Städte-Tour – London von Mathis Paus
Tourist-Info
City of London
St. Paul’s Churchyard · London EC4M 8BX
Tel. +44-20-73323456
Öffnungszeiten:

  • Mo.–Fr.: 9.30–17.30 Uhr
  • Sa.: 9.30–17.30 Uhr
  • So.: 10.00–16.00 Uhr

www.cityoflondon.gov.uk/

Der Wind pustet kräftig durch das Gesicht. Nässe von allen Seiten. Von oben kommt der Regen, von der Seite spritzt das Wasser der Themse, das in kleinen Wellen an der Kaimauer zerschellt, und auf dem Gehweg bilden sich Pfützen. Die vielen hundert Menschen, die akkurat in einer Reihe stehen und auf Einlass warten, lässt das kalt. Ausgerüstet mit Regenjacke und Schirm trotzen sie dem berüchtigten englischen Wetter. Denn sie wollen hoch hinaus und dem Londoner Himmel ein Stück näher kommen.
Das London Eye, das sich in unmittelbarer Nähe der Westminster Bridge befindet, ist spätestens seit den Olympischen Spielen 2012 eine der Attraktionen der englischen Hauptstadt. Schwindelerregende 135 Meter ragt das „Auge Londons“ an seinem höchsten Punkt empor – damit ist der Koloss das größte Riesenrad Europas. Tatsächlich zieht die Hightech-Konstruktion seit 16 Jahren seine Kreise am Themseufer. Die offizielle Einweihung fand bereits 1999 statt, aber aufgrund technischer Probleme konnte die Jungfernfahrt erst ein Jahr später durchgeführt werden. Die Baukosten des London Eye, das bis 2011 noch Millenium Wheel hieß, betrugen sagenhafte 75 Millionen Pfund. Eine Investition, die sich aber als nachhaltig erwiesen hat.
Inzwischen ist das freitragende Aussichtsrad bei Besuchern der Metropole ähnlich beliebt wie das bekannteste Wahrzeichen Londons, der Big Ben, oder Touristenmagneten wie Buckingham Palace. Seit der Eröffnung haben durchschnittlich 3,75 Millionen Menschen London Eye besucht – damit ist das Riesenrad gefragter als die Pyramiden von Gizeh. Aber London wäre nicht London, wenn der Eintritt nicht sündhaft teuer wäre. Der Preis für eine dreißigminütige Fahrt kostet rund 28 Euro für Erwachsene. Ob die Aussicht aus einer der 32 Kapseln, die bei klarem Wetter bis zu 40 Kilometer betragen soll, das wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Ein ikonischer Teil des Stadtbildes ist London Eye allemal.
Londons größte Gurke
Auf der anderen Uferseite prägen die jahrhundertealte Westminster Abbey sowie das House of Parliament die Skyline. Nirgendwo sonst treffen in London alt und neu so konzentriert aufeinander wie an der Themse. Richtung Norden entlang des Flusslaufes grüßt schon aus weiter Entfernung die „Scherbe“. Seit 2013 ist the Shard mit 310 Metern das höchste Gebäude Londons. Der gläserne Turm ist ein Novum in Londons restriktiver Bauverordnung. So galt bis Ende der Sechzigerjahre, dass Neubauten nur 24,3 Meter groß sein dürften. Das Gesetz ist zwar längst gekippt, doch die Stadtplaner zieren sich, das Stadtbild durch Hochhäuser zu stark zu verändern.
Natürlich gibt es Ausnahmen: Insbesondere im Londoner Bankenviertel, das nur einen Spaziergang über die London Bridge entfernt liegt, sind in den vergangenen Jahren mehrere Wolkenkratzer aus dem Boden geschossen – der berühmteste stammt aus der Feder von Architekt Norman Foster. Das Wahrzeichen des Finanzdistrikts wird aufgrund seiner elliptischen Form im Volksmund „The Gherkin“, zu deutsch die Gewürzgurke, genannt.
All diese Perlen der älteren und jüngeren Architektur sind echte Hingucker und bei einem Spaziergang gut zu erkunden. Spielt das englische Wetter dabei nicht mit, dann sei jedem das London Eye in Erinnerung gerufen. Denn wer es auf das Rad geschafft hat, genießt im Trockenen beste Aussicht auf fast alle Sehenswürdigkeiten.


