USA – Nationalparks des Westens (Seite 1 von 2) von Dr. Kathrin Kern
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Von Las Vegas übers Colorado Plateau zur Route 66
Die 50 Bundesstaaten haben wir nicht ganz geschafft, aber 18 sind es am Ende geworden. Nach der Ostküste, Florida, den Südstaaten und Kalifornien, die in den ersten vier Teilen der großen USA-Serie beleuchtet wurden, schließt sich nun – quasi als Sahnehäubchen – eine Schleife durch Nevada und die Four-Corner-States an. Keine Frage, dass wir auch die einzige Stelle Amerikas besuchen, an der vier Bundesstaaten aufeinandertreffen. Aber der Reihe nach!

Wüstenstadt Las Vegas
Nachdem wir dem Tal des Todes mit heiler Haut entkommen sind, gleicht die Anfahrt nach Las Vegas einer Fata Morgana. Am hitzeflirrenden Horizont taucht mitten in der kargen Wüste eine Skyline auf. Die größte Stadt Nevadas hat 600.000 Einwohner und empfängt jährlich 41 Millionen Touristen. Der Bau des Hoover-Staudamms, der die Wüstenstadt mit Wasser und Strom versorgt, und die Legalisierung des Glücksspiels – beides im Jahr 1931 – sorgten für einen rasanten Aufschwung. Heute ist in der Stadt der Casinos fast alles möglich. In Hotels werden Haifische in Becken gehalten, durch die in Plexiglasröhren die Hotelgäste rutschen, und ab und zu sieht man fliegende Menschen am Himmel.
Trotz allem lässt sich die Wüstenlage nicht leugnen, es ist atemberaubend heiß. Man kann nicht im Geringsten ermessen, wie viel Wasser diese Stadt verbrauchen muss und vor allem welche gigantischen Strommengen durch die allgegenwärtigen, nie ruhenden Klimaanlagen gejagt werden. Nicht zu vergessen die Millionen von Glühbirnen, die das Glimmer-Image von Las Vegas aufrechterhalten.

Reisemobil-Stellplatz am berühmten Hotel Circus Circus in Las Vegas.

Reisemobil-Stellplatz am berühmten Hotel Circus Circus in Las Vegas.

Unser Stellplatz am berühmten Hotel Circus Circus liegt mitten drin in dieser Wahnsinns-Stadt, sodass man sich zu Fuß ins Nachtleben stürzen kann. Der von Palmen gesäumte Las Vegas Boulevard, der sogenannte „Strip“, ist ein Meer aus Glitzerlampen, Leuchtreklamen, Fußgängern in zum Teil schrillen Outfits und fantasievollen Hotelfassaden. Künstlich angelegte Seen mit Wasserspielen und Fontänen schaffen eine eigene Welt mitten im Zentrum von Las Vegas. In wenigen Schritten kann man von Paris nach New York, von den Pyramiden in Luxor zum Canale Grande in Venedig und vom Mittelalter ins Römische Reich schlendern.

Tipp
Stratosphere Tower
Seit 1996 hat Las Vegas ein neues Wahrzeichen, das 350 Meter in den Himmel ragt. Der höchste freistehende Aussichtsturm der USA beherbergt im 107. Stock ein Drehrestaurant der Extraklasse, das „Top of the World“. Mit Blick auf ein gigantisches Lichtermeer lässt sich hier fürstlich speisen, während die Charter-Hubschrauber vor den Fenstern wie Hummeln um einen Blütenstängel kreisen. In einer guten Stunde dreht sich das „Top of the World“ einmal um sich selbst, sodass man außer einem exquisiten Abendessen auch noch die Sehenswürdigkeiten Las Vegas aus der Vogelperspektive serviert bekommt. Wer telefonisch einen Tisch bestellt, darf mit dem Fahrstuhl zuvor gratis auf die Außenplattform entschweben, was sonst mit 10 USD zu Buche schlägt. Dort im 109. Stock ist man den Adrenalin-Junkies ganz nah, die sich auf Fahrgeschäften in den Himmel oder über den Rand des Turmes katapultieren lassen.

Und wer sich dabei in ein Casino verirrt, dem wird fast schwindelig von so viel „blink blink“. Alles so schön bunt hier! Überall Spielautomaten, Pokertische, Roulette, Black Jack – für jeden Geldbeutel und jede Vorliebe ist etwas dabei. Und damit sich die Glücksspieler auch nicht zu sehr auf ihre Partie konzentrieren können und lieber die Bank gewinnen kann, tanzen leicht bekleidete Damen hoch oben auf den Tischen.

