Städte-Tour – Freiburg von Jacqueline Brunsch
Touristinfo Freiburg
Rathausplatz 2–4 · 79098 Freiburg
Tel. 0761-3881880
Öffnungszeiten:

  • Mo.-Fr.: 8-18 Uhr
  • Sa.: 9.30-14.30 Uhr
  • Sonn- und Feiertage: 10-12 Uhr

Infos: www.freiburg.de

Im steinernen Treppenhaus ist es eng, dunkel und stickig. An die Wand gedrückt und nach Luft lechzend bahnen sich Touristen-Karawanen ihren Weg nach oben. Keine Frage: Die Besteigung des Münsterturms ist nichts für Klaustrophobiker. Umso größer ist das Glücksgefühl, wenn man nach 333 Stufen endlich auf der Aussichtsetage in 70 Metern Höhe angekommen ist. Von hier bietet sich ein atemberaubender Blick über die Dächer der flach bebauten Freiburger Altstadt, die der kolossalen Kathedrale seit über fünf Jahrhunderten zu Füßen liegt: Damals wie heute sollte nichts die Sicht auf den Schwarzwald im Osten und die Vogesen im Westen versperren. Oder ging es den Städteplanern doch nur darum, dem rostroten Münster bloß nicht die Show zu stehlen?
Letzteres wäre ohnehin schwierig geworden: Nicht ohne Grund versetzten der insgesamt 116 Meter hohe Turm und das imposante Kirchenschiff Kunsthistoriker über die Jahrhunderte reihenweise ins Schwärmen – für den Theologen Sebastian Münster stellte der romanisch-gotische Bau damals sogar eines der sieben Weltwunder dar. Ganz so euphorisch fallen die Besucherurteile heute zwar nicht mehr aus, aber noch immer möchten eine halbe Millionen Menschen jährlich das Wahrzeichen sehen. Im Innern drängen sie sich dann vor allem vor den Wänden der Portalhalle. An ihnen prangen bunte biblische Figuren, die einst weniger lesetüchtigen Gläubigen Einblicke in die Bibel gegeben haben.
Nicht weniger wuselig geht es auf dem Münsterplatz vor der Kathedrale zu: Während in der Luft eine würzige Duftmischung aus Schwarzwälder Speck und deftigen „Langen Roten“ (der Freiburger Grillwurst) liegt, versuchen die zahlreichen Händler ihre Waren ans Fußvolk zu bringen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass ein Gros nach dem Besuch des Gotteshauses erst einmal den Markt erkundet und im Handumdrehen über Preise feilscht. Ein Wiedersehen gibt es dann am Fischbrunnen in der Marktmitte: Hier wird traditionell pausiert – meist mit einer Wurst in der Hand.
Gedanklich sind die Schaulustigen aber schon an ihrem nächsten Ziel: Dem Historischen Kaufhaus, das ebenfalls direkt am Platz liegt. Mit seinen bunt gedeckten Türmchen und den vier goldverzierten Rittern zählt das dunkelrote Gebäude der ehemaligen städtischen Marktverwaltung zu den schönsten der Stadt. Ein, zwei Fotomotive später führt der Weg dann durch das schmale Kaufhausgässle und die Schusterstraße weiter in Richtung Kaiser-Joseph-Straße, der Haupteinkaufsmeile. Spätestens jetzt fallen die schmalen, flachen Bächle auf, die überall durch die Gassen der Altstadt fließen. In den einstigen Wasserläufen für Löschwasser planschen heute gerne Kinder herum oder lassen Boote treiben. Touristen sollten sich den Tritt ins kühle Nass allerdings gut überlegen: Denn wer ins Bächle tappt, heiratet früher oder später einen Freiburger, so die Legende.
Humorvolle Einheimische prophezeien deshalb gerne, dass man nur auf der besagten Kaiser-Joseph-Straße noch schneller Geld verprassen kann, als in der Ehe: Die Shoppingmeile ist schließlich eine der teuersten Straßen des Landes. Da ist es wohl nicht nur für die Freiburger Gatten ein Trost, dass immerhin die Sehenswürdigkeiten entlang des Weges, wie der Bertoldsbrunnen und das mittelalterliche Martinstor, nach wie vor kostenlos bestaunt werden können.


