Städte-Tour – Wolfsburg von Mathis Paus
Tourist-Info
Porschestr. 2 · D-38440 Wolfsburg
Tel. 05361-899930
www.wmg-wolfsburg.de

Schon aus großer Entfernung sind sie zu erkennen. Sie recken ihre Köpfe hoch in den Himmel und spucken manchmal schwarzen Rauch in die Luft. Die vier kolossalen Schornsteine der größten Autofabrik der Welt sind längst zum Symbol der Stadt Wolfsburg geworden und in Deutschland ähnlich bekannt wie das Kohlekraftwerk Battersea in London, das einst das Platten-Cover eines Pink-Floyd-Albums zierte. Das VW-Werksareal, auf dem die vier Riesenschlunde stehen, ist inzwischen die größte Touristenattraktion der Autostadt.
Der Automobilkonzern Volkswagen stellt hier jedes Jahr rund 170.000 Fahrzeuge her, die nach und nach mit modernster Technik ferngesteuert in zwei futuristischen 50 Meter hohen Glastürmen akkurat gestapelt werden. Dort warten die Vehikel auf ihre Auslieferung in die Welt. Wer hinter die Kulissen dieses einzigartigen Industrieareals blicken möchte – das zugleich Naherholungsgebiet, Marketingcoup und Kunstraum ist –, der sollte sich in die kleine Bimmelbahn setzen und an einer Werkstour teilnehmen. Los geht’s.
Tief in den Bauch der Fabrik geht es hinein, zwischen gewaltigen Fertigungsstraßen hindurch, in denen all die Fahrzeuge hergestellt werden. Maschinen, die wie stählerne Kraken aussehen, gehen mit ihren gewaltigen Werkzeugarmen den Menschen zur Hand. 30 Prozent des Fertigungsprozesses verlaufen automatisiert. 70.000 Ingenieure, Techniker und Arbeiter erledigen den Rest auf dem insgesamt 6,5 Quadratkilometer großen Gelände, eine Fläche in etwa so groß wie das britische Überseegebiet Gibraltar. In den Produktionsstraßen wird verschraubt, montiert, eingesetzt. Stück für Stück entsteht so ein Auto. Technik, die begeistert, so lautete der Slogan eines anderen Autoherstellers. Hier ist sie Wirklichkeit. Auch in den acht Pavillons der Autostadt, in denen alle VW-Marken sich eigens dem Besucher präsentieren, erfährt man viele interessante technische Hintergründe, zum Beispiel über den Entwicklungs- und Entstehungsprozess der Fahrzeuge. Gleich nebenan wird die Geschichte des Automobils aufgezeigt. Vom ersten Benz bis zum goldenen Käfer.
Das Ufo ist gelandet
Wenig Gold, dafür viel Stahl, Glas und noch mehr Beton hat der Stararchitekt Zaha Hadid verbaut und damit eines der wohl spektakulärsten Gebäude Europas geschaffen. Gleich gegenüber der Autostadt und dem Fußball-Stadion steht das Wissenschaftsmuseum. Das Phaeno könnte aber auch genauso gut gelandet sein, denn es gleicht mehr einem Ufo als einem Museum. Auch das Innere des 9.000 Quadratmeter großen Science-Centers ist nicht von dieser Welt. Über 350 Phänomene aus Naturwissenschaft und Technik versetzen die Besucher ins Staunen. Schatten werden eingefroren, Strom wird gefühlt, Gene entdeckt und ein sechs Meter hoher Feuertornado bewundert. Den besten Blick auf den Feuerblitz hat man im Übrigen von der Wendeltreppe aus, die sich bis unter das Dach schlängelt. Mitmach-Workshops ermuntern Jung und Alt gleichermaßen Naturphänomene zu entdecken und zu verstehen. Wechselnde Sonderausstellungen sorgen zudem für Abwechslung und Lust in das Ufo zurückzukehren.
Wolfsburg hat sich mit diesem Bau ein Wahrzeichen geschaffen, womit sich kaum eine andere Stadt mit wenig mehr als 100.000 Einwohner rühmen kann. Und doch: die Schatten der vier Schornsteine des Kraftwerks überstrahlen. Denn Wolfsburg ist VW und VW ist Wolfsburg.


