Die Perle Spaniens – Andalusien von Siegfried Semper

Andalusien ist auch der Teil Spaniens, in dem vieles besonders lebendig ist, was im Ausland als typisch spanisch gilt. Angefangen von der faszinierenden Volkskunst des Flamenco über inbrünstige Prozessionen an Kirchenfesten bis hin zum blutigen Stierkampf. Sie sehen sich auch selbst als typische Spanier, im Gegensatz zu vielen Katalanen oder Basken, die für sich in Anspruch nehmen, dass ihr jeweiliger Landesteil eine eigene Nation sei. Ab dem Jahre 711, nach einer Phase der westgotischen Herrschaft, wurde die europäische Kulturgeschichte geschrieben, die Andalusien bis heute vom Rest des Kontinents abhebt. Nach der Eroberung durch Völker aus Nordafrika, die zumeist als Mauren zusammengefasst werden, herrschten hier keine Könige oder Kaiser mehr, sondern Kalifen. Und sie machten Al-Andalus zur Perle der moslemischen Welt. In den Jahrhunderten ihrer Herrschaft schenkten die Mauren der Region einige ihrer schönsten Paläste und Moscheen. Es gibt kaum eine größere Stadt, die nicht einen Alcázar oder eine Alcazaba hätte, mächtige Burgen und märchenhafte Paläste aus arabischer Zeit. Die Rückeroberung Andalusiens durch spanische Christen zog sich über mehrere Jahrhunderte hin. Erst im Jahre 1492 fiel mit Granada der letzte moslemische Herrschaftsbereich. Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert erblühten viele Städte durch die Reichtümer, die aus den Kolonien in Amerika geraubt wurden. Doch der Wohlstand blieb sehr ungleich verteilt. Noch Anfang des 20. Jahrhundert war Andalusien eine Hochburg radikaler politischer Bewegungen. Die sozialen Unterschiede sind heute nicht mehr so krass, auch wenn weite Gebiete den Anschluss an das Industriezeitalter nicht geschafft haben. So arbeiten heute noch viele Bauern mit Eseln statt mit Traktoren, weil sie sich keine Maschinen leisten können. Doch nicht nur Geschichte und Kunst bestimmen Andalusiens Sehenswürdigkeiten. Hier versammeln sich einige der wichtigsten Naturschönheiten Spaniens, wie beispielsweise grünbewachsene Hänge, Schneegipfel im Hochgebirge, Tropfsteinhöhlen, Felsskulpturen oder weitläufige Naturschutzgebiete.

Tourist-Information
Spanisches Fremdenverkehrsamt
Litzenburgerstraße 99 · D-10707 Berlin
Tel. 0180-3002647
www.spain.info