Unterwegs In der Stadt
Ganz im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens ist Freiburgs Innenstadt bequem zu Fuß zu erkunden.
Alternativ lohnt sich auch der Tritt in die Pedale: Die Stadt im Schwarzwald verfügt über viele schöne und gut ausgebaute Radwege. Zudem gibt es an den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten auch genügend Stellplätze. Kein Wunder, dass das Fahrrad in Freiburg das wichtigste Verkehrsmittel ist. Ausgeliehen werden können die Drahtesel und E-Bikes beispielsweise in der Radstation Freiburg an der Rückseite des Hauptbahnhofes. Die Miete für ein normales Rad beträgt pro Tag 13, für ein E-Bike 25 Euro.
Wem das zu viel Bewegung sein sollte: Freiburg bietet auch ein gut ausgebautes öffentliches Nahverkehrssystem.
www.freiburgbikes.de


Rundgänge
Wer Freiburg von seiner schaurigen Seite kennenlernen möchte, kann das mit den Historix-Tours tun. Kostümierte Schauspieler führen in den Abendstunden zum alten Friedhof, auf den Schlossberg und zur Universität und erzählen Anekdoten über Henker, Mönche und Hexen.
Einen Blick auf die badische Speisenvielfalt können die Besucher der Probiertour über den Freiburger Münstermarkt erhaschen. Die Gästeführer von Freiburgerleben steuern viel Wissenswertes bei und sorgen für den einen oder anderen Probierhappen.
Über die Zukunftswerkstatt Green City informiert dagegen Freiburg Future Lab in speziellen Führungen.
www.historix-tours.de | www.freiburgerleben.com | www.freiburg-future-lab.eu


Sehenswertes
Wer das Treiben der Stadt authentisch erleben möchte, sollte am Augustinerplatz vorbeischauen. Mitten in der Altstadt gelegen und von farbenfrohen Häusern gesäumt, ist er ein beliebter Treffpunkt.
Fünfhundert Meter weiter warten die Rathäuser am Rathausplatz als beliebte Fotomotive: Einer der Gründe ist womöglich, dass sie direkt nebeneinander liegen – das hat Seltenheitswert! Während das Alte Rathaus aber vor allem durch seinen roten Anstrich auffällt, stechen beim Neuen Rathaus der schnörkelige Balkon und das Kupfertürmchen heraus. Täglich um 12 Uhr erklingt von hier aus auch das Glockenspiel. Das älteste Rathaus Freiburgs ist außerdem Gerichtslaube. Es liegt im Hof hinter dem Alten Rathaus.
www.tourismus-bw.de


Museen
Das wiedereröffnete Augustinermuseum (Augustinerplatz) hat Freiburgs Ruf in der Museen-Szene gehörig aufpoliert. Das ehemalige Kloster überzeugt nicht nur durch seine Architektur, sondern auch durch seine Exponate: Unter anderem können hier originale Figuren und Wasserspeier aus dem Münster bestaunt werden. Ebenfalls interessant ist das Archäologische Museum (Rotteckring 5). Besucher verfolgen hier das Leben um Freiburg von der Steinzeit bis ins Mittelalter.
Tief unter die Erde geht es im Museumsbergwerk Schauinsland (Schauinslandstraße 390). Mit Bauhelm und Lampe ausgestattet geht es in den Stollen, wo Führer erklären, wie hart die Bergleute schufteten.
www.freiburg.de | www.schauinsland.de


Kirchen
Das Freiburger Münster ist das Wahrzeichen der Stadt und absoluter Besuchermagnet. Kein Wunder: Der mutmaßliche Architekt Erwin von Steinbach schuf immerhin ein gotisches Bauwerk, das bei seiner Einweihung 1513 einzigartig war. Imposant ist vor allem die zwölfeckige Sternengalerie, die den insgesamt 116 Meter hohen Turm schmückt. Bei seiner Besteigung lassen sich die Lichtspiele durch die verschnörkelten Fensteröffnungen besonders gut beobachten.
Einen interessanten Kontrast zur mächtigen Kathedrale bietet die Universitätskirche (Bertoldstraße 24). Als Jesuitenkirche gebaut, ist sie sparsamer dekoriert – so hängt auch die Christusfigur nicht am Kreuz. Dank der guten Akkustik finden hier oft Konzerte statt.
www.freiburgermuenster.info


Spezialitäten
Passend zum süddeutschen Kosewort „Bobbele“ (Verniedlichungsform für Puppe) gibt es in Freiburg eine gleichnamige Süßigkeit, die man seinen Liebsten als Souvenir mitbringen kann. Aber Achtung: Bei den Pralinen mit Nougat, Haselnusskrokant, Biskuit und Zartbitterkuvertüre besteht Suchtgefahr. Hergestellt werden sie im Café Schmidt (Bertoldstraße 19a).
Eine weitere Spezialität ist die Münsterwurst, eine rote Grillwurst mit oder ohne Zwiebeln. Vertrieben wird sie zuhauf auf dem Münsterplatz, hergestellt wird sie von der Metzgerei Müller (Brombergstraße 3).
Für die Freiburger Vegetarier gibt es den Bibiliskäs, eine Art Kräuterquark. Käsespezialist Carlo Stähle stellt diesen an der Schusterstraße selbst her.
www.cafeschmidt.de | www.metzgerei-mueller.com