Unterwegs in der Stadt
Der Londoner Nahverkehr ist gut ausgebaut, mit der U-Bahn, die Einheimische schlicht Tube nennen, ist die Hauptstadt bequem zu erkunden. Insgesamt fahren die zwölf Linien 275 Stationen an – allein 63 direkt im Stadtzentrum. Von Montag bis Samstag fahren die Bahnen alle paar Minuten zwischen 05.30 Uhr und 00.30 Uhr. Sonntags schließen die Bahnstationen bereits um 23.30 Uhr. Praktisch für London-Besucher ist die Visitor Travel Card: Eine Tageskarte kostet knapp 17 Euro und berechtigt zur Fahrt in allen öffentlichen Nahverkehrsmitteln.
www.londontravelpass.com | www.tfl.gov.uk


Rundgänge
London ist eine der beliebtesten Metropolen Europas. Klar, dass es an Möglichkeiten für Besichtigungstouren nicht mangelt. Eine Option ist die „Hop On Hop Off“-Tour mit dem offenen Doppeldeckerbus. Es gibt viele Sehenswürdigkeiten zu sehen, eine Portion frische Luft inklusive. Ein Erwachsener zahlt rund 27 Euro. Wer es preiswerter mag und ein wenig mehr Abenteuer sucht, kann sich auch mit den Linienbussen 9, 15, 38 und 159 durch die Straßen bewegen. Die Busse fahren alle größeren Sehenswürdigkeiten an. Für Menschen, die kulinarisch die Stadt erkunden möchten, bietet Eating Tours London das richtige. Einheimische führen kleine Gruppen in ihre Lieblingsrestaurants, die authentische englische Küche bieten.
www.bigbustours.com | www.eatinglondontours.co.uk


Sehenswertes
In London gibt es die wichtigsten Kunstsammlungen der Welt zu sehen. Dazu haben Geschichte und Ausdehnung des British Empire beigetragen. Berühmt ist die Tate Modern (Bankside). Hier gibt es internationale Kunst auf einer Gesamtfläche von rund 12.000 Quadratmetern zu sehen. Ein Muss für Besucher ist neben der Tower Bridge der Big Ben (Westminster). Der Glockenturm ist das Wahrzeichen der Stadt und jede Stunde markiert der Schlag der schwersten der fünf Glocken die BBC-Radionachrichten. In dem Gebäude, dem Palace of Westminster, wird zudem Politik gemacht. Das Unter- und Oberhaus debattieren hier.
www.tate.org.uk | www.towerbridge.org.uk | www.parliament.uk/bigben


Museen
Die Stadt hat unzählige Museen und Galerien zu bieten, und bei vielen ist der Eintritt sogar frei. Italienische Meister des 15. und 16. Jahrhunderts können in der National Gallery (Trafalgar Square) besichtigt werden. Ein Blick in das Haus des Autors Charles Dickens lohnt sich. Das gleichnamige Museum (48 Doughty St) erlaubt den Zutritt in die Schlafgemächer sowie Dickens Arbeitszimmer, wo er Werke wie Oliver Twist geschrieben hat. Auf die Spuren von vielversprechenden neuen Künstlern macht sich die Saatchi Gallery (King‘s Rd): Hier bekommen Unbekannte die Chance, ihr Talent auf großer Bühne unter Beweis zu stellen. Der Eintritt ist frei.
www.nationalgallery.org.uk | www.dickensmuseum.com | www.saatchigallery.com


Kirchen
Zum Pflichtprogramm gehören zweifellos Westminster Abbey (20 Deans Yd) und Westminster Cathedral (42 Francis St). Das Abbey ist ein Meisterwerk der Baustile, da es in verschiedenen Epochen errichtet wurde. Innen gibt es unzählige Denkmäler zu bestaunen. Elisabeth I. oder Heinrich VII. haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Der Hauptsitz der römisch-katholischen Kirche in Großbritannien ist Westminster Cathedral. Das Gebäude prägt mit seinem Glockenturm das Stadtbild. Ebenso markant kommt die Kuppel von St. Pauls Cathedral (St. Paul’s Churchyard) daher. In der 1697 fertiggestellten Kirche haben Charles und Diana geheiratet.
www.westminster-abbey.org | www.westminstercathedral.org.uk | www.stpauls.co.uk


