Städte-Tour – Kopenhagen von Jacqueline Wynes
Touristinfo
Tourist Information Kopenhagen
Gegenüber des Haupteinganges vom Tivoli
Vesterbrogade 4A · 1577 Kopenhagen V.
Tel: +45 7022-2442
Öffnungszeiten:

  • Montag bis Donnerstag 10 bis 18 Uhr
  • Freitag 10 bis 19.00 Uhr
  • Sonnabend 10 bis 16 Uhr
  • Sonntag 12 bis 16 Uhr

Infos: www.visitcopenhagen.de

Von so weit oben wirkt es fast so als hätten die Kopenhagener in der Zeitrechnung einfach eine Pause eingelegt. Von der Spitze des Rundetårn, dem schönsten Aussichtspunkt über die Altstadt, blickt das Auge hunderte Meter weit über prunkvolle Straßenzüge, kupfergedeckte Dächer und emporragende Kirchentürme. Selbst der Verkehr ist in dieser Stadt deutlich leiser zu vernehmen. Am auffälligsten sind noch die Singaltöne der abertausenden Fahrradklingeln, die der dänischen Metropole längst den Titel der europäischen Fahrradhauptstadt eingebracht haben. In Kopenhagen denkt man eben ökologisch – kein Wunder, dass die Hälfte aller Pendler auf Zweirädern unterwegs ist.
Doch wer wirklich denkt, dass hier die Uhren still stehen, der täuscht sich gewaltig. Schon alleine deshalb, weil die Stadt mehrfach ihr Gesicht verändert hat – oder verändern musste. Gleich viermal haben die Einwohner in den vergangenen Jahrhunderten ihr København wieder aufgebaut. Jedes Mal etwas schöner und prächtiger. Gleiches gilt auch für die Vor Frue Kirke, die von der Plattform in 34,8 Meter Höhe sofort auffällt. Seit der Erbauung im Jahr 1200 hat die erste Kirche der Stadt bereits mehrfach ihr Äußeres gewandelt. Mittlerweile ist das 1829 fertiggestellte klassizistische Gebäude von der einst kleinen Kirche zu einem imposanten 83 Meter langen Dom gewachsen.
Letzte Zweifler an der Tatsache, dass die Kopenhagener wahre Wandlungskünstler sind, werden nach dem 209 Meter langen schneckenhausartigen Turmabstieg eines Besseren belehrt. Denn sobald der erste Fuß auf den Asphalt der Købmagergade gesetzt wird, ist die Ruhe passé. Hier pulsiert das Leben. Zahlreiche Studenten ziehen auf der „Fleischhändlerstraße“ gemütlich ihre Runden oder trinken wenige Meter weiter auf der Strøget, der ältesten Einkaufsmeile Europas, in einem der winzigen Cafés den ersten Kaffee des Tages. Und während es die
Dänen gerne entspannt angehen, haben sich die Touristengruppen längst in Richtung Nationalmuseum, Amalienborg oder Vor Frelsers Kirke verteilt.
Letztere hat sich mit ihrem korkenzieherförmigen Turm zu einem echten Besuchermagneten gemausert. Denn den Weg zur Spitze bahnen sich Wagemutige über eine Wendeltreppe an der Außenseite. Deshalb ist auch der zweite Aufstieg des Tages ein Muss – und wegen der Legende, die um die „Erlöserkirche“ kursiert: Angeblich soll sich ihr Architekt Christian Frederik Hansen von seinem Bauwerk herabgestürzt haben, weil er erkannte, dass sich der Turm in die falsche Richtung dreht. Nachvollziehen können das die Kopenhagener nicht. Macht doch gerade der Schönheitsfehler die Kirche zur außergewöhnlichsten der Stadt.
Die Einwohner der Hauptstadt haben ohnehin ein Faible für Ausgefallenes: ob auf der Strøget, im neuen Stadtviertiel Ørestad oder in Nørrebro. Überall werden ausgefallene Cafés, Kneipen und moderne Boutiquen eröffnet – von hochmodernen Kulturbauten wie der Oper ganz zu Schweigen. Die Touristen danken es dem freundlichen Völkchen, lassen die altbewährten Wahrzeichen aber dennoch nicht links liegen. Die Zeit für eine Pause nehmen sie sich trotzdem: an einem der unzähligen Smørrebrød-Stände. Im Gegensatz zu einigen längst überholten Bauwerken hat das deftige Schwarzbrot nämlich sämtliche Epochen überlebt.


