noch heute Rückzugsort griechischer Künstler. Eine Übernachtung lohnt sich im Hotel Bratsera, das in einer ehemaligen Schwammfabrik residiert und einen tollen Blick über den Hafen erlaubt.
www.bratserahotel.com


Fazit
Die griechische Hauptstadt ist trotz Finanzkrise immer eine Reise wert. Neben den berühmtesten Sehenswürdigkeiten – der Akropolis und der Pláka – bietet Athen ein hohes Maß an Abwechslung. Die Wiege der Demokratie ist eine der wenigen Metropolen auf der Welt, in der vergangene Jahrtausende noch so real erlebbar sind. Athens Bewohner sind freundlich und vor allem gelassen. Besucher dieser beeindruckenden Stadt sollten daher eine große Portion Geduld an den Tag legen, denn Uhrzeiten und Verabredungen sind hier eher relativ zu betrachten.

Reisemobil-Stellplätze | Campingplätze
Camping Athens
Athinon Ave 198 – 200 · 121 36 Athen
GPS: GPS: 38°00‘31‘‘ N / 23°40‘19‘‘ O
Tel.: 0030-210-5814114
Dieser Campingplatz ist eine Anlage zum Verweilen und gut gelegener Ausgangspunkt, um die Hauptstadt Griechenlands zu erkunden. Hervorzuheben sind die vielen schattigen Stellplätze, die in den heißen Sommermonaten für angenehme Temperaturen sorgen. Der Platz hat ganzjährig geöffnet. Die Preise können zur Hauptreisezeit im Juli und August variieren. Zwei Erwachsene mit zwei Kindern und Wohnwagen müssen pro Nacht mit circa 42 Euro rechnen.
Infos: www.campingathens.com.gr
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