Tourismo Andaluz
E-29008 Malaga
Tel. 0034-90120002034
www.andalucia.org

Anreise über die Autopista
Um die Anreise so schnell als möglich zu bewältigen, entscheiden wir uns für die mautpflichtigen Autobahnen. In Frankreich fahren wir auf der 7 und 9 über Lyon, Nimes und Perpignan bis zur spanischen Grenze und dann weiter auf der Autopista 7 über Barcelona, Valencia und Alicante bis nach Almeria. Etwa vier Kilometer westlich der Stadt machen wir auf dem Campingplatz La Garrofa Station. Das terrassierte Gelände liegt direkt am Golf von Almeria und verfügt über einen 200 Meter langen Kiesstrand. Ein Ausflug in die Großstadt lohnt durchaus, wenn auch die Schönheit nicht mit den anderen Metropolen, wie Granada oder Sevilla mithalten kann. Eine Besonderheit stellt das Olivenöl-Museum dar, in dem historische und aktuelle Maschinen kostenfrei besichtigt werden können. Einen Anstieg zur Alcazaba lohnt ebenfalls, auch wenn er eventuell Schweiß treibend ist. Von der Maurenburg, die bis auf das zehnte Jahrhundert zurückgeht, sind vor allem die Befestigungsmauern erhalten. Sie umfassen eine der größten maurischen Wehranlagen Spaniens und bieten den besten Blick auf Almeria.
Unsere nächste Etappe führt uns ins gut 250 Kilometer entfernte Marbella, wobei knapp 100 Kilometer davon auf der kurvenreichen Küstenstraße N 340 verlaufen, die die in diesem Bereich noch nicht fertige A 7 verbindet. Neben der herrlichen Aussicht auf die Costa del Sol fallen uns immer wieder zwei Dinge auf: Einerseits die ungezügelte Bauwut der Spanier, die nahezu jeden Quadratzentimeter der Küste zubauen und andererseits die riesigen Obst- und Gemüseplantagen, deren hässliche Plastik- und Stoffüberdachungen die Gegend verschandeln. Ein Stopp empfiehlt sich in Nerja, etwa 50 Kilometer vor Malaga. Malerische Gassen und ein wunderbarer Blick auf die Küste vom »Balcon de Europa« ziehen jedes Jahr Tausende von Touristen an. Einige Kilometer östlich hat die Natur mit bis zu 32 Meter hohen Tropfsteinen in der Höhle von Nerja ein phantastisches Kunstwerk geschaffen. Im Sommer werden in den Naturhallen sogar Veranstaltungen durchgeführt. Um das Tagespensum zu schaffen, fahren wir zunächst an Malaga vorbei und machen noch einen Halt in Mijas, etwa 30 Kilometer vor Marbella. Auch von diesem weißen Dorf mit seinen verwinkelten Gassen hat man einen bezaubernden Blick auf die Küste. Eine Attraktion sind die von Eseln gezogenen »Burro-Taxis« für Rundfahrten, denn die Wagen sind mit Glöckchen geschmückt und die Esel tragen Nummernschilder auf der Stirn.

Marbella, nicht nur Jet-Set
Für die nächsten Tage quartieren wir uns auf dem Campingplatz Marbella Playa ein, der gut fünf Kilometer vor Marbella liegt. Von hier aus wollen wir ausgiebige Tagesausflüge nach Malaga und Marbella unternehmen. Die weitläufige Anlage bietet großzügige Stellplätze mit allem Komfort, und bis zum breiten Sandstrand sind es nur wenige Meter. Zum acht Kilometer entfernten Marbella nehmen wir uns ein Taxi für 17,– Euro pro Fahrt. Das Image des Urlaubsortes für den Jet-Set wird hier gerne gepflegt. Doch auch »Normalsterbliche« sind inzwischen sehr willkommen, um am Strand zu promenieren oder einen Abstecher in den luxuriösen Yachthafen Puerto Banus zu machen. Auf den marmorgepflasterten und palmengesäumten Strandpromenaden laden zahlreiche Restaurants zum Verweilen ein. In gepflegter Atmosphäre und bei toller Aussicht über das westliche Mittelmeer kann man seinen Cafe genießen und die Seele baumeln lassen. Auch ein Spaziergang durch die gut erhaltene Altstadt sollte auf dem Besuchsprogramm stehen. Hier am Plaza de los Naranjos kann man unter den schattenspendenen Orangenbäumen pausieren. Kunstfreunde kommen im »Museo del Grabado Espanol Contemporaneo« auf ihre Kosten. Das Museum hat sich auf Radierungen und Lithographien spezialisiert, unter anderem mit Werken von Miro, Dali und Picasso. Und das Bonsai-Museum rühmt sich, der beste Ort in Spanien zu sein, um diese Mini-Bäume zu betrachten. Ein weiterer Tagesausflug führt uns zur Hafenstadt Malaga, die lange als das Aschenputtel unter den südlichen Zentren galt. Doch in den vergangenen Jahren hat sich die zweitgrößte Stadt Andalusien mächtig herausgeputzt. Unter Kunstfreunden ist Malaga als Geburtsstadt von Pablo Picasso bekannt. In dem Haus, das früher seiner Familie gehörte, ist heute eine Stiftung untergebracht. Das Picasso-Museum im nahegelegenen Palacio de los Condes beherbergt über 200 Werke aus allen Schaffensperioden des Künstlers. Sehenswert sind auch Malagas zwei Burganlagen aus der maurischen Zeit. Insbesondere die weiter oben liegende Burg Castillo del Gibralfaro bietet einen hervorragenden Blick auf Stadt und Küste. Ein echter Palmengarten ist der Paseo del Parque zwischen Altstadt und Hafen. Hier steht auch das Rathaus mit seiner sehenswerten Fassade im Zuckerbäcker-Stil.

