Städte-Tour – Budapest von Jacqueline Brunsch
Touristinfo Budapest
Deák Ferenc tér · SütQ u. 2 · 1052 Budapest

  • täglich geöffnet von 8 bis 20 Uhr

Liszt Ferenc tér · Andrássy út 47 · 1061 Budapest

  • täglich von 12 bis 20 Uhr

Infos: www.budapestinfo.hu/en

Kaum zu glauben, dass dieses Gebäude erst 114 Jahre alt sein soll: Wie ein mächtiges Märchenschloss vergangener Zeiten ragt die Fischerbastei mit ihren spitzen Türmen, geschwungenen Treppenaufgängen und den ewig lauernden Drachen am Abhang des Burgberges hervor. Walt Disney hätte es nicht besser machen können. Auch die Aussicht ist wahrlich fabelhaft. So ist es auch kaum verwunderlich, dass sich an jener Stelle, wo einst Scharen von Fischverkäufern ihre Waren ans hungrige Budaer Volk brachten, nun die Touristengruppen auf der Terrasse drängen. Sie knipsen Fotos, deuten auf das riesige Parlamentsgebäude auf der anderen Seite des Donau-Ufers und tun anschließend vor allem eines: Staunen. Dabei vergessen manche sogar, dass rechts von ihnen ein ebenfalls monumentales Bauwerk thront: Der Burgpalast, einst Habsburger Residenz, nimmt als höchst gelegenes Gebäude der Stadt die gesamte Südspitze des Berges ein und dürfte seinen Teil dazu beitragen, dass Budapest liebevoll als das Paris des Ostens bezeichnet wird. Auch wenn die monarchischen Räumlichkeiten die Fliegerbomben des Zweiten Weltkrieges nicht überstanden haben, zieht der Palast seine Besucher dank seiner historischen Bedeutung dennoch in den Bann. So soll das Schloss, fernab der heimisch-royalen Attitüden, vor allem Kaiserin Elisabeth als Rückzugsort und heimliche Spielwiese gedient haben. Heutzutage beheimatet es vier Museen, darunter auch das Historische. Nur einen Katzensprung vom Repräsentationsbau, seinem vorgelagerten Burggarten und dem angrenzenden Ehrenplatz entfernt, beginnt bereits eine ganz andere Welt. Die berühmte Herrenstraße führt Passanten auf schönstem Wege ins malerische Burgviertel. Links und rechts von farbenfrohen Barockbauten gerahmt, taucht man mehr und mehr in die schmalen Gassen und ins Lebensgefühl des 18. Jahrhunderts ein. Dies mag auch an den kaum vorhandenen Autos liegen – ist das Burgviertel doch weitestgehend Pkw-frei. Lebhaft geht es hier aber trotzdem zu. Besonders am Dreifaltigkeitsplatz gibt es viel zu sehen: Vor der Matthiaskirche hat sich gerade eine Menschentraube um vier Straßenmusiker gebildet. Mit Geigen, Klarinette und Hackbrett ausgestattet, spielen sie traditionelle jüdische Klezmermusik – ein tägliches Bild in der Metropole an der Donau. Nach ein oder zwei Stücken zieht es die Meisten aber weiter. Nicht wenige von ihnen begegnen sich kurze Zeit später, über eine Portion Gulasch gebeugt, in einem der hübschen kleinen Restaurants wieder. Diejenigen, die nicht vom Hunger getrieben werden, stärken sich währenddessen entweder mit einem typisch ungarischen dupla fekete, einem doppelten Mokka, oder schlendern direkt in Richtung Standseilbahn weiter. Die Budavári Sikló verbindet seit über 145 Jahren den höchsten Punkt der Stadt mit der Station am Fuße der Kettenbrücke – und das im 48-Grad-Winkel. Wer also mit der „Alten Dame“ fahren möchte, sollte nicht empfindlich sein. Im Zweifelsfall entschädigt die eindrucksvolle Kettenbrücke aber für alle Strapazen. Schließlich ist sie mit ihren 375 Metern nicht nur besonders imposant, sondern auch das Tor zum heutigen Zentrum Pest. Und bei so viel unentdeckter Besichtigungsfläche erscheint der „freie Fall“ mit der alten Berglok vermutlich selbst für die nicht schwindelfreien Erkunder und ihre Füße attraktiv.