Unterwegs in der Stadt
Der öffentliche Nahverkehr ist vorbildlich geregelt. Die U-Bahn fährt nicht nur 24 Stunden in kurzen Intervallen durch, sondern wird auch kontinuierlich ausgebaut. So soll bis 2018 eine neue Ring­linie hinzukommen. Durch die Altstadt fahren alle sieben Minuten Elektrobusse. Empfehlenswert ist der Kauf einer Copenhagen Card für 48 Stunden: Sie kostet 71 Euro und beinhaltet die Nutzung aller öffentlichen Nahverkehrsmittel und freien Eintritt in 73 Museen und Attraktionen. Wer selbst aktiv sein will, leiht sich ein Elektrorad. Die Stationen sind überall in der Stadt verteilt. Im Mietpreis von etwa 3,50 Euro pro Stunde ist auch ein GPS enthalten.
www.visitdenmark.de | www.copenhagencard.de


Rundgänge
Kopenhagen lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Klar, dass der Kreativität bei den geführten Stadtbesichtigungen keine Grenzen gesetzt sind. Von stadtgeschichtlichen Führungen über Besichtigungen auf den Spuren des Märchendichters Hans Christian Andersen bis hin zu abendlichen Rundgängen durch das mittelalterliche Kopenhagen wird Schaulustigen alles geboten. Auch eine Free Walking Tour startet täglich um 11 Uhr ab dem Rathaus. Wer die Stadt in einem schnelleren Tempo erkunden will, kann sich einer der Running Tours anschließen oder mit Tours CPH aufs Segway steigen.
www.copenhagen-walkingtours.dk | www.runningcopenhagen.com


Sehenswertes
Eine Tour sollte auf dem Rådhuspladsen beginnen. Das Rathaus beherbergt den höchsten Turm Kopenhagens und bietet auf 106 Metern eine gute Orientierung. 300 Stufen weiter unten lässt sich auf dem Vorplatz das lebendige Treiben beobachten. Danach sollten die Schlösser Rosenborg (Øster Voldgade), Christiansborg (Prins Jørgens Gård) und Amalienborg (Amalienborg Slotsplads), die Stadtresidenz der Könige, erkundet werden. Ebenfalls nicht fehlen dürfen ein Abstecher zur kleinen Meerjungfrau (Langelinie) und zum Tivoli (Vesterbroade). Über vier Millionen Menschen bestaunen jährlich den Mix aus Kirmes, Kultur und Lichterglanz.
www.tivoligardens.com


Museen
Die Stadt hat zwar keinen Louvre oder das Guggenheim, dafür aber viele andere Museen. Im Statens Museum for Kunst (Sølvgade), der dänischen Nationalgalerie, wird ein Querschnitt der europäischen Kunstgeschichte ausgestellt. Zu sehen sind auch Werke von Picasso und Rembrandt. Im Skulpturenmuseum, der Ny Carlsberg Glyptothek (Dantes Plads), ist eine große Sammlung ägyptischer, griechischer und römischer Altertümer vorhanden. Bildung zum Anfassen gibt es im Experimentarium (Tuborg Havnevej). In 16 Themenwelten gilt es in praktischen Versuchen unter anderem die Geheimnisse des Körpers zu entdecken.
www.experimentarium.dk | www.glyptoteket.dk | www.smk.dk


Kirchen
Die Vor Frue Kirke (Nørregade), zu Deutsch Liebfrauenkirche, ist das erste Gotteshaus, das um 1200 im späteren Kopenhagen errichtet worden ist. Schon allein deshalb lohnt sich ein kurzer Besuch – auch wenn der Dom mittlerweile mehrmals neu errichtet wurde. Der heutige Bau im griechisch-romanischen Stil wurde Anfang des 19. Jahrhunderts nach den Plänen von C. F. Hansen erbaut. Ebenfalls imposant ist die Marmorkirken (Frederiksgade) direkt neben dem Schloss Amalienborg. Bis zur Fertigstellung dauerte es zwar stolze 140 Jahre, die Warte­zeit hat sich aber dennoch gelohnt. Prunkstück ist die begehbare Kirchenkuppel mit 33 Metern Durchmesser.
www.vorfrelserskirke.dk/deutsch | www.domkirken.dk


Spezialitäten
Kopenhagen und der Pølser sind untrennbar miteinander verbunden. Zu kaufen gibt es die dänische Variante des Hot Dogs an fast jeder Straßenecke in den Pølsvogns. Je nach Geschmack wird die rote Brühwurst mit gekuttertem Schweinefleisch mit Röstzwiebeln oder frischen Zwiebeln verzehrt. Des Dänen liebstes Mittagsgericht ist das Smørrebrød. Das Schwarzbrot wird mit Butter, Fisch, Kaviar, Wurst oder Käse belegt und mit Eiern, Gemüse und Saucen garniert. Eine Institution ist das Grøften im Tivoli – hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wer die Kost herunterspülen möchte, greift zum berühmten Carlsberg-Bier, das in der Hauptstadt gebraut wird.
www.groeften.dk/uk | www.revolvingdansk.com