Tarifa, südlichster Punkt Europas
Unsere Route führt uns auf der küstennahen A 7 Richtung Südosten an Gibraltar und Algeciras vorbei bis nach Tarifa. Gut drei Kilometer hinter dem Ort befindet sich der Campingplatz Rio Jara, dessen weitläufiger Sandstrand zu ausgedehnten Spaziergängen und sportlichen Aktivitäten einlädt. Auch die Berge Marokkos scheinen bei klarem Wetter zum Greifen nahe. Südlicher geht es nicht auf dem europäischen Festland, hier ist der afrikanische Kontinent nur 15 Kilometer entfernt. Wegen der stetigen Winde gelten die Strände am Atlantik außerdem als Paradies für Windsurfer. Hier am Anfang der 250 Kilometer langen Costa de la Luz, die bis nach Portugal reicht, sucht man Betonburgen vergebens. Ursprünglichkeit und jungfräulicher Sand stehen im friedlichen Einklang von Mensch, Tier und Natur. Nicht selten teilen sich Rinderherden und Badegäste den weitläufigen Strand. Am Rande der verwinkelten Altstadt Tarifas, zeugt die Burg des Guzmán el Bueno von der wechselvollen Geschichte am Schnittpunkt zweier Kontinente. Auch Tagesausflüge in die marokkanische Hafenstadt Tanger sind von hier aus möglich. Allerdings kostet die 40minütige Überfahrt rund 45,– Euro. Den besten Blick über die knapp 14 Kilometer schmale Meerenge bietet der Mirador del Estrecho, etwa sieben Kilometer in Richtung Algeciras gelegen.

Ronda, spektakulär und schön
Tarifa ist der Wendepunkt unserer Rundreise, die uns kurz vor San Roque ins Landesinnere nach Ronda führt. Dabei durchqueren wir mehrere Naturparks der gebirgigen Region sowie die Serrrania de Ronda, mit ihren knapp zweitausend Meter hohen Bergen. Unser Basislager errichten wir auf dem gepflegten Campingplatz El Sur. Von hier aus bis in die Altstadt von Ronda sind es nur zwei Kilometer zu Fuß. Der erste Gang sollte zum Park Jardines de Blas Infante und zur Brücke Puente Nuevo führen. Hier hat man den besten Blick auf die spektakulären Felswände, die am Rand der Altstadt über 100 Meter tief senkrecht abfallen. Die Puente Nuevo aus dem 18. Jahrhundert verbindet den älteren Stadtteil La Ciudad mit dem neueren Teil El Mercadillo, der aber ebenfalls auf rund 300 Jahre Baugeschichte zurückblickt. In La Ciudad ist die Iglesia Mayor das wichtigste Bauwerk. Gleich um die Ecke liegt das Museo del Bandelero, das an die wilden Zeiten erinnert, als sich in den Tälern und Bergen rund um Ronda etliche Gesetzlose versteckten. Über die alte Brücke Puente Viejo gelangt man zurück in den neueren Teil der Stadt und zur Stierkampfarena. Sie ist die älteste des Landes, eingeweiht im Jahre 1784. In ihren Mauern ist auch ein sehenswertes Museum untergebracht, wo Plakate, Stiche, Zeitungsartikel und Kostüme die Geschichte dieser spanischen Leidenschaft darstellen. Der Eintritt in die Arena kostet sechs Euro pro Person. Ronda gehört zur Region Pueblos Blancos, dessen Name bereits Programm ist. Überall findet man blitzblanke Dörfer, deren Häuser in strahlendem Weiß erscheinen. Es ist das Erbe der maurischen Architektur, das in den hellen Häusern weiterlebt. Daneben war Kalkfarbe in Andalusien schon immer überall verfügbar und preisgünstig herzustellen. Die weiße Farbe reflektiert das Sonnenlicht und hält die Häuser im Sommer kühl. Und es gibt den einen oder anderen Abergläubischen, der sagt, der Anstrich helfe, Unglück von einem Haus fernzuhalten. Mindestens zweimal im Jahr wird zum Pinsel gegriffen, um das strahlende Weiß aufzuhellen. Zu den schönsten Bergdörfern zählen übrigens Zahara und Grazalema. Zwischen den Dörfern, auf der Straße 531 befindet sich der herrliche Aussichtspunkt Puerto Las Palomas in 1.357 Meter Höhe. Auf der folgenden Etappe nach Granada machen wir einen Abstecher nach Antequerra zu den vielen sehenswerten Kirchen. Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es hier mehr Kirchen, als in jeder anderen spanischen Stadt. Auch die maurische Alcazaba-Festung oberhalb der Stadt hat ihren Reiz. Doch die eigentliche Attraktion Antequerras liegt am Stadtrand an der Straße von Malaga nach Granada. Hier haben vorgeschichtliche Kulturen monumentale Grabstätten hinterlassen, Die verwendeten Steine wiegen teilweise mehr als 170 Tonnen und man fragt sich, wie die Menschen vor rund 4.000 Jahren solche Gewichte bewegt haben, um diese Grabstätten zu errichten.