In der Stadt
Wer Wolfsburg entdecken möchte, muss dafür nicht selbst fahren: Viele Sehenswürdigkeiten sind aufgrund der überschaubaren Größe der Stadt fußläufig zu erreichen. Wem das dennoch zu anstrengend ist, kann auf den öffentlichen Nahverkehr zurückgreifen. Dieser ist gut ausgebaut, Busse fahren fast rund um die Uhr – nur in den frühen Morgenstunden wird es weniger. Für Touristen gibt es eine Tageskarte, die fünf Euro kostet und auf allen Buslinien für 24 Stunden zur Fahrt berechtigt. Eine sportliche Alternative bieten Fahrradverleih-Geschäfte an. Touristen können dabei zwischen City-Rad, Mountain- oder E-Bike wählen.
www.wvg.de | www.meinestadt.de


Rundgänge
An nur einem Wochenende ist die Zeit knapp bemessen, um eine Stadt und seine Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Hier bieten kompakte Stadtrundfahrten die Lösung. Die klassische Stadtrundfahrt im Bus führt die Besucher durch die junge Geschichte der erst 1938 gegründeten Stadt. In einer Stunde werden alle Highlights angefahren, dazu gibt es Hintergründiges zur Historie. Erwachsene zahlen 8,00 Euro, Kinder 6,50 Euro. Auch die Wolfsburger Verkehrsbetriebe bieten Rundfahrten an – im umweltfreundlichen Hybridbus. Wer es skurriler mag und seine Lachmuskeln strapazieren möchte, dem sei die Fahrt mit „Opa Wolter“ ans Herz gelegt: eine Comedy-Tour im Scania-Oldtimerbus.
www.wolfsburg.de | www.wvg.de


Sehenswertes 
Trotz moderner Attraktionen hat die junge Stadt auch von früheren Zeiten zu berichten. So gibt die Altstadt Wolfsburgs einen interessanten Eindruck von Architektur und Lebensgewohnheiten der Vierziger- und Fünfzigerjahre. Der Denkmalverein Fallersleben (Leineweberstraße 4) bietet zudem mit einer historischen Führung einen authentischen Eindruck dieser Jahrzehnte. Ein Zeugnis vergangener Wohnwelten lässt die Besucher in der Museumswohnung (Pestalozziallee) staunen und erahnen, wie man zu Zeiten der Großeltern gelebt hat. Die Wohnung zeigt eine typische Wohnung aus dem Jahre 1942.
www.kulturverein-fallersleben.de | www.nld.de


Museen 
Das Kunstmuseum Wolfsburg (Hollerplatz 1) deutet schon durch sein modernes Gebäude an, was Besucher erwartet: Kunst der Gegenwart und Moderne, zum Beispiel Malerei, Skulpturen, Fotografie, Mode und Design. Eine Dauerausstellung im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum (Schloßplatz 6) ist dem Liederdichter gewidmet, der in der Stadt geboren wurde. Besucher erfahren vom Leben des Schöpfers der Nationalhymne und tauchen in die deutsche Geschichte ein. Speziell über die Wolfsburger Geschichte berichtet das Stadtmuseum (Schloßstraße 8).
www.kunstmuseum-wolfsburg.de | www.hoffmann-von-fallersleben-gesellschaft.de
www.wolfsburg.de/stadtmuseum


Kirchen
Die Stadt Wolfsburg ist erst 1938 gegründet worden und war allein dafür konzipiert, als Wohnort für die Mitarbeiter des Volkswagenwerkes zu fungieren. Aus diesem Grund entwickelte sich eine eigene Stadtgeschichte sowie ein gesellschaftliches Leben erst spät: Religion und Kirchenhäuser hielten in den Fünfzigerjahren Einzug. Daher wird die Stadt heute auch als „Museum modernen Kirchenbaus“ bezeichnet. Im Stadtteil Fallersleben stehen die zwei Hauptkirchen von Wolfsburg. Die katholische St.-Christophorus-Kirche (Am Stemmelteich 2A) gehört wie die evangelische Christuskirche (An der Christuskirche 3) zu den wichtigsten Gotteshäusern.
www.dekanat-wob-he.de | www.kirche-wolfsburg-wittingen.de


Spezialitäten
Kein Wunder, dass das berühmteste Gericht der Stadt mit Volkswagen verbandelt ist: Die VW-Currywurst war ursprünglich ein Werksessen für die Mitarbeiter. Seit die Spezialität mit der warmen Currysauce 1973 ins Leben gerufen wurde, hat sie auch über die Stadtgrenzen hinaus Berühmtheit erlangt. Das Rezept hat VW stets unter Verschluss gehalten, aber mittlerweile kann die berühmte Wurst auch außerhalb der Kantine gekauft und gegessen werden. Die Wurst ist heute so beliebt, dass die produzierten Stückzahlen die Autobauer locker überholt. So standen 2014 6,3 Millionen Würstchen 6,12 Millionen weltweit produzierter Autos gegenüber. Ein Wurst-Absatzplus von gut zehn Prozent.