Auf nach Utah
Nach drei Nächten heißt es schon wieder: Bye-bye Nevada, Hello Utah! Aus der Glitzerwelt von Las Vegas geht es auf doppelspurig ausgebauter Straße durch die Schluchten des Dry Lake Valleys. „Tal des trockenen Sees“ – klingt wie ein Indianername. Und tatsächlich fahren wir auch durch zwei Indianer-Reservate. Leider haben wir keinen Apachen angetroffen! Hier in Utah herrscht extremes Steppenklima: Im Sommer ist es sehr warm und im Winter kalt und schneereich, häufig unter null Grad, weshalb man im Jahr 2002 in der Hauptstadt Salt Lake City die Olympischen Winterspiele austragen konnte. Wir spüren den Unterschied zur Wüstenstadt Las Vegas sofort. Dort war es nämlich nicht warm, sondern heiß. Inzwischen empfinden wir 24 Grad ja schon als kühl.
Auf dem Staatsgebiet von Utah befinden sich fünf Nationalparks voller Felsformationen: Zion, Bryce, Arches, Canyonlands und Capitol Reef, die alle noch auf unserem Weg liegen werden. Als Einstieg beginnen wir mit dem Zion-Canyon. Im Sommer, wenn viele Menschen die Schönheiten dieser Felsenlandschaft besuchen wollen, fahren kostenlose Shuttlebusse alle sieben Minuten über die Panoramastraße bis zum Ende der Schlucht. Die Busse funktionieren im Hop-on-hop-off-System. Man kann an vielen Stationen aus- und zusteigen und zwischen den einzelnen Aussichtspunkten gut ausgeschilderte Wanderwege benutzen. Es besteht allerdings akute Gefahr, eine Genickstarre zu bekommen, wenn man zu oft an den beeindruckenden Bergriesen hinaufblickt.

Meisterwerk Bryce Canyon
Durch den Mount Carmel Tunnel geht die Fahrt weiter über den Bryce Canyon Richtung Capital Reef Nationalpark. Die heutige Etappe wäre ein Traum für jeden Aquarellmaler oder jeden kreativen Koch. Die Farbenvielfalt der Felsen weckt in uns die verschiedensten Assoziationen. Hier eine schmale Durchfahrt, deren zartrosa Gestein an ein Stück Lachs denken lässt, dort die grell orangefarbenen Berge am Wegesrand wie aus einem Indianerfilm … wäre das nicht eine Inspiration für einen Karottensalat mit Petersilie? Ganz zu schweigen von den Hoodoos im Bryce Canyon … erinnern diese Felsnadeln mit ihrem knackig-dezenten Farbton nicht an eine perfekte Tomatencremesuppe?
Der Bryce Canyon ist im eigentlichen Sinne überhaupt kein Canyon, denn er wurde nicht von einem Fluss ausgewaschen. Vielmehr haben Wind und Eis durch Erosion diese sagenhaften Zapfen erschaffen, die man Hoodoos nennt. Wieder ein super organisiertes kostenloses Shuttelbus-System, das uns zu den verschiedensten Aussichtspunkten bringt. Von dort gehen jeweils Wanderwege ab, die entweder mitten hindurch durch diese Märchenlandschaft führen oder immer an der Abbruchkante entlang zum nächsten Bus-Stopp. Jedenfalls ist es uns auf solche Weise vergönnt, von oben in dieses Meisterwerk der Natur hineinschauen zu können.

Reef Nationalpark
Unser Tagesziel liegt in Torrey vor den Toren des Capitol Reef Nationalparks. Also fahren wir weiter und hinter jeder Kurve sieht die Landschaft wieder ganz anders aus. Eine Farben- und Formenvielfalt, die uns restlos begeistert: Wir sehen Erdbeeren mit Schlagsahne und Schweizer Käse vor uns. Zum Glück ist die Straße breit genug, und wenig Verkehr stört unsere kulinarischen Tagträume. Manchmal kann man schon in weiter Ferne sehen, wo wir uns wenige Minuten später befinden werden. Auf einem Streckenabschnitt fahren wir direkt auf der Abbruch-Kante zwischen zwei Canyons. Der Abgrund ist aber immer weit genug entfernt, sodass kein Adrenalin ausgeschüttet wird … nur reines Glückshormon beim Anblick der wirklich zauberhaften Landschaft.