Granada, Stadt der Alhambra
In Granada quartieren wir uns auf dem Campingplatz Sierra Nevada ein, der am östlichen Stadtrand liegt. Von hier kann man bequem mit dem Bus in die Innenstadt und zu den berühmten Sehenswürdigkeiten gelangen. Allen voran natürlich zur Alhambra, die auf einem Bergrücken über dem kleinen Fluss Rio Darro liegt. Die beste Sicht auf die Palastanlage hat man vom gegenüber liegenden Stadtteil Albaicín, vom Aussichtspunkt Mirador San Nicolás. Mit den schneebedeckten Bergen der Sierra Nevada im Hintergrund bietet die Alhambra ein besonders schönes Fotomotiv, insbesondere wenn die untergehende Sonne den Palast im roten Licht erstrahlen lässt. Die Geschichte der Alhambra reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück, als die Araber die Herrschaft über Granada hatten. Mohamed, der Nasride, baute die Alhambra als Festung und Paradies gleichermaßen. Das arabische Wort al-Hamra heißt übrigens: Die Rote, was sich zum einen auf die Farbe des eisenhaltigen Hügels bezieht und zum anderen auf ein Naturphänomen, denn bei Sonnenuntergang erstrahlt der Komplex in einem sanften Rot. Die gesamte Anlage ist von einer vier Kilometer langen Mauer umschlossen und durch die Hügellage zu einer uneinnehmbaren Festung geworden. Im Jahre 1492 wechselten die Besitzrechte an die spanischen Könige Ferdinand und Isabella. Im Gegenzug erhielten die moslemischen Andalusier etliche Rechte garantiert, die allerdings nicht lange Bestand hatten. In späteren Jahren wurden auf dem Gelände weitere Gebäude errichtet, wie zum Beispiel der Palast Karls des V. Der gewaltige Renaissance-Koloss sollte die Überlegenheit des christlichen Baustils demonstrieren. Der Zugang zur Alhambra ist übrigens streng reglementiert. So weisen die Eintrittskarten bestimmte Zeitkorridore aus, in denen die entsprechenden Teile betreten werden dürfen. Weil die Zahl der Besucher begrenzt ist, sollte man sich die Eintrittskarten an den vielen Vorverkaufsstellen oder im Internet frühzeitig reservieren. In Granada ist auch ein Besuch der Kathedrale lohnenswert, denn in diesem monumentalen Bauwerk manifestierten die spanischen Könige ihren Triumph über die letzte Bastion der Mauren. Der Baubeginn war 1523 und wurde erst 200 Jahre später für beendet erklärt. Im hoch aufragenden Inneren ist alles auf den Zentralbereich, die Capilla Mayor, ausgerichtet. Zu den besten Kircheninstrumenten ihrer Zeit zählen die zwei Barockorgeln. Die überraschend helle, in weiten Teilen einheitlich weiße Wirkung des Innenraums ist übrigens keineswegs beabsichtigt. Vielmehr wurden die ursprünglichen Pläne für weitere Goldverzierungen an Decke, Wänden und Säulen aus Kostengründen ausgesetzt. Neben der Kathedrale eröffnet sich die königliche Kapelle Capilla Real, die grösser ist als manche Kirche. Unter der Grabstätte aus Carrara-Marmor sind die Metallsärge des Königpaares Isabella und Ferdinand zu sehen. In dem angeschlossenen kleinen Museum sind neben religiösen Kunstwerken auch das Schwert König Ferdinands sowie Krone und Zepter von Isabella ausgestellt. Unweit davon, rund um die Plaza Bib-Rambla ist die Neustadt am hübschesten, wobei hier abends reges Leben herrscht. Ein weiterer Tipp ist der Besuch des ehemaligen Elendsviertel Sacromonte, das sich völlig gewandelt hat und heute über zahlreiche bekannte Restaurants verfügt. Hier liegen zudem die meisten Flamenco-Kneipen Granadas, die Tablaos. Bevor wir Andalusien in Richtung Murcia wieder verlassen, stehen noch zwei Punkte auf unsrere Liste: Die Stadt Gaudix und Mini Hollywood in der Wüstenlandschaft oberhalb Almerias.

