FRANKIA I 640 SD F-Line – Profi-Check von Egbert Schwartz
Herstellerinfo
Frankia-GP GmbH
Bernecker Str. 12 · D-95509 Marktschorgast
Tel. 09227-7380
www.frankia.de

Ein handliches Reisemobil für Zwei soll es sein. Außen knackig kompakt und innen dennoch mit viel Bewegungs-Spielraum auf einem durchdachten Grundriss sowie einer praktischen Einrichtung. Das kann ja nur ein Kompromiss werden, meinen Sie? Stimmt. Der will dann aber gut durchdacht sein, um in puncto Komfort nicht auch als solcher zu wirken. Die Konstrukteure des fränkischen Reisemobil-Herstellers Frankia hatten sich darüber zunächst intensiv Gedanken und dann eben einen kurzen Kompromiss gemacht. Der stellt sich uns in Gestalt des Integrierten I 640 SD als „das kürzeste Modell“ aller Baureihen aus der Marktschorgaster Manufaktur vor: Die Ziffer in der Bezeichnung weist auf die Außenlänge von 6,46 Metern hin. Wahrlich keine imposante Größe. Sondern vielmehr eine überschaubare, die sich – auch dank des Radstands von 3,98 Metern und der Kombination aus Fiat-Ducato-Chassis und Alko-Tiefrahmen – vergleichsweise handlich chauffieren und rangieren lässt.

Grundrissbetrachtung: Kurz und gut
Zunächst einmal interessiert uns die Frage, ob auch das Innere dieses zum Modelljahr 2017 gründlich modernisierten I 640 SD überschaubar gestaltet ist. Der Grundriss hat uns auf den ersten Blick eine raumökonomisch durchdachte Einrichtung versprochen: Mit einem quer im Heck installierten Bad, einer komprimierten Winkelküche im Anschluss, einem schlanken Kühl- und ebensolchen Kleiderschrank gegenüber sowie einem großen elektrischen Hubbett über der Sitzlounge. Und es ist dieses Arrangement aus einer L-Bank auf der rechten Seite, einem Längssofa auf der linken sowie dem in einer Schiene längsvariablen Tisch, das nach dem Entree durch die – mit 52,5 Zentimetern effektiver Breite doch recht schmale – Hartal-Aufbautür ein auf Anhieb luftig-uneingeschränktes Raumgefühl vermittelt. Da mag man spontan vergessen, dass dieser kurze Integrierte ein reines Zwei-Personen-Mobil ist: Die Cockpitsitze standardgemäß umgedreht, können die beiden Gastgeber noch bis zu fünf weitere Erwachsene auf die langen Bänke um den Tisch platzieren, dessen zweigeteilte Oberplatte sich mit wenigen Handgriffen auseinanderziehen und dank eines hochschwenkenden Mittelstücks für ein veritables Menüarrangement vergrößern lässt.

Küche: In der Kürze liegt die Würze
Für die Zubereitung des Essens haben die fränkischen Gourmet-Experten mit der neu gestalteten „MaxiFlex-Küche“ wahrlich ein konzeptionelles Schmankerl geschaffen: Die Bezeichnung zielt auf die multifunktionale Einrichtung der Küche. In der Tat gefällt sie auf den ersten Blick mit einer durchdachten Anordnung der Komponenten auf der robusten, mit Mineralwerkstoff beschichteten Platte: Ganz links gibt‘s zwei Kochstellen mit Aufsätzen, auf denen große Töpfe und Pfannen sich nicht in die Quere kommen und sicher stehen. Das sollte für ein Zwei-Personen-Menü ja auch reichen. Tut‘s das nicht, deckt man mal eben schnell die dritte Kochstelle gleich daneben auf. Ein praktisches Feature ist die Abdeckplatte der Rundspüle, die sich als zusätzliche Abstell- oder Arbeitsfläche in eine Schublade unterhalb der Spüle einfügt. Ein weiterer Pluspunkt ist der in die Küchenplatte integrierte Mülleimer: Abdeckung auf, Abfall rein, Deckel wieder drauf.
Absolut empfehlenswerte Option ist das Frankia-Frischwasser-System („FFS“) für 330 Euro mit zweiter Einhebelmischbatterie über dem Abtropfbecken, die aus einem mobilen 20-Liter-Zusatztank gespeist wird (siehe Kasten „Highlight“): Mit frischem Wasser schmeckt der Kaffee einfach … na ja: frischer! Soll‘s zum Digestif etwas Hochprozentiges sein, so greift der Gastgeber in die repräsentative Gläser-Vitrine im Eingangsbereich, zwei Flaschen holt er aus dem Barfach im Tischfuß.