Traumhafte Straßen auf dem Weg zum Capitol Reef Nationalpark.

Traumhafte Straßen auf dem Weg zum Capitol Reef Nationalpark.

Aber irgendwann geht jede Fahretappe zu Ende. Wir rollen schließlich ins Tal, wo wir auf einem ruhigen kleinen Campingplatz im Grünen übernachten. Nach so viel Wüste und Fels der letzten Tage freuen wir uns über dichten Rasen und Schattenbäume vor dem Reisemobil. Wir übernachten vor den Toren des Capitol Reef Nationalparks, den wir früh am nächsten Morgen durchqueren. Die gerade aufgehende Sonne taucht die gewaltigen Felsen in ein mystisches Licht. Ja, so macht Autofahren Spaß.

Tipp
Oatman – Goldgräberstadt an der Route 66
Wer von Kingman kommend über den Sitgreaves Pass die historische Route 66 befährt, taucht im Städtchen Oatman in eine andere Welt ein. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Viele Gebäude aus der Epoche des Goldrauschs blieben erhalten und stehen unter Denkmalschutz – sehr zur Freude der Abenteurer und Biker, die hier in Nostalgie schwelgen. Besonders berühmt ist Oatman für die „Burros“, die wilden Esel, die überall in der Stadt zu Hause sind. Es handelt sich um Nachfahren der Lastesel, die irgendwann nicht mehr gebraucht und in die Berge entlassen wurden.

Tiefe Schluchten und Steinbogen
Der Colorado und der Green River haben bis zu 660 Meter tiefe Schluchten in das Hochplateau geschnitten, auf dem wir mit dem Reisemobil im Canyonlands Nationalpark bis an die Abbruchkante heranfahren dürfen. Unzählige Wanderwege verlocken uns, das Fahrzeug hin und wieder einfach stehen zu lassen. So klettern wir bis ganz hinauf auf den Whale Rock, den Walfelsen, der uns mit einem grandiosen Rundumblick belohnt. Am Grand View Overlook sehen wir aus der Vogelperspektive die tiefen Einschnitte, die der Colorado erschaffen hat. Am Dead Horse Point sind wir dem Fluss noch näher. Eine irreal anmutende Welt aus farbigem Stein!
Nur wenige Kilometer weiter wartet der Arches Nationalpark auf uns. Außer all den anderen wirklich beeindruckenden Riesenfelsen hat man über 2.000 Steinbögen gezählt, die alle durch Erosion und Wind und Wetter entstanden sind – daher der Name des Parks vom englischen Wort „arch“ für Bogen. Mit unserem Reisemobil fahren wir mitten zwischen freistehenden Felswänden hindurch und recken wieder einmal die Hälse, um die obere Kante überhaupt sehen zu können. Über mehrere gut erschlossene Nationalpark-Wege kommt man ganz nah heran an den Doppelbogen, den Sanddünenbogen und wie sie alle heißen, die Kunstwerke der Natur.
Der schönste aber, der zerbrechlichste, der freistehendste und der bekannteste ist der „Delicate Arch“, der feingliedrige, zierliche, schmächtige, empfindliche Bogen – wie auch immer man das Wort „delicate“ übersetzen mag. Schon vor Jahrzehnten hat man Überlegungen angestellt, ihn in Folie zu hüllen, da die Erosion, die ihn erschaffen hat, natürlich irgendwann auch sein Untergang sein wird. Es wurde aber der Beschluss gefasst, dass im Nationalpark die Natur frei walten darf … auch wenn es schmerzlich sein mag. Wir sind dankbar, das filigrane 14 Meter hohe, 10 Meter breite Steingebilde noch in voller Pracht bewundern zu dürfen.
In einer Nacht im August 2008 ist zum Beispiel der riesige „Wall Arch“ zusammengebrochen, der vermutlich Jahrhunderte lang an seinem Platz gestanden hatte. Das nennt man dann „Geologie in Aktion“. Der Delicate Arch ist so etwas wie eine Ikone für Amerikas Westen. Er ziert das Kfz-Nummernschild des Bundesstaates Utah und hat einen hohen Wiedererkennungswert.