Restaurants
Das Restaurant „Beef Club“ (Stadtbrücke) offeriert täglich hochwertiges Bio-Rindfleisch. Die Zubereitung passt sich den saisonalen Gegebenheiten an. Gruppen können am „Chef’s Table“ den Köchen bei der Zubereitung zuschauen. Bodenständiger geht es in der „Brackstedter Mühle“ (Zum Kühlen Grunde 2) zu. In idyllischer Landschaft vor den Toren der Stadt bekommt der Gast saisonale und mediterrane Küche geboten. Neben dem leckeren Essen ist der gute Service erwähnenswert. Das „Oniro“ (Hofekamp 7) bietet original hellenische Esstradition. Statt griechischer Fleischberge gibt es viele kleine Leckerbissen wie Calamares, Lammkronen oder geschmortes Wildkaninchen.
www.brackstedter-muehle.de | www.taverne-oniro.de


Cafés
Mitten im Herzen der lebendigen Stadt und doch idyllisch gelegen im Kulturdorf Alt Heßlingen steht das „Atelier Café“ (An der St. Annen Kirche 11). Das alte Fachwerkhaus ist täglich geöffnet und bietet neben selbstgebackenen Kuchen und Torten auch warme Küche an. Das „Superleggra“ (Porschestraße 47a) ist ein guter Tipp für einen kleinen Espresso zwischendurch. Nur ein paar Meter weiter liegt das „Tiziano“, ein italienisches Eiscafé. Das Familienunternehmen stellt seit 30 Jahren sein Eis selber her – Pistazie ist besonders lecker – und setzt dabei auf qualitativ hochwertige Zutaten.
www.ateliercafe.de | www.eiscafetiziano.de


Bars
Fruchtige Cocktails und einen tollen Ausblick über Wolfsburg gibt es in der Skylounge „The View“ (Heinrich-Nordhoff-Straße 2). Auf der Dachterrasse im 6. Stock haben Besucher besonders am Abend einen Traumblick auf die beleuchtete Autostadt. Neben Longdrinks bietet die Bar auch Snacks für den kleinen Hunger. Urig geht es im „Irish Pub Wob“ (Goethestraße 61) zu. Hier erfährt der Gast ein Stück irische Kneipenkultur. Neben diversen Biersorten von der grünen Insel hat das Pub auch ein gutes Sortiment an Whiskysorten. Am Wochenende wird die gute Stimmung durch Live-Musik angeheizt.
www.theview-wolfsburg.de | www.irish-pub-wob.de


All und Sterne
Wolfsburg hat sich in den letzten Jahren zu einem attraktiven Standort entwickelt. Das liegt unter anderem auch am Planetarium (Uhlandweg 2), das mit einer einzigartigen Technik beeindruckt und zu den zehn größten Planetarien in Deutschland gehört. Die Ganzkuppelkonstruktion, die bereits von außen für Aufsehen sorgt, zaubert in Kombination mit einem Sternenprojektor einen eindrucksvollen Sternenhimmel im 360-Grad-Format an die Kuppel. Insgesamt können bis zu 9.000 Sterne an den Himmel geworfen werden. Die Sternenshows zu verschiedenen Themen begeistern Jung und Alt gleichermaßen.
www.planetarium-wolfsburg.de


Einkaufen
Das „Designer Outlets Wolfsburg“ (An der Vorburg 1) ist das einzige innerstädtische Outletcenter Deutschlands und liegt gleich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes. In rund 70 Läden gibt es alles, was das Shopping-Herz begehrt. Vom Hut bis zum eleganten Abendschuh reicht das umfangreiche Sortiment von Business- und Freizeitmode. Kein Wunder, dass das Einkaufsparadies immer gut besucht ist – teilweise locken Rabatte von bis zu 70 Prozent unter dem Herstellerpreis. Ein besonderer Bonus für Einkäufer mit Kindern: Sie können den Nachwuchs in die kostenlose Kinderbetreuung geben. Daneben gibt es noch die „City-Galerie“ (Porschestraße 45), die mit 100 Geschäften keine Wünsche offen lässt.
www.designeroutlets-wolfsburg.de