Gaudix, die Höhlenstadt
Die Kleinstadt Gaudix ist berühmt für ihre Höhlenwohnungen, in denen heute noch etwa ein Sechstel der 30 000 Einwohner leben. Nur die weißen Kamine und die vorgemauerten Fassaden heben sich von der kargen Felslandschaft ab. Die Höhlenwohnungen sind zwar nicht besonders hell, dafür aber stets angenehm temperiert. Im Stadtteil Santiago – immer der Beschilderung Zona de Cuevas folgen – kann man das perfekte Raumklima in einigen Höhlenbars, -restaurants und einem Museum selbst erleben. Sogar Höhlenappartements und -zimmer sind zu buchen. Etwa 20 Kilometer nördlich von Almeria, am Abzweig der A 92 zur A 340, erstreckt sich eine, in Europa einzigartige, Wüstenlandschaft. Die Zstaubtrockenen, zerklüfteten Berghänge allein lohnen schon einen Ausflug. Sie eigneten sich auch hervorragend als Kulisse für Westernfilme. So wurden hier beispielsweise diverse Italo-Western unter der Regie von Sergio Leone gedreht. Die dabei entstandenen Filmstädtchen von »Mini Hollywood« wurden inzwischen renoviert. Neben der Westernstadt, in der Schießereien und Can-Can aufgeführt werden, zeigt ein Zoo Tiger, Krokodile und andere Wildtiere.

Wirtschaft
Andalusiens Wirtschaft krankt noch heute an den Folgen der Politik Francos, die der Region die undankbare Rolle eines Lieferanten von Rohstoffen und billigen Arbeitskräften zuwies und Industrie nur unzureichend und einseitig in Westandalusien aufbaute. Die wichtigsten Indus- triezentren sind damals wie heute Sevilla, Huelva und Campo de Gibraltar in der Provinz Cádiz. Etwa die Hälfte des Bodens wird landwirtschaftlich genutzt, wobei der Ackerbau deutlich Vorrang vor der Viehzucht hat. Die traditionellen und wichtigsten landwirtschaftlichen Produkten sind Olivenöl, Getreide und Wein. Der umsatzstärkste Bereich der Wirtschaft Andalusiens ist heute der Dienstleistungssektor, vor allen Dingen der Tourismus. Gegenwärtig besuchen jährlich 41 Millionen Touristen Spanien, wobei Andalusien, vor allem die Costa del Sol, eines ihres bevorzugten Ziele ist. Die Tourismusbranche erwirtschaftet fast elf Prozent des spanischen Bruttoinlandsproduktes. Anhaltende Massenarbeitslosigkeit kennzeichnet das Spanien der 90er Jahre; sie betrug durchschnittlich um 20 Prozent, in einigen Regionen Andalusiens lag und liegt sie noch viel höher. Betroffen sind vor allem Frauen und Jugendliche unter 25 Jahren.
Flora und Fauna
Prägen das Bild von Hochandalusien: Die Korkeichenwälder.