Restaurants
Die Hauptstadt ist ein Paradies für Feinschmecker mit großem und kleinem Geldbeutel. Neben den berühmten Würstchen- und Smørrebrød-Ständen liegt die Neue Nordische Küche im Trend. Hier wird mit regionalen Produkten der jeweiligen Jahreszeit gekocht – das Beste: Sowohl Sterne-Restaurants wie das Noma (Strandgade) als auch Lokale mit erschwinglichen Preisen wie das Café Sorgenfri (Brolæggerstræde) sind auf den Zug aufgesprungen. Neuer­dings werden traditionelle Gerichte auch mit Elementen der fernöstlichen und mediterranen Küche kombiniert. Vielfältig geht es ohnehin zu. Von Pasta bis hin zu Thai-Food und indischem Masala lässt die Stadt nichts aus.
www.visitcopenhagen.de | www.noma.dk


Cafés
Die Stadt der Kaffeejunkies ist ein Paradies für Liebhaber der braunen Bohne. Röstspezialitäten auf höchstem Niveau sind bei The Coffee Collective zu haben. In den drei Kopenhagener Filialen (Jægersborggade, Godthåbsvej und Vendersgade) sind italienische La-Marzocco-Siebträgermaschinen und feinste Bohnen Qualitätsstandard. Ganz anders serviert werden Kaffeespezialitäten beim Kent Kaffe Laboratorium (Nørre Farimagsgade). Hier wird das Getränk in einem Kochkolben über dem Bunsenbrenner gebrüht. Bei Kuchenhunger empfiehlt sich stets das La Glace (Skoubogade), wo im nostalgischen Ambiente die besten Torten Dänemarks kreiert und verkauft werden.
www.coffeecollective.dk | www.kentkaffelabora­torium.com


Einkaufen
Dank der vielen einheimischen Mode- und Möbeldesigner lohnt sich ein Bummel auf der Strøget, Europas ältester Einkaufsstraße, und der Shoppingmeile Istedgade immer. Wer in die studentische Boutiquenszene eintauchen möchte, ist im Latinerviertel gut aufgehoben. Für den kleineren Geldbeutel sind die Langelinie-Outlets in den alten Lagerhäusern am Kai der Kreuzfahrtschiffe (Langelinie Allé 40) ideal. Die Labels gehen hier bis zu 70 Prozent günstiger über den Ladentisch. Wer volle Taschen haben möchte, sollte aber schnell sein: Abgesehen von einigen Kaufhäusern und Supermärkten schließen die Läden um 18 Uhr. Dafür ist auch sonntags geöffnet.
www.langelinie-outlet.dk | www.visitcopenhagen.com


Kultur
Ehrgeizige Dänen: Seit 2005 wurden mit dem Koncerthuset (Ørestads Blvd.), der Oper (Ekvipagemestervej) und dem neuen Schauspielhaus (Sankt Annæ Plads) gleich drei kulturelle Anlaufstellen eröffnet. Damit soll die skandinavische Metropole endgültig in die erste Riege der Kulturhauptstädte aufsteigen. Vor allem das Schauspielhaus, idyllisch an der Wasserfront von Nyhavn gelegen, begeistert. Zwar werden nur dänischsprachige Stücke aufgeführt, doch die tolle Aussicht, die sich vom ansässigen Kaffeehaus aus bietet, entschädigt sofort. Klassischer geht es im Königlichen Theater (Kongens Nytorv) zu. Unbedingt eine Ballettaufführung anschauen!
www.kglteater.dk/en


Mit Kindern
Kleine Besucher sind in der Kapitale willkommen. In jedem Restaurant gibt es Kindermenüs und Hochstühle, das Kaufhaus Magasin du Nord stellt Müttern sogar ein Stillzimmer zur Verfügung. Und auch für die größeren Kinder ist gesorgt: Im Dyrehavsbakken, einem 400 Jahre alten Freizeitpark am Stadtrand, gibt es über 120 Attraktionen – darunter ein Kasperletheater und Karussels. Das lockt sogar die Weihnachtsmänner: Sie treffen sich hier im Sommer zum Weltkongress. Auch die Museen haben sich auf kleine Besucher eingestellt: In staatlichen Museen erhalten sie freien Eintritt und die Nationalgalerie hat sogar eine eigene Kinderabteilung eingerichtet.
www.bakken.dk/english