Spezialitäten
Die englische Küche ist eher berüchtigt als berühmt. Dabei beheimatet London über vierzig Sterne-Restaurants. Ein echter Klassiker ist das englische Frühstück mit Eiern, Schinken und Bohnen. Dazu eine Tasse Earl-Grey-Tee, und der Tag kann beginnen. In Pubs gibt es nicht nur Cider (Apfelwein) und Ale (obergäriges Bier), mittlerweile setzen die Wirte auch auf eine gehobene Speisekarte. Der englische Snack Fish and Chips fehlt dennoch in keinem authentischen Pub. Üppige Portionen des panierten Bratfisches mit Pommes frites, Salz und Essig gibt es in einer der urigsten Kneipen Londons, der Punch Tavern (99 Fleet Street).
www.punchtavern.com


Restaurants
Zwei Michelin-Sterne; aber kein bisschen steif geht es im Dinner by Heston Blumenthal (66 Knightsbridge) zu. Der Chefkoch experimentiert mit traditioneller britischer Küche und serviert diese seinen Gästen in einem neuen Gewand. Lecker, aber die Preise haben es in sich. Preiswerter, aber nicht minder gut ist das The Fifteen (15 Westland Place). TV-Koch Jamie Oliver steckt hinter dem Konzept. Junge Köche aus schwierigen sozialen Verhältnissen zaubern moderne britische Gerichte mit italienischem Einschlag auf die Teller. Rustikal geht es im Barnyard (18 Charlotte Street) zu. Standards wie Roastbeef werden hier zu vernünftigen Preisen serviert.
www.dinnerbyheston.com | www.fifteen.net | www.barnyard-london.com


Cafés
Das Cachao Toy Café (140 Regent‘s Park Rd) ist ein besonderes unter Londons Kaffeehäusern. Denn es bietet seinen Gästen nicht nur eine große Auswahl an Paninis, sondern besitzt auch einen angeschlossen Spielwarenladen. Das Maison Bertaux (28 Greek Street) kommt französisch daher und bietet unglaublich gute Backwaren und süße Versuchungen an – und das schon seit 1871. Wer mal wieder herzhaft in ein Roggenbrot beißen möchte, findet in der Nordic Bakery (14A Golden Square) viele Varianten davon. Außerdem empfehlenswert: Unbedingt das Zimtgebäck probieren.
www.cachaotoycafe.com | www.maisonbertaux.com | www.nordicbakery.com


Einkaufen
London lässt Shoppingherzen höher schlagen. Allein neun Millionen Besucher aus dem Ausland versammeln sich jedes Jahr auf der Oxford Street, der längsten Einkaufsstraße Londons. Hier finden sich alle bekannten Modemarken. Gleich nebenan grenzt die Regent Street, in der neben großen Ketten auch exklusive Boutiquen ihren Platz haben. Klassische und hochwertige britische Mode mit modernem Einschlag für Männer und Frauen fertigt der Designer Paul Smith (40 Floral Street). In der New Bond Street 21-23 ist die bekannte Marke Burberry beheimatet, die seit 1856 typisch englische Mode herstellt.
www.oxfordstreet.co.uk | www.paulsmith.co.uk | www.burberry.com


Kultur
England ist ein Land der Hochkultur. Im Intellektuellenviertel Islington zeigt das Almeida Theatre (Almeida St) moderne Stücke von renommierten Regisseuren. Klassiker von Shakespeare und Byron werden auch heute noch vom National Theatre (Upper Ground) originalgetreu gespielt. Internationaler und experimentierfreudiger ist das Royal Court Theatre (London SW1W 8AS) ausgelegt. Seit 50 Jahren kommen hier die neuesten, noch druckfrischen Stücke auf die zwei Bühnen; oft von weniger bekannten Autoren.
www.almeida.co.uk | www.nationaltheatre.org.uk | www.royalcourttheatre.com


Mit Kindern
Familien, denen das Treiben des Großstadtdschungels zu bunt wird, sei der Londoner Zoo (Regent’s Park) ans Herz gelegt. Der Zoo ist bekannt für seine wissenschaftliche Ausrichtung und darf sich als Zoologischer Garten bezeichnen. Ein Selfie mit David Beckham, Robbie Williams oder den Royals gefällig? Bei Madame Tussauds (Marylebone Rd) kein Problem. Das wohl berühmteste Wachsfigurenkabinett ist bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt. Knifflig wird es im Science Museum: Hier arbeiten sich die Kleinen durch einen Parcour von Spielen, die nebenbei noch schlau machen sollen.
www.zsl.org/zsl-london-zoo | www.madametussauds.co.uk | www.sciencemuseum.org.uk