Hubbett: Länger schlafen
Stellt sich nach dem Genuss die entsprechende Bettschwere ein, ist das Nachtlager zumindest für die beiden Bewohner des I 640 SD nicht weit: Es befindet sich unmittelbar über dem Cockpit in Gestalt eines Doppelbetts mit komfortabler 13-Zentimeter-Kaltschaummatratze, das sich per Knopfdruck summend bis auf 1,17 Meter herabsenken und bequem über die Sitzbänke entern lässt. Was selbst weniger sportlich talentierte Naturen locker bewerkstelligen. Falls nicht: Eine Leiter gibt‘s für 69 Euro Aufpreis.
Mit dem Konstrukt des Hubbetts erklärt sich dem unbedarft neugierigen Besucher letztlich auch die Raumökonomie des kurzen Grundrisses. „Clever versteckt!“ mag er angesichts der Anordnung des Hubbetts sagen, das im Tages-Ruhezustand keine Einschränkung in Sachen Kopffreiheit für die Couch-Besetzer bedeutet.
Zum Absenken müssen übrigens nur die Lehnen der Cockpitsitze umgeklappt werden. Den Tisch kann man kann man nach vorne schieben (muss aber nicht). Im Standard-Liegeflächenmodus bleibt in der Lounge immer noch Sitzplatz für drei bis vier Personen. Will sich das Besitzerpaar indes mal intensiver ausstrecken, ist die Investition von 980 Euro ins variable „Duobett“ fällig. Dessen Rahmen wird dann zum Umbau schubladenartig zur Raummitte hin ausgezogen und mittels zweier Einhängeschleifen an solide montierten Haken stabilisiert. Anschließend legt man am Kopfende zwei Zusatzpolster ein, die das Quer- in ein Längs-Doppelbett, sprich: die 1,40 Meter Breite in knapp zwei Meter Länge verwandeln. Was allerdings die Lounge nahezu komplett überdeckt und damit auch die letzten Gäste hinauskomplimentiert.

Bad: Kurz mal breit gemacht
Das Hubbett als Ersatz für reguläre Festbetten ist der eine Grundrisskonzept-Trick für die kompromissreiche Raumökonomie des kurzen I 640 SD. Das Bad ist der andere: Die quere Anordnung im Heck ist für den informierten Reisemobilisten zwar keine konzeptionelle Neuheit. Aber in der Kombination mit dem Hubbett macht sie eben das luftige Layout in diesem 6,46-Meter-Integrierten möglich. Und bei einer Innenbreite von 2,19 Metern konnten die Gestalter diese Nasszelle tatsächlich großzügig planen: In der Mitte erhebt sich auf einem an der Wand montierten Waschtisch auf ergonomisch passender Höhe ein freistehendes Kunststoffbecken. Es wird über eine verchromte Wasserhahn-/Mischhebel-Kombination befüllt, deren Design auch dem heimischen Bad in nichts nachsteht. Links in der Wand ist ein illuminiertes Regal eingelassen, in dem man beispielsweise Zahnbürsten und -pasta parken kann – zumal Frankia hier aus Platzgründen auf die üblichen Becherhalter verzichtet und sich lediglich auf einen montierten Seifenspender beschränkt hat. Stauraum findet sich hier im Bad allerdings reichlich: Zum einen im Waschtisch und im dreigeteilten Spiegelschrank an der Wand, zum anderen in einem Hochschrank mit offenen Regalen gleich neben der angenehm ellenbogenfreien Duschkabine. Die präsentiert sich in einem edlen Schwarzweiß-Design und mit wellnessoasiger Illumination. Den Spritzwasser-Schutz nach außen übernimmt eine zweiflügelige Echtglastür, deren Hälften sich sowohl nach innen wie außen schwingen lassen. Letzteres ist nötig, um die neu in der Decke integrierte Kleiderstange herunterklappen zu können, mit der sich die Dusche zur Trockenkammer für regennasse Jacken umfunktionieren lässt.