Restaurants
Gute badische Küche gibt es im Gasthaus zum Roten Bären (Oberlinden 12) – eines der ältesten in ganz Deutschland.
Ebenfalls badische Gerichte gibt es im Deutschen Haus (Schusterstraße 40) auf den Teller, dafür aber im rustikalen Ambiente zwischen Fässern, Kuckucksuhren und Stolen.
Ausschließlich mediterrane Küche gibt es dagegen in der Wolfshöhle (Konviktstraße 8) in einer der beliebtesten Ecken Freiburgs.
Die Qual der Wahl haben Besucher in der Freiburger Markthalle (Gruenwälderstr. 2). Hier locken zahlreiche Händler mit verschiedensten internationalen Köstlichkeiten. Gegessen wird an Stehtischen.
www.markthalle-freiburg.de | www.deutscheshaus-freiburg.de


Cafés
Eines der besten Cafés des Landes liegt in der Kaiser-Joseph-Straße 243: Das Gmeiner bietet eine riesige Auswahl selbstgemachter Torten und Schokoldenpralinen. Ein Besuch lohnt sich auch für Touristen, denen vor der Kalorienexplosion Bange ist: Denn im Schaufenster kann man den Chocolatiers und Konditoren auch einfach bei der spannenden Filigranarbeit zuschauen.
Den besten Cappuccino der Stadt gibt es einige Meter weiter in Freiburgs ältestem Stehcafé, der Kolben-Kaffee-Akademie (Kaiser-Joseph-Straße 233). Stehen geblieben ist die Zeit im Café Capri (Gerberau 30) – hier wähnen sich die Gäste noch in den Siebzigern.
www.chocolatier.de | www.kolbenkaffee-freiburg.de


Einkaufen
Die Hauptschlagader des Shoppingherzens ist die Kaiser-Joseph-Straße inmitten der Altstadt. Von Juwelieren und Kaufhäusern über kleinere Modegeschäfte bis hin zu Sportartikel- und Porzellanhändlern ist alles vorhanden.
Besonders charmant sind die Läden in den kleineren Gassen. Dort gibt es Schmuck, Antiquitäten oder Klamotten, die man nirgendwo anders findet. Eine besonders üppige Auswahl findet sich um den Platz Oberlinden sowie in der Herren-, Schuster- und Konviktstraße.
In der Ökostadt gibt es auch viele Geschäfte, die nachhaltig produzierte Waren anbieten. Ein schönes Beispiel bietet die Boutique „be it!“ (Gerberau 5): Hier sind große Teile des Kleidungssortiments ökologisch und fair trade.
www.be-it-freiburg.de


Mit Kindern
Dem Sternenhimmel ganz nah sein können kleine Astronauten im Planetarium (Bismarckallee 7). Auf dem Programm stehen Reisen zur Milchstraße oder auf den Mars.
Einmal richtig austoben können sich die kleinen Touristen im Hallenspielplatz Kinder Galaxie (Basler Landstraße 17). Auf 4.000 Quadratmetern gibt es Kletterwände, Trampoline, Riesenhindernishüpfburgen und Bumper Cars.
Mit originellen und humorvollen Stücken sollen Kinder und Jugendliche im Theater im Marienbad (Marienstraße 4) begeistert werden. Die Aufführungen im ehemaligen Jugendstilbad unterhalten oftmals sogar die Großen.
www.planetarium-freiburg.de | www.marienbad.org | www.kinder-galaxie.de


Kultur
Das Theater Freiburg (Bertoldstraße 46) ist das größte der Stadt. Kein Wunder, vereint es doch fünf Spielstätten unter einem Dach: das Große Haus, das Kleine Haus, die Kammerbühne, den Werkraum und das Winter-Foyer. Auf dem Plan stehen diverse Theaterstücke, Klassik und Lesungen.
Das Wallgrabentheater ist immerhin das älteste privatgeführte Theater. Das Angebot ist breit gefächert: Vom klassischen Drama bis zu modernen Aufführungen gibt es alles.
Der Stolz der Freiburger Hochkultur ist das Konzerthaus (Konrad-Adenauer-Platz 1). Den Schwerpunkt des Programms bilden klassische Konzerte, aber auch die Mundologia, das bekannte Reportage-Festival, findet hier statt.
www.theater.freiburg.de | www.konzerthaus.freiburg.de