Prägen das Bild von Hochandalusien: Die Korkeichenwälder.

Costa de Sol
Hier werden Zitrusfrüchte und Gemüse, ebenso wie Zuckerrohr und Bananen angebaut. Entlang der Küste gedeihen Palmengärten und exotische Gewächse (zum Beispiel Agaven).
Hochandalusien: Charakteristisch sind für Hochandalusien die vielen Baumarten, wobei die Stein- und Korkeichenwälder am verbreitetsten sind. Eine Besonderheit ist die Pinsapotanne, die nur in diesem Gebiet vorkommt.
Niederandalusien: Große Teile sind mit endlosen Reihen von Olivenbäumen bedeckt. In den »Marismas« wachsen viele nur auf salzigen Böden gedeihende Pflanzen wie die Stranddistel.
In den Ausläufen der Sierra Nevada findet man bedrohte Tierarten wie Wölfe und Luchse. Ebenso sind die vor allem im Südwesten gezüchteten halbwilden Kampfstiere charakteristisch für Andalusien. Die Vogelwelt ist sehr vielfältig, neben gefährdeten Raubvögeln liegt in den »Marismas« die einzigartige Brutkolonie der Purpurralle. Viele Schlangenarten, Wasser- und Sumpfschildkröten und Feuersalamander lassen sich in der Reptilien- und Amphibienwelt dieser Region entdecken

KULINARISCHES
Ideal an heißen Sommertagen. Eine eiskalte Gazpacho Gemüsesuppe.

Ideal an heißen Sommertagen. Eine eiskalte Gazpacho Gemüsesuppe.

In der andalusischen Küche vermischen sich unterschiedliche kulturelle Einflüsse; sie spiegeln das Erbe der Spätantike, der Besetzung durch die Mauren und des spanischen Überseehandels wieder. Vor dem Hauptgericht und als kleiner Imbiss werden häufig kleine Tellergerichte, sogenannte Tapas gereicht. Als Gewürze haben vor allem Knoblauch und Pimiento (scharfe Chilischoten) große Bedeutung. In den heißen Sommermonaten wird eine leichte Küche bevorzugt zu der Gazpacho gehört, eine kalte Gemüsesuppe, die ursprünglich von Bauern und Landarbeitern auf dem Feld gegessen wurde. Eine Variante ist der Salmorejo.
Zutaten:
- 0,5 kg Kirschtomaten
- 1 Salatgurke
- 1 grüne Paprikaschote
- 1 rote Paprikaschote
- 3-4 Zehen Knoblauch, zerdrückt
- 1 Zwiebel (Gemüsezwiebel)
- 750 ml passierte Tomaten
- 250 ml kalte Gemüsebrühe
- 75 ml Olivenöl
- 50 ml weißer Balsamico
- 1 kleine Chilischote, ohne Kerne
- Salz und Pfeffer, Zucker
Zubereitung:
Das Gemüse in feine Würfel schneiden und in eine Schüssel geben. Tomatenpüree mit Gemüsebrühe, Essig, Öl, Knoblauch und Chili vermischen und über das Gemüse geben. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und richtig kalt (auf Eis) servieren. Dazu gibt es geröstetes Bauernbrot, mit Knoblauch abgerieben, leicht gesalzen und mit Olivenöl beträufelt. Super an heißen Hochsommertagen!

Campingplätze
Camping La Garrofa
E-04002 Almeria
Tel.0034-950235770
www.lagarrofa.com


Camping Marbella Playa
E-29604 Marbella
Tel. 0034-952833998
www.campingmarbella.com


Camping Rio Jara
E-11380 Tarifa
Tel. 0034-956680570


Camping El Sur
E-29400 Ronda
Tel. 0034-952875939
www.campingelsur.com


Camping Sierra Nevada
E-18014 Granada
Tel. 0034-958150062
www.campingsierranevada.com


Tickets zum Besuch der Alhambra
www.alhambratickets.com

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