In der Natur
Trotz viel Beton und Stahl ist London grüner als viele denken. So bietet der Regents Kanal tolle Möglichkeiten, dem Großstadttreiben zu entfliehen. Mit dem Kajak geht es an Ahornbäumen und dem Londoner Zoo vorbei. Eines der größten Naherholungsgebiete ist der Hyde Park, der inmitten der Stadt liegt. Früher königliches Jagdrevier, finden heute Konzerte, Veranstaltungen und Sportevents statt. Der Royal Botanic Garden (Richmond, Surrey TW9 3AB), kurz Kew Gardens, ist eine weitere Parkanlage mit Gewächshäusern, die besonders seltene Pflanzenarten beheimatet. Für Liebhaber floraler Farbenpracht ein echtes Highlight.
www.royalparks.org.uk | www.kew.org


Am Abend
In London pulsiert das Leben, besonders am Abend und in der Nacht. Restaurants, Pubs, Clubs und Discos stehen zur Auswahl. Insgesamt hat die Stadt über 5.000 Kneipen. Für den Start in den Abend ist das Vertigo42 (42 Old Broad Street) eine gute Adresse. Bei einem Glas Champagner im 42. Stock gilt es den Tag hinter sich zu lassen. Urige Bar-Atmosphäre kommt im The Dogstar auf (389 Coldharbour Lane). Zu später Stunde wird hier auch noch das Tanzbein geschwungen. Ein Pub wie er englischer nicht sein könnte ist der Golden Eagle Pub (59 Marylebone Ln). Hier gibt es Live-Musik, und die Pint-Preise sind genau richtig.
www.vertigo42.co.uk | www.dogstarbrixton.com


Umgebung
Das englische Königshaus sorgt seit jeher für Aufsehen. Wer das Leben der Royals auch abseits der Klatschspalten verfolgen möchte, sollte einen Tagesausflug nach Windsor machen. Die Stadt ist eine Stunde von London entfernt, und ein Besuch lohnt sich besonders während der Abwesenheit der Königsfamilie. Denn dann ist Windsor Castle (Windsor and Maidenhead SL4 1NJ), das älteste bewohnte Schloss der Welt, auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Auch ein Besuch von Stonehenge (Wiltshire SP4 7DE) kann von London aus mühelos unternommen werden. Die mystischen Steinkreise gehören zum Unesco Weltkulturerbe.
www.royalcollection.org.uk/visit/windsorcastle | www.stonehenge.co.uk


Fazit
Die englische Hauptstadt ist einen Wochenendtrip definitiv wert. Das ganze Jahr über gibt es hier etwas zu entdecken: ob die üblichen Sehenswürdigkeiten, Kunstausstellungen oder die zu Unrecht viel gescholtene englische Küche. Die Acht-Millionen-Metropole pulsiert und versprüht internationalen Glanz wie nur wenige europäische Hauptstädte. Trotzdem sind Tradition und Rituale auch hier anzutreffen. Very British ist es immer noch, am Nachmittag seinen Tee zu trinken und dazu ein paar Scones zu knabbern. Ein guter Moment, um mit den manchmal etwas reservierten Einwohnern ins Gespräch zu kommen.

Wohnmobil-Stellplätze | London
Lee Valley Camping and Caravan Park
Meridian Way · London N9 0AR
GPS: 51°39‘20.6“ N / 0°00‘25.2“ W
Mitten in der Natur gelegen, mit breiten Zugangswegen zu den Stellplätzen. Ins Stadtzentrum gelangt man von der Station Walthamstow Central, die nur eine kurze Busstrecke entfernt liegt. Der Campingplatz ist von Mitte März bis Anfang November geöffnet. Preise für einen Stellplatz: rund 18 Euro.
www.visitleevalley.org.uk


Crystal Palace Caravan Club Site
London SE19 1UF
GPS: 51°25‘31,6“ N / 0°04‘22,6“ W
Idealer Campingplatz für London-Besucher. Die Buslinie 3 fährt direkt ins Herz der englischen Hauptstadt.
www.caravanclub.co.uk

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