In der Natur 
Auch wenn das Schloss längst nicht mehr existiert – eine Wanderung über den Schlossberg (Am Schlossberg) lohnt sich allemal. Auf dem Weg durch das Grün stößt man auf Überreste der alten Leopoldsburg und auf den Kanonenplatz. Von hier hat man einen tollen Blick auf Freiburg und den nahen Schwarzwald.
Noch zentraler liegt der Stadtgarten gegenüber des Karlsplatzes. Hier entspannen die Freiburger zwischen schön angelegten Wegen, Rosengarten oder am idyllischen Teich.
Hoch hinaus geht es auf dem Schauinsland. Mit seinen 1284 Metern ist er einer der höchsten Berge des Schwarzwaldes und der Hausberg Freiburgs. Tipp: Schon die Gipfelfahrt mit der Schauinslandbahn ist ein Erlebnis!
www.schauinslandbahn.de


Am Abend 
In Freiburg gibt es ein breites Angebot an Nachtlokalen und Kneipen. Im sogenannten Bermudadreieck zwischen Universität, Niemens- und Löwenstraße befindet sich die größte Auswahl an Lokalen.
Wer es zünftiger mag, sollte in der ältesten Brauerei Freiburgs, der Hausbrauerei Feierling, einkehren. Hier gibt es Ökobier und regelmäßig auch Sonderveranstaltungen.
Etwas abseits des Trubels liegt der Slow Club (Haslacher Straße 25). Er bietet einen Mix aus Theater, Livemusik, Lesungen und Filmvorführungen.
Bei aller Ausgelassenheit sollte die Sperrstunde im Blick behalten werden: Unter der Woche darf bis 3 Uhr, am Wochenende bis 5 Uhr gefeiert werden.
www.feierling.de | www.slowclub-freiburg.org


Umgebung
Freiburg liegt im südwestlichen Dreiländereck direkt neben Frankreich und der Schweiz. Das sollten Besucher der badischen Stadt unbedingt ausnutzen.
Nur einen Steinwurf entfernt liegt die Museumsmetropole Basel. Ein Tagestrip in die 70 Kilometer entfernte Stadt lohnt sich vor allem wegen des Münsters, des entspannten Flairs am Rheinufer und der prachtvollen Altstadt.
Ebenfalls empfehlenswert ist ein Abstecher in Europas Hauptstadt Straßburg. Für viele zählt sie zu den schönsten Städten der Welt. Grund sind die malerischen Fachwerkhäuser und der Straßburger Münster. Doch auch die zahlreichen EU-Insitutionen rund um das Europaparlament sind sehenswert.
www.strassburg.eu


Fazit
Mit seiner hübschen Altstadt ist die 250.000 Einwohner zählende Hauptstadt des Schwarzwaldes ein echtes Idyll, deren Besuch sich zu jeder Jahreszeit lohnt: Im Sommer bilden die Fachwerkhäuser eine pittoreske Kulisse für zahlreiche Feste und Konzerte, im Winter verleihen sie dem Weihnachtsmarkt feierlichen Glanz.
Doch auch an festivalfreien Wochenenden lohnt sich ein Spaziergang über die Bächle und durch die Gassen der City – schon allein weil die Ökostadt dank vieler autofreier Zonen so wunderbar entschleunigt ist.
Und falls doch mal ein Tapetenwechsel nötig ist, bringen ein Abstecher in die Natur oder Ausflüge ins schweizerische Basel oder ins französische Straßburg die nötige Abwechslung. Die Lage im Dreiländereck macht es möglich.

Wohnmobil-Stellplätze & Campingplätze | Freiburg
Camping am Möslepark
Waldseestraße 77 · 79117 Freiburg
GPS: 47°58‘52“ N 7°52‘52“ O
Mitten im Schwarzwald und doch nur 2,5 Kilometer von Freiburgs Altstadt entfernt, bietet der neugestaltete Eco-Campingplatz größtmöglichen Luxus: So befindet sich sogar eine Sauna- und Wellnesslandschauft auf dem Gelände. Alle Stellplätze sind mit Strom und Gratis-WLAN versorgt.
www.camping-freiburg.com


Camping Hirzberg
Kartäuserstraße 99 · 79104 Freiburg
GPS: 47°59’31.3“ N 7°52’26.0“ O
Der Platz bietet 85 Stellplätze und ist nur 1,2 Kilometer vom Altstadtkern entfernt. Hunde sind erlaubt.
www.freiburg-camping.de

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