Colorado
Auf der nächsten Etappe erreichen wir den 18. und letzten Bundesstaat auf unserer langen USA-Durchquerung. Colorado ist der höchstgelegene Bundesstaat mit durchschnittlich über 2.000 Meter Höhe. Weitere 600 Meter erhebt sich der grüne Tafelberg, der unser Tagesziel ist. Näher und näher kommen wir dem Mesa Verde Gebiet, das ebenfalls zum Nationalpark erklärt worden ist. Hier werden nicht Steinbogen wie im Arches Nationalpark oder Hoodoos wie im Bryce Nationalpark, sondern die Felsenwohnungen der Ureinwohner geschützt.
Im Jahr 1888 gingen zwei Cowboys auf die Suche nach verirrten Rindern und entdeckten als Erste die Überreste der Häuser unter den Felsnischen. Bald schon machten sich Archäologen an die Arbeit und legten die Funde frei. Manche dieser Siedlungen kann man heute allein besichtigen, andere nur im Rahmen einer Führung durch Nationalpark-Ranger. Was die Pueblo-Indianer wohl bewogen haben mag, diesen speziellen Ort zu verlassen, um weiterzuziehen? Niemand weiß es. Vielleicht eine große Dürre, die ihnen die Existenzgrundlage raubte.

An das Four Corners Monument grenzen die vier US-Bundesstaaten Utah, Colorado, New Mexico und Arizona.

An das Four Corners Monument grenzen die vier US-Bundesstaaten Utah, Colorado, New Mexico und Arizona.

Auch wir ziehen weiter und gelangen zu einem äußerst kuriosen Platz, dem „Four Corner Monument“. Hier treffen die vier Bundesstaaten New Mexico, Arizona, Utah und Colorado aufeinander. Vier Staaten an einem einzigen Punkt – das ist einmalig in den USA. Der Punkt liegt auf Indianergebiet. Wir zahlen Parkgebühr und dürfen dann zu viert Händchen halten – und doch ist jeder gerade in einem ganz anderen Bundesstaat. Komisches Gefühl!

Gigantischer Grand Canyon
Und dann rückt sie immer näher, die schnurgerade Straße hinauf zu den berühmten Monolithen und Felsnadeln, die uns aus vielen Cowboyfilmen bestens bekannt sind. Wir erreichen den wunderschön mitten in den Steinen gelegenen Campingplatz von Goulding‘s und gönnen uns einen ruhigen Nachmittag, denn die Hauptattraktion des Tages wartet erst am Abend auf uns: eine Sunset-Tour mit Jeep ins Monument Valley! Auf staubigen Pisten ins Marlboro-Land, wo in der Abendsonne die Felsen so unvergesslich in schönstem Orange erstrahlen.
Auch wenn man denkt, dass die Natur jetzt alles gegeben hat und keine Steigerung mehr möglich ist, so hatte sie noch einen Trumpf für uns im Ärmel: Einmal am Grand Canyon stehen! Wenn das kein Lockruf ist! Dazu aber muss unser Reisemobil etwas klettern. Es geht hinauf auf über 2.000 Meter Höhe.
Für unser Mietmobil absolut kein Problem, die Straßen sind in einem Topzustand. Und dann plötzlich und unvermittelt stehen wir an der Abbruchkante und halten erst einmal den Atem an. Das Ungewöhnliche ist nämlich, dass man nicht zu einer grandiosen Berglandschaft aufblickt, sondern umgekehrt: Man schaut von einer Hochebene hinunter in eine gigantische Schlucht. 1.600 Meter unter uns windet sich der Colorado River, der über fünf Millionen Jahre gebraucht hat, um diesen Canyon auszufräsen. Dass wir am Grand Canyon mitten in der Natur übernachten, zeigt uns am Abend der Besuch von drei kapitalen Hirschen. Sie laufen völlig unbeirrt über den Campingplatz und suchen sich etwas Grünes zum Fressen.

Aufbruch Richtung Heimat
Langsam schließt sich der Kreis. Über die legendäre Route 66, über Bakersfield und die Interstate 5 fahren wir in großen Schritten zurück nach San Francisco, wo der Flieger nach Hause auf uns wartet.
Einst war die Route 66 die „Mutter aller Straßen“ in Nordamerika, die „Mother Road“, und galt seit 1926 als einzige durchgehend befestigte Straße, die über fast 4.000 Kilometer von Chicago bis zur Westküste führte. Heute ist es ein Eldorado für Nostalgiker und versüßt uns mit allerlei Skurrilitäten die Fahrt zurück zur Vermietstation. Als wir in San Francisco am Nachmittag den Heimflug antreten, schlägt es in der Heimat gerade Mitternacht und wir fliegen der Zeit entgegen.

Die Pflege und den Erhalt ihrer einzigartigen Nationalparks lässt sich die USA einiges kosten.