Kultur 
Das kulturelle Angebot der Stadt wächst stetig. Seit den Siebzigerjahren gibt es das „Theater Wolfsburg“ (Klieverhagen 50), das mit Oper, Operette, Schauspiel, Ballett, Musical und Konzert besticht. Über 100 Titel in rund 170 Vorstellungen pro Spielzeit werden dargestellt. Darüber hinaus bietet Wolfsburg viele Events, wie das Tanzfestival Movimentos, das international bekannte Größen aus der Tanzszene präsentiert. Einen besonderen atmosphärischen Rahmen bietet das Schloss Wolfsburg. Hier finden vor einer malerischen Kulisse Veranstaltungen wie die Internationale Sommerbühne statt. Theater, Musik und Stand-up-Einlagen sorgen für Eindruck.
www.theater.wolfsburg.de | www.wolfsburg.de/kultur/museen/schloss-wolfsburg


Mit Kindern 
Wolfsburg bietet Familien mit Kindern eine Menge Abwechslung. Abenteurer kommen besonders im Hochseilgarten „Monkeyman“ (Allerpark 6) auf ihre Kosten. Direkt in der Stadt erwarten die Besucher vier Parcours ab vier Metern Höhe, die erst ein Ende in 13 Metern Höhe finden. Für die Kleinen gibt es spezielle Routen, die nur einen Meter hoch sind. Badespaß gibt es im Badeland Wolfsburg (Allerpark), Norddeutschlands größtes Freizeitbad. Highlight ist die 109 Meter lange Rutsche, aber auch das Wellenbad oder der Strömungskanal sorgen für nassen Spaß. Eine Familientageskarte (zwei Erwachsene und zwei Kinder unter 18 Jahren) kostet 25 Euro.
www.monkeyman.eu | www.badeland-wolfsburg.de


Natur und Erholung
Der Allerpark ist die grüne Lunge der Stadt und gleichzeitig Multifunktionsareal für Erholung, Freizeit und Sport. Der Park, der eine Gesamtfläche von 130 Hektar aufweist, ist aufgrund des Allersees zudem beliebtes Ausflugsziel für Wassersportler. Aber auch Spaziergänger suchen gerne die Nähe zum Wasser auf, denn hier lässt es sich auf Bänken gut entspannen. Eine drei Kilometer lange Strecke um den Allersee lädt zudem zum Flanieren, Joggen und Inlineskaten ein. Auch ein 850 Meter langer Sandstrand sorgt für echte Urlaubsatmosphäre und Erholung. Jährlich besuchen den Park rund zwei Millionen Menschen.
www.allerpark.net


Fazit
Wolfsburg ist erst am 26 Mai 1938 gegründet worden und damit noch sehr jung. In gerade einmal zwei Generationen hat Wolfsburg sich zu einer der modernsten Städte Deutschlands entwickelt. Der zügige Aufschwung hängt eng mit dem Automobilkonzern VW zusammen. Volkswagen ist mit Abstand der größte Arbeitgeber und Förderer der Autostadt. Ein niveauvolles kulturelles Angebot sowie die großzügigen grünen Naturlandschaften sorgen in Nachbarschaft zum sechseinhalb Quadratkilometer großen VW-Werksgelände für Wohlfühlatmosphäre unter den über 120.000 Einwohnern. Eine spannende Stadt, in der sich ein Besuch definitiv lohnt.

Wohnmobil-Stellplätze | Campingplätze
Campingplatz am Allersee
In den Allerwiesen 5 · D-38446 Wolfsburg
GPS: 52°25‘54.7‘‘ N / 10°48‘55.4‘‘ O
Tel. 05361-63395
Der Campingplatz liegt inmitten des Naherholungsgebietes in unmittelbarer Nähe des Allersees. Der Platz ist vom ADAC mit zwei Sternen ausgezeichnet und verfügt über 100 Stellplätze sowie 15 separate Reisemobilplätze. Die Camping-Anlage ist ganzjährig geöffnet und liegt nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt.
www.camping-allersee.de
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