Stauraum und Technik: Keine Kompromisse
Staukapazitäten bietet der I 640 SD trotz seiner kompakten Abmessungen reichlich: Im Kleiderschrank gegenüber der Küche, den fünf Oberschränken im Wohnraum oder dem 34 Zentimeter hohen, durchgehenden Fach im Doppelboden, das von außen beidseitig über zwei Serviceklappen und teils auch von oben via den Sitzbänken erreichbar ist. Verschmutzte Schuhe finden ihren Platz unter einer Klappe im Eingangsbereich. In der vorherigen Generation waren hier noch Aufbaubatterie, Elektrikinstallation und Sicherungskasten untergebracht. Sie sind im 2017er-Modell in ein Bodenstaufach im Küchenbereich gewandert und dort nur mit reichlich Verrenkungen erreichbar – einer der wenigen Wermutstropfen des neuen Jahrgangs. Ein altes Plus ist das Frankia-typische Zentralversorgungs-Fach mit Stromkabelrolle, Wasser- und Abwasserschlauch, beim I 640 SD gut zugänglich im Heck installiert. Unverändert sind Frisch- und Abwassertank frostsicher im beheizten Doppelboden untergebracht.

Antrieb: Mal eben kurz beschleunigt
Serienmäßig ist das 130-PS-Multijet-Triebwerk des Ducato installiert, unser Testwagen mit dem 40-H-Chassis und 4,5 Tonnen Gesamtgewicht war mit der 148-PS-Variante motorisiert, die mit dem handlich-kurzen und inklusive Sonderausstattungs-Features knapp 3,4 Tonnen schweren Integrierten relativ leichtes Spiel hat. Mit dem Standard-60-Liter-Tank wäre der I 640 SD mit seiner 3,02 Meter hohen Stirnfläche allerdings nicht auf Langstrecke getrimmt, bei einem Durchschnittsverbrauch von rund 12 Litern käme man damit gerade mal knapp 500 Kilometer weit. Im High-Chassispaket ist konsequenterweise der 120-Liter-Spritbehälter enthalten, der sich aber auch für die Basisversion empfiehlt und dort nur 99,00 Euro Aufpreis kostet.

Fazit
Der Frankia I 640 SD empfiehlt sich als kurzer und guter Kompromiss für ein Paar, das die Integrierten-Vorteile des durchgehenden Raumgefühls und der aussichtsreichen Panorama-Frontscheibe mit der handlichen Kompaktheit eines 6,50-Meter-Reisemobils kombinieren möchte. Dabei darf es sich über einen variablen, wintertauglichen Urlaubsraum mit platzsparendem Hubbett und geräumigem Querbad sowie einer – wie im Falle unseres Testmobils – hohen Zuladungskapazität freuen.

Bewertung | 1-6 Sterne
Außendesign
Übersicht
Handlichkeit
Testwagen-Motorisierung/Agilität
Fahrverhalten
Verbrauch
Zuladungskapazität
Garage/Staufächer
Grundriss
Innendesign
Möbelbau
Küche
Bad/Sanitär
Wohn-/Sitzbereich
Schlafkomfort
Elektrik/Installation
Wasserkapazität
Stauraumkapazität innen
Verarbeitungsqualität
Ausstattung
Preis
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Artikelbewertung
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 Technik-Guide: FRANKIA I 640 SD F-Line 
Außenmaße L x B x H 6.460 x 2.300 x 3.020 mm
Radstand 3.980 mm
Stehhöhe 1.980 mm
Hubbett 1.920 x 1.400 mm (Duo-Bett: 1.920 x 1.970 mm)
Bett Sitzgrupp 1.170 x 2.000 mm
Schlaf-/Sitzplätze 2 (+2)/2 (+2)
Technisch zulässige Gesamtmasse 3.850 kg (Testwagen: 4.500 kg)
Masse in fahrbereitem Zustand 3.170 kg (Testwagen: 3.190 kg)
Zusatzgewicht durch Extras 203 kg
Testwagengewicht 3.393 kg
Zuladung Testwagen 1.107 kg
Anhängelast 2.000 kg
Basisfahrzeug | Chassis Fiat Ducato | 35 L mit Alko-Tiefrahmen und Breitspurhinterachse (Testw.: 40 H)
Reifen 225/75 R 16 C
Motor | Schadstoffklasse 2,3 JTD Multijet | Euro 6
Hubraum | Leistung 2.287 ccm | 96 kW/130 PS (Testwagen: 109 kW/148 PS)
Antrieb | Getriebe Front | 6-Gang manuell
Testverbrauch 11,9 l/100 km
Sicherheitseinrichtung ABS, ASR, EBV, ESC, ESP, Traction+, Hill Holder, HDC, Fahrer-/Beifahrerairbag