In der Natur
Der Fælledparken im feinen Viertel Østerbro  ist mit seiner Größe von einem halben Quadratkilometer die grüne Lunge der Stadt. Mittelpunkt ist ein idyllischer See. Hier lässt es sich entspannen, Sport treiben und flanieren. Richtig exotisch geht es im Botanischen Garten (Øster Farimagsgade 2B) zu. Zur Universität Kopenhagens gehörend, ist er mit seinen 24 Gewächshäusern und 13.000 Pflanzenarten zugleich Forschungsinstitution und Erholungsraum. Historisch interessant: See und Steingarten sind Bestandteil der früheren Wallanlagen. Ein weiteres Highlight ist der neue Aussichtspunkt auf dem höchsten Hügel der Innenstadt: dem Observatoriehøjen.
www.botanik.snm.ku.dk/english | www.kobenhavnergron.dk


Am Abend 
Jedes Viertel hat sein eigenes Nachtleben mit verschiedenen Ausrichtungen. Am meisten Auswahl bietet die Meile am Hafenkanal Nyhavn. Hier gibt es Kneipen für jeden Geschmack. Das Latinerviertel rund um die alte Uni ist bei Jüngeren und Junggebliebenen beliebt. Etwas ausgefallenere Lokalitäten sind in Nørrebro, Vesterbro und Nørreport zu finden. Wer zwischendurch zu gemütlichen Klängen entspannen will, kann das im The Jane auf dem Platz Gråbrødretorv tun. Die Bibliotheken im Keller verstecken hinter verborgenen Türen gut sortierte Bars. Jazzfreunde und Fans von Livemusik fühlen sich im Copenhagen JazzHouse (Niels Hemmingens Gade) zu Hause.
www.thejane.dk | www.jazzhouse.dk


Umgebung
Wer vom quirligen Stadtleben genug hat, sollte sich auf der Straße 152 auf den Weg nach Helsingør machen. Die 42 Kilometer auf der Küstenstraße Strandvejen vergehen wie im Flug. Vor allem der Whiskey Belt, der erste Abschnitt, besticht durch Aussichten aufs Meer und prachtvolle Villenbauten. Einen Stopp ist das Karen-Blixen-Museum, das ehemalige Wohnhaus der „Jenseits-von-Afrika“-Autorin, wert. Kunstfreunde kommen dagegen in Humlebæk auf ihre Kosten: Das Louisiana-Museum bietet Gemälde und Plastiken von Weltrang. Am finalen Ziel, dem Hamlet-Schloss Kronberg, lassen sich zwischen den alten Festungsmauern die Tageseindrücke in Ruhe verarbeiten.
www.kongeligeslotte.dk | www.blixen.dk/?lang=de


Fazit
Die wohl kleinste aller Weltstädte besticht mit viel Historie, prunkvollen Bauten und ihren ausgeglichenen, freundlichen Menschen. Ein Kurztrip nach Kopenhagen lohnt sich also auf jeden Fall – vor allem, weil für jeden Geschmack etwas dabei ist: Alte Königsschlösser reihen sich an futuristische Theater, trendige Boutiquen und schrille Bars. Für Sightseeing-Fans ist die 550.000-Einwohner-Stadt durch die fußläufige Erreichbarkeit der Sehenswürdigkeiten perfekt, für Gaumenfreunde dank der neuen Nordischen Küche aber auch. Kein Wunder, dass die Dänen das glücklichste Volk der Welt sein sollen – ihre Hauptstadt trägt dazu sicher einen Teil bei.

Wohnmobil-Stellplätze & Campingplätze | Kopenhagen
Camping Charlottenlund Fort
Strandvejen 144 · 2920 Charlottenlund
GPS: 55°44’40″N/12°35’08″O
Die Lage an der Panoramastraße Strandvejen ist außergewöhnlich. Außerdem hat der Campingplatz inmitten eines alten Forts genügend Platz für größere Reisemobile. Die Buslinie 1A fährt alle 30 Minuten direkt vom Platz zur Nørreport Station.
www.campingcopenhagen.dk


Absalon Copenhagen Camp
Korsdalsvej 132 · 2610 Radovre
GPS: 55°40’19.4″N/12°25’53.9″O
Neun Kilometer vom Zentrum entfernt gibt es ein gut funktionierendes WLAN-Netz, Bis zur Brøndbyøster Station sind es 600 Meter, die S-Bahn braucht 20 Minuten bis in die Innenstadt.
www.camping-absalon.dk

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