Die Pflege und den Erhalt ihrer einzigartigen Nationalparks lässt sich die USA einiges kosten.

Die Nationalparks in den USA
Die Nationalparks der USA gelten im Ganzen als vielleicht größte Touristenattraktion der Welt mit rund 300 Millionen Besuchern im Jahr. Der älteste Nationalpark der USA – und auch der Welt – ist der Yellowstone-Nationalpark in Wyoming im Westen der USA. Er wurde schon im März 1872 unter Schutz gestellt. Der National Park Service (NPS), der die Parks unter anderem betreut und verwaltet, wurde am 25. August 1916 von Präsident Woodrow Wilson gebildet und ist im Innenministerium angesiedelt. Der NPS verwaltet heute 409 Einrichtungen. Die kleinsten sind historische Orte, etwa das Theater, in dem 1865 Abraham Lincoln erschossen wurde oder die Freiheitsstatue vor New York. In NPS-Museen liegen 167 Millionen Artefakte – vom Strick, mit denen die Mörder Lincolns gehängt wurden, bis hin zum Mantel, in dem George Washington vereidigt wurde. 25 Schlachtfelder vor allem aus dem Unabhängigkeits- und dem Bürgerkrieg, zehn Küstenabschnitte und 19 spezielle Schutzgebiete kommen noch dazu.
Insgesamt umfassen die Gebiete 340.000 Quadratkilometer – Deutschland ist nur 17.000 Quadratkilometer größer. Im Mittelpunkt des NPS stehen die 59 Nationalparks. Der größte, der Wrangell-St.-Elias-Nationalpark in Alaska, ist 53.000 Quadratkilometer groß. In allen Parks zusammen gibt es mehr als 30.000 Kilometer Wanderwege. Mehr als 20.000 Menschen sind beim Park Service angestellt, hinzu kommen fast 250.000 Freiwillige. Im Jahr 1920 hatten die Parks eine Million Besucher. 2015 waren es der Behörde zufolge 307 Millionen. Das entspricht fast der Einwohnerzahl von Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland zusammen.
Die Finanzierung der Parks
Der National Park Service hatte 2013 einen Haushalt von circa 2,5 Milliarden US-Dollar, wobei seit 2009 erstmals Sondermittel aus einem Konjunkturprogramm zur Verfügung standen. Vorher war der Haushalt bei rund 2 Milliarden gedeckt und es hatte seit Jahrzehnten kein Inflationsausgleich stattgefunden. Dafür waren neue Gebiete hinzugekommen, sodass der Dienst massiv sparen muss. Fachpersonal wird, insbesondere in der Besucherbetreuung, zunehmend durch ehrenamtliche Freiwillige ersetzt, die Instandhaltung von Infrastruktur wird vernachlässigt, die Eintrittsgelder der großen Schutzgebiete wurden stetig erhöht. Für das Haushaltsjahr 2014 gibt der National Park Service einen Rückstand bei der Instandhaltung von Infrastruktur von 11,5 Milliarden Dollar an. Und die Rückstände wachsen.
Zum 100. Jubiläum des NPS in diesem Jahr wird kontrovers debattiert, wie der Finanzbedarf gedeckt werden kann. „Yosemite, gesponsert von Starbucks?“, fragte die „Washington Post“ unlängst bereits provokativ. Die Befürchtung: Durch Partnerschaften mit privaten Geldgebern könnte das Naturerbe von Unternehmen vereinnahmt werden. Von Eintrittsgeldern und Spenden allein können sich die Parks nicht finanzieren. Für das laufende Geschäftsjahr, das im Oktober 2015 begann, erhält der Service mit seinen aktuell 22.000 Mitarbeitern gut drei Milliarden Dollar aus dem Staatshaushalt. Darin sind wegen der Jubiläumsfeier 2016 schon deutliche Zuschüsse enthalten. Aber die Regierung ist nicht bereit, das Budget zu erhöhen. Deshalb wurde ein alter Plan aus der Schublade gezogen, der durch „philanthropische Partnerschaften“ Sponsoring der Privatwirtschaft zulässt. Die Namen von Spendern – auch von Unternehmen – dürfen künftig etwa Fahrzeuge oder Sitzbänke in den Parks zieren.

Seite 2 – Guide USA mit Infos zur Anreise, besonderen Verkehrsbestimmungen, wichtige Telefonnummern, Reisemobilstellplätzen auf der CAMP24 USA-Nationalparks-Tour und vielem mehr …

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