Unterwegs In der Stadt
In Budapest kommen populäre Straßennamen mehrfach vor – deshalb besser zweimal auf die Karte schauen, bevor man sich auf Erkundungstour begibt. Sinnvoll ist auch die Stadterkundung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Straßen- und U-Bahnen sowie Busse und Trolleybusse sorgen täglich zwischen 4.30 Uhr und 23.15 Uhr für ein schnelles Pendeln zwischen den beiden Donauseiten. Nachtbusse fahren zwischen 0 und 4 Uhr im Halbstundentakt die wichtigsten Strecken ab. Inhaber der Budapest Card können für 27 Euro 48 Stunden lang alle öffentlichen Verkehrsmittel bis zur Stadtgrenze gratis benutzen. Außerdem fahren EU-Bürger über 65 Jahren in allen städtischen Verkehrsmitteln kostenlos.
www.budapest-card.com


Rundgänge
Der Klassiker um einen ersten Überblick zu erhalten, sind die Hop-on-hop-off-Touren. Beim Kauf eines 24-Stunden-Tickets können unbegrenzt viele Unterbrechungen eingebaut werden. Die Busse der Anbieter starten vor vielen Sehenswürdigkeiten. Eine Alternative ist die Rundfahrt mit dem Amphibienbus, der auf den Straßen und auf der Donau unterwegs ist. Startpunkt ist der Széchenyi Platz 7-8. Spezifischere Führungen werden im jüdischen Viertel angeboten. Von der Großen Synagoge (Dohány utca) aus entdecken Teilnehmer die Stadt aus semitischer Sicht. Wer sich auspowern möchte, sollte aufs Rad umsteigen. Yellow Zebra Bikes bietet entsprechende Touren.
www.riverride.de | www.yellowzebrabikes.com


Sehenswertes
Das Herz der Stadt schlägt eindeutig in Pest. Hier ist auch das pompöse Parlamentsgebäude (Kossuth Lajos tér 1-3) beheimatet. Für EU-Bürger werden im Wahrzeichen der Stadt täglich kostenlose deutschsprachige Führungen angeboten. Sehenswert ist auch die alte Zitadelle auf dem Gellértberg (1118 Budapest, Gellérthegy). Mit der Freiheitsstatue im Rücken und direkt am Donauufer gelegen, bietet sich von der Festungsanlage ein toller Blick auf die Pester Stadt. Abwechslung und echten Nervenkitzel bietet der Besuch des Budaer Burglabyrinths (Úri utca 9). Unter dem Berg verläuft ein düsteres Labyrinth, das ab 18 Uhr im Dunkeln erkundet werden kann.
www.latogatokozpont.parlament.hu | www.labirintus.com


Museen
Die Museumslandschaft ist mit rund 100 Ausstellungshäusern äußerst vielfältig. Wichtigstes Prestigeobjekt ist die Ungarische Nationalgalerie. Über vier Flügel des Burgschlosses erstrecken sich ungarische Werke aus dem 11. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit. Geschichtlich Interessierte sollten sich im Historischen Museum (beide Szent György tér 2) über die jahrhundertelangen Entwicklungen der einst getrennten Städte Buda, Pest und Óbuda informieren. Einen sehr anschaulichen Blick in die Zeit des Zweiten Weltkrieges und des Kalten Krieges bietet das Felsenkrankenhaus Atom­bun­­ker Muse­um (Lovas út 4/C) mit nachgestellten Szenarien.
www.mng.hu | www.sziklakorhaz.eu


Kirchen
Marienkirche, Moschee und Krönungskirche: Die Funktion der Matthiaskirche (Szentháromság tér 2) hat sich über die Jahrhunderte schon einige Male geändert. Bekannt ist sie aber vor allem deshalb, weil hier Franz Joseph I. und Elisabeth 1867 zum Königspaar gekrönt wurden. Doch auch das Innere mitsamt der königlichen Schatzkammer ist sehenswert. Auf der anderen Flussseite befindet sich die St.-Stephansbasilka. (Szent István tér), die größte Kirche der Donau-Metropole. Architekturliebhaber können sich an der Kuppel sattsehen, Freunde des Kuriosen sollten in der Kapelle des heiligen Leopold die „Heilige Rechte“ von Staatsgründer König Stephan beäugen.
www.matyas-templom.hu | www.de.bazilika.biz


Thermalbäder
In keiner anderen Großstadt der Welt sind mehr Thermal- und Heilquellen zu finden, als in der Perle an der Donau. Auch die Osmanen wussten die 118 natürlichen Quellen zu nutzen und haben eines der schönsten Bäder der Stadt geschaffen: Das Rudas-Heilbad (Döbrentei tér 9) ist bereits 450 Jahre alt und versprüht rund um die 16 bis 42 Grad warmen Becken noch immer einen ganz besonderen Charme. Wer lieber die Kombination aus Hallen- und Freibad mag, ist im palastartigen Széchenyi-Heilbad (Állatkerti krt. 9-11) richtig. Hier gibt es Wellness-Anwendungen der Extraklasse – und wer Glück hat, findet sogar einen Spielpartner für eine Partie Schach.
www.de.rudasfurdo.hu | www.szechenyibad.hu


Restaurants
Das Schlemmen in der Hauptstadt macht nicht nur durch das niedrigere Preisniveau glücklich. Schließlich gibt es hier von ungarischer Hausmannskost bis zur experimentierfreudigen Küche alles. Bodenständig, traditionell und günstig geht es beispielsweise im Kék Rózsa (Wesselényi u. 9) zu. Die ungarischen Hauptgerichte kosten zwischen 4,50 und 10 Euro. Für den kleinen Hunger empfiehlt sich ein Ausflug in die Zentrale Markthalle (Vámház krt. 1-3). Hier kann im Ambiente des 19. Jahrhunderts an Wurst-, Brot-, Fisch- sowie Obst- und Gemüse-Ständen genascht werden. In der ersten Etage werden außerdem Snacks aufgetischt.
www.kekrozsaetterem.hu


Kaffeehäuser
Ähnlich wie in Wien gab es auch in Budapest eine Hochzeit der Kaffeekultur und Literatencafés. Um 1900 gab es stadtweit rund 600. Noch heute sind überall in der Stadt prächtige Kaffeehauspaläste erhalten. Eines der schönsten ist das Centrál Kávéház (Károlyi Mihály utca 9) mit seinen hohen Stuckdecken und eleganten Lederpolstern. Auch das Café Gerbeaud (Vörösmarty tér 7-8) ist legendär. In stilvollem Ambiente können Besucher zwischen zahlreichen Tortenvarianten wählen. Wer sich nach einem Stück Heimat sehnt: Das Café Eckermann (Ráday utca 58) bietet eine große Auswahl deutscher Tageszeitungen.
www.centralkavehaz.hu | www.gerbeaud.hu


Einkaufen
Haupteinkaufszone ist die schicke Váci utca in der Pester Innenstadt. Sie geht direkt in die Deák Ferenc utca über, wo es vor allem die Kollektionen internationaler Designer gibt. Individueller und zumindest teilweise günstiger geht es in den Modeläden auf der Rákóczi út und dem Großen Ring zwischen Jászai Mari tér und Blaha Lujza tér zu. Ungarische Handwerkskunst, wie Stickwaren oder Töpferartikel, sind auf kleinen Basaren in den Innenstadtgassen erhältlich. Antiquitäten-Liebhaber können dagegen in der Falk Miksa utca ausgiebig stöbern. Ungewöhnlichere Artikel und echte Schnäppchen sind auf dem Chinesenmarkt (Kőbányai út) zu finden.
www.welovebudapest.com


Mit Kindern
Einmal selbst Lokomotivführer sein – das können Kinder im Ungarischen Bahnhistorischen Park (Tatai u. 95). In Europas größtem Eisenbahn-Freilichtmuseum steuern die Kids per Simulator nostalgische Züge oder Draisinen. Ebenfalls beliebt ist der Budapester Zoologische Garten (Budapest, Állatkerti krt. 6-12). Bei rund 3.000 Tieren wird es so schnell nicht langweilig. Besonders beliebt sind der Streichelzoo und die Fütterung der Seelöwen. Im Museum MiniCity (Király u. 8) tauchen kleine Besucher hingegen in die Arbeitswelt der Erwachsenen ein und versuchen sich als Mini-Florist oder Nachwuchs-Friseur.
www.vasuttortenetipark.hu | www.zoobudapest.com/en


Kultur
Budapest verfügt über eines der glanzvollsten und schönsten Opernhäuser weltweit. Auch die Oper-Aufführungen und die des Staatsballetts sind erstklassig. Deshalb gehört ein Besuch der Staatsoper (Andrássy út 22) unbedingt zum Pflichtprogramm. Das Vorzeigeobjekt der Theaterszene ist das Neue Nationaltheater (Bajor Gizi park 1). 2002 fertiggestellt bietet die Hauptbühne 619 Zuschauerplätze. Deutlich größer ist der Nationale Konzertsaal im Palast der Künste (Komor Marcell u. 1). Im modernen Multifunktionsbau, der Musik, Theater und die Bildenden Künste präsentiert, finden regelmäßig Klassik- und Folk-Konzerte sowie Tanzaufführungen statt.
www.staatsoper-budapest.de | www.budapest.com


In der Natur
Mitten auf der Donau und zentral in der Stadt liegt die 2,5 Kilometer lange Margareteninsel, die grüne Lunge der Stadt. In den zahlreichen Parks tummeln sich Sportler, Picknicker und Schaulustige gleichermaßen. Einer der schönsten Plätze ist der Japanische Garten, der mit Felsengärten, Tümpeln und Schildkröten zum Abschalten einlädt. Wer lieber hoch hinaus will, kann im Westen der Stadt mit der Seilbahn auf die Gipfel der Budaer Berge fahren. Auf dem Jánoshegy, dem höchsten Flecken Budapests, lohnt sich der Aufstieg auf den Elisabeth-Turm. Mit viel Glück kann man auf über 530 Metern Höhe sogar den Kékes, den höchsten Berg des Landes sehen.
www.budapest.com | www.bkv.hu/de


Am Abend
Das Nachtleben der Stadt findet vor allem in der Pester Innenstadt zwischen Donau und Großem Ring statt. Besonders lebhaft geht es am Liszt Ferenc tér zu. Rund um das Denkmal von Komponist Franz Liszt bieten zahlreiche Lokale ein Plätzchen für den Abend. Eine der beliebtesten Kneipen ist die Ferencz József Söröző (Nagymező u. 12). Hier grüßen noch Franz und seine Sisi von den Wänden. Am eleganteren Donaukorso, Budapests Flaniermeile, kann der Wein auf den zahlreichen Restaurantterrassen mit direktem Blick auf den Fluss genossen werden. Wer einmal zur traditionellen ungarischen Folklore feiern möchte, sollte in der Budaer Redoute (Corvin tér 8) vorbeischauen.
www.hagyomanyokhaza.hu


Umgebung
Rund 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernt befindet sich das Schloss Gödöllő (Grassalkovich-kastély). Das barocke Bauwerk wurde einst Franz Joseph und Sisi zur Krönung geschenkt und gilt als eines der Lieblingsschlösser der ehemaligen Kaiserin. Besonders sehenswert sind die Ausstellung über das Herrscherpaar sowie die prächtige Parkanlage. Wer Budapest und vor allem die schöne Umgebung einmal vom Wasser aus sehen möchte, sollte eine Fahrt ins Donauknie in Erwägung ziehen. Highlights der Tour sind die Bischofsstadt Vác, die Basilika Esztergom und die Hochburg von Visegrád. Der Blick auf die Landschaft des Mittelgebirges tut sein Übriges.
www.kiralyikastely.hu | www.mahartpassnave.hu


Fazit
Keine Frage: Budapest hat längst seinen einstigen Ostblockcharme und den kommunistischen Staub abgeschüttelt und sich zu einer echten Perle an der Donau gemausert. Dabei bietet die 1,7 Millionen Einwohner zählende Stadt alles, was das Touristenherz begehrt: eine spannende Geschichte rund ums Habsburger Königshaus, einen Mix aus verspielten neoromanischen- und prunkvollen Jugendstilbauten sowie moderne Weltarchitektur. Mit Grünflächen wie der Margareteninsel oder den Budaer Bergen haben die Bewohner der Stadt außerdem idyllische Rückzugsorte direkt vor der Haustür. Auch in den zahlreichen Kaffeehäusern und Thermalbädern kann man wie in kaum einer anderen Metropole vom Alltag abschalten.

Wohnmobil-Stellplätze & Campingplätze | Budapest
Római Camping
Szentendrei út 189 · 1031 Budapest
GPS: 45°57’41.2″N/19°05’20.7″O
Budapests größter Campingplatz im Norden der Stadt befindet sich in Donau-Nähe an einem großen Park. Auf dem Gelände sind ein beheiztes Freibad und eine Gaststätte vorhanden. Mit der S-Bahn gelangen Gäste in einer halben Stunde zum Parlamentsgebäude in der Innenstadt.
www.romaicamping.hu


Arena Camping
Pilisi utca 7 · 1106 Budapest
GPS: 47°30’15.3″N/19°09’30.4″O
Ebenfalls sehr zentral gelegener Campingplatz in Budapest. Der Öffentliche Nahverkehr fährt alle zehn Minuten ins Zentrum. Die Fahrtdauer beträgt 30 Minuten.
www.de.arenacamping.eu

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