Holzfreie Sandwich-Konstruktion, GFK-Verkleidung (hagelresistent), Wand-/Dach-/Boden-Isolierung mit Styrofoam (34 mm), GFK-Frontmaske, beheizter Doppelboden; 2 Mini-Heki + 1 Panorama-Heki jew. inkl. Kombirollo, 4 Seitz-S7-P-Isolierfenster, Verdunkelungsrollo für Frontscheibe, Sonnenrollos, Verdunkelungs-Plisees, Aufbautür mit el. Trittstufe, Fahrertür mit el. FH, Zentralversorgung (Wasser, Abwasser, Strom), 2 Serviceklappen (Bodenstauraum).

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Möbelbau in mehrfach verleimtem Balsaholz, Holzdekor in Noce/Blanco oder Oak/White; L-Sitzgruppe mit Seitensofa, variabler Tisch inkl. Konsole mit Barfach, drehbare Cockpitsitze, Polsterdesign Wohnwelt Citrin, elektr. Hubbett mit Kaltschaummatratze und Lattenrost, Kleiderschrank, 3 Oberschränke.

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Winkelküche mit HPL-Platte, 2-Flamm-Gasherd, zus. integr. 1-Flamm-Kochstelle inkl. Abdeckung, integr. Spüle inkl. Einhebel-Mischbatterie und Hartholzabdeckung, Abtropfbecken (Option: zus. Einhebel-Mischbatterie), integr. Mülleimer, Gewürzregale, Unterschrank mit Schubauszügen, 2 Oberschränke, 160-l-Absorber-Kühlschrank mit sep. Frosterfach (30 l).

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Heckbad: Waschtisch mit Aufsatzbecken, Einhebelmischbatterie, Duschkabine inkl. Einhebel-Mischarmatur/Handbrause/2-teilige Echtglastür, 3-teiliger Spiegelschrank, Papierrollenhalter, Seifenspender; Toilette: Keramik, drehbar, zweite Fäkaliencassette, Fahr-/Frisch-/Abwassertank: 50/150/130 l.

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Heizung: Truma Combi CP Plus inkl. 10-l-Warmwasserboiler; 3 x 230-V-, 2 x 12-V-, 3 x USB-Steckdosen, LED-Innenbeleuchtung; Aufbaubatterie: 1 x 80 Ah, Ladegerät 18 Ah; Gasvorrat: 2 x 11 kg.

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Grundpreis I 640 SD (40 H, 130 PS): 85.890,- Euro
Testfahrzeugpreis: 98.386,50 Euro

Extras im Testfahrzeug:

  • High-Chassispaket mit 148-PS-Motor inkl. 120-l-Tank, 3.227,50 Euro
  • Fahrradträger, 1.040,- Euro
  • Duobett, 980,- Euro
  • Teppich, 630,- Euro
  • Backofen/Grill, 650,- Euro
  • Alpine CD/Navi/Display-Radio, 1.599,- Euro
  • TV-Paket, 3.950,- Euro
  • SL-22“-Flatscreen, 90,- Euro
  • FFS-Frischwasser-System, 330,- Euro
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 Der FRANKIA I 640 SD F-Line im camp24 Zufriedenheits-Check
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Sitzposition Fahrerhaus
Handling
Motorisierung
Verbrauch
Bremsleistung
Klappergeräusche
Sitzkomfort Wohnbereich
Platz beim Essen
Platzierung TV
Stauraum & Schränke
Lüftung
Raumgefühl
Platzangebot Betten
Bequemlichkeit
Platzierung TV
Stauraum & Schränke
Ausleuchtung
Lüftung
Ausstattung
Platzangebot & Arbeitsfläche
Lüftung & Abzug
Stauraum & Schränke
Ausleuchtung
Benutzerfreundlichkeit
Bewegungsfreiheit WC
Bewegungsfreiheit Dusche
Spritzwasser & Ablauf Dusche
Lüftung & Abzug
Stauraum & Ablagen
Funktionalität
Verarbeitungsqualität
Heizleistung
Zuladung
Alterstauglichkeit
Design
